Medikamente gegen Rohstoffe: USA verhandeln mit Hilfsgeldern
Eine der ersten Amtshandlungen Donald Trumps, nachdem er 2025 in das Weisse Haus zurückkehrte, war die Streichung von Hilfs- und Fördergeldern für Länder und Organisationen im Ausland. Davon betroffen war auch das äusserst erfolgreiche Notfallprogramm zur HIV/AIDS-Bekämpfung PEPFAR. Mit dem 2003 durch George W. Bush initiierten Programm gelang in den Ländern des afrikanischen Kontinents der Durchbruch im Kampf gegen die damals grassierende HIV/AIDS-Epidemie.
Ein Land, das besonders im Fokus stand, war Sambia, das als eines der am schwersten betroffenen Länder weltweit galt. UN-Daten zeigen, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung nach Ausbruch der HIV/AIDS-Epidemie auf unter 50 Jahre sank.
US-Hilfsprogramm verhalf zum Durchbruch
Durch das PEPFAR-Programm erhielten Hunderttausende Menschen ab 2003 kostenlos Zugang zu Tests und Generika-Medikamenten. Während die neuen Medikamente aufgrund der hohen Kosten zuvor vorwiegend in westlichen Industriestaaten zum Einsatz gekommen waren, trug das Programm dazu bei, dass die lebensnotwendige Behandlung auch in Ländern des globalen Südens immer stärker zur Anwendung kommen konnte.
Inzwischen liegt die Lebenserwartung in Sambia bei rund 67 Jahren. In einem Artikel der «New York Times» berichteten Ärzte und Mitarbeitende der Gesundheitsbehörden Sambias nun von den Auswirkungen, welche die Kürzungen der Hilfsgelder aus den USA haben. So würden weniger Tests durchgeführt, Präventionseinrichtungen geschlossen und medizinisches Personal aus Kostengründen entlassen.
Gesundheitsdaten und Rohstoffe gegen Hilfsgelder
Die gemäss den Gesundheitsbehörden angespannte Lage droht sich nun noch weiter zu verschärfen, da die US-Regierung droht, jegliche noch verbleibende Unterstützung einzustellen. So habe die US-Regierung gemäss Informationen der «New York Times» der Regierung Sambias ein Ultimatum gestellt, welches am heutigen 30. April ausläuft. Dabei geht es um die Erneuerung eines Handelsvertrages zwischen den USA und Sambia. So fordert die US-Regierung im Gegenzug zu den Unterstützungsleistungen im Gesundheitswesen Vorrechte auf die natürlichen Ressourcen des kupfer-, kobalt- und nickelreichen Landes.
Des Weiteren müsste sich das Land im südlichen Afrika dazu verpflichten, über zehn Jahre hinweg Gesundheitsdaten an die US-Regierung zu liefern. Die Fördergelder hingegen würden lediglich über fünf Jahre bezahlt werden. Von Interesse sind diese biologischen Daten primär für die Pharmaindustrie, welche damit zur Wirksamkeit neuer Medikamente forschen kann, wie der Nachrichtensender Al Jazeera berichtet.
Im Februar lehnte die sambische Regierung den Vorschlag der USA ab, da dieser nicht den Interessen des Landes entspreche. Selbst wenn der Vertrag zustande kommen sollte, beträgt die US-Unterstützung finanziell weniger als die Hälfte dessen, was die USA vor dem Amtsantritt von Donald Trump an Sambia bezahlt haben, wie das internationale Newsportal Deutsche Welle berichtet. (jul)
