Wirtschaft
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Abgesperrter Laden in einem Geschaeft mit Lebensmitteln und Nonfood-Abteilung, am Mittwoch, 18. Maerz 2020, in St. Gallen. Seit Montag gilt wegen der Coronavirus-Epidemie in der Schweiz die

Alle Läden zu: Der Lockdown trifft die Schweizer Unternehmen ins Mark. Bild: KEYSTONE

Interview

Straubhaar: «Wir müssen wohl eine Weile von der Hand in den Mund leben»

Der Berner Thomas Straubhaar ist einer der angesehensten Wirtschaftsprofessoren Deutschlands. Im Interview sagt er, warum 9/11 im Vergleich zur Corona-Krise ein «bescheidenes Ereignis» war, ob der Corona-Crash das Ende des Kapitalismus bedeutet und wer die Gewinner der Pandemie sind.



Ob der 11. September, der Ölschock in den 70er-Jahren oder der Banken-Crash: Der renommierte Berner Wirtschaftsprofessor Thomas Straubhaar (62) hat in seiner Karriere schon viele wirtschaftliche Beben erlebt.

Die Corona-Krise aber hat eine Dimension, die auch er nur erahnen kann. Im watson-Interview beantwortet er die drängendsten Fragen.

Herr Straubhaar, löst das Coronavirus die schlimmste Wirtschaftskrise aller Zeiten aus?
Ja, für die Nachkriegszeit auf jeden Fall. Im Vergleich zur Corona-Krise waren 9/11 oder der Finanzmarkt-Crash von 2008 bescheidene, kurzfristige Ereignisse. Ich habe noch nicht annähernd einen derartigen Wirtschaftsschock erlebt wie jetzt beim Coronavirus. Die Auswirkungen dieser Pandemie sind völlig unvorhersehbar. Der Corona-Crash wird deshalb gerade auch für die Wirtschaft eine Wucht haben, die wir noch kaum abschätzen können. Er wird viel grösser sein als alles, was die Nachkriegsgenerationen bislang erlebt haben.

«Im Vergleich zur Corona-Krise waren 9/11 oder der Finanzmarkt-Crash von 2008 bescheidene, kurzfristige Ereignisse.»

Warum?
Zuerst kommen die unmittelbaren Folgen der vielen Erkrankungen. Noch unterschätzen aber die Regierungen, was der aktuelle Vollstopp der realen Wirtschaft für die Gesellschaft bedeutet. Der Angebotsschock reisst ganze Wertschöpfungsketten auseinander und ganze Wirtschaftszweige in den Abgrund. Von einem Tag auf den anderen und für längere Zeit. Das hat es noch nie gegeben.

Was denken Sie: Sind die wirtschaftlichen Folgen schlimmer als nach dem 2. Weltkrieg oder der spanischen Grippe vor 100 Jahren?
Solche historischen Krisen darf man nicht miteinander vergleichen, das ist ethisch-moralisch nicht gerechtfertigt. So dramatisch die Corona-Krise ist, davon sollte man die Finger lassen.

Wegen der Corona-Krise ist eine Rezession unausweichlich. Wie lange dauert die Talfahrt der Wirtschaft an?
Noch ist völlig unklar, wie lange der Lockdown bestehen bleibt. Im besten Fall einige Wochen oder Monate. Im schlimmsten Fall bleibt der Alltag jedoch beeinträchtigt, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar ist. Das könnte noch über ein Jahr dauern. So oder so wird die Wirtschaft lange brauchen, den Schock zu verdauen. Ich vermute, dass wir die nächsten ein bis zwei Jahre von der Hand in den Mund leben müssen. Eine Rückkehr zur Normalität könnte entsprechend lange dauern. Wer hofft, dass sich die Sache bis im Sommer wieder normalisiert, macht sich Illusionen. Der dem Angebotsschock folgende Nachfrageschock kann nicht aufgeholt werden.

«Ich vermute, dass wir die nächsten ein bis zwei Jahre von der Hand in den Mund leben müssen.»

ARCHIV: Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, posiert in einem Raum des HWWI in Hamburg (Foto vom 06.10.10). Straubhaar ist ueberzeugt, dass es trotz der Unsicherheit ueber die Haltung der Slowakei zur Erweiterung des Euro-Rettungsschirms (EFSF) kommen wird. Auch wenn eine moegliche zweite Abstimmung im slowakischen Parlament negativ ausfallen sollte, sei eine Erweiterung durchaus moeglich, sagte Straubhaar am Mittwoch (12.10.11) im Deutschlandfunk. (zu dapd-Text) Foto: Philipp Guelland/dapd

Bild: AP dapd

Zur Person

Thomas Straubhaar (62) ist seit 1999 Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere internationale Wirtschaftsbeziehungen, an der Uni Hamburg. Von 2005 bis 2014 war Straubhaar zudem Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts. Er studierte in Bern und ist in Interlaken aufgewachsen.

In die Schweiz: Der Bundesrat hat bislang erst zehn Milliarden Soforthilfe gesprochen. Das ist wenig im Vergleich zu anderen Ländern. Wie beurteilen Sie das zögerliche Vorgehen der Landesregierung?
Ich muss den Bundesrat etwas in Schutz nehmen. Wenn ich die nächsten Monate irgendwo auf der Welt leben möchte, dann in Mitteleuropa und besonders in der Schweiz oder Deutschland. Hier sind die Voraussetzungen vergleichsweise weitaus am besten, die Krise zu bewältigen. Der Bundesrat ist nun gut beraten, nichts zu überstürzen und die einzelnen Massnahmen genau abzuwägen. Bei jeder Krisenbewältigung gibt es die Tendenz, zu überborden. Die richtige Balance zu finden, ist sehr schwierig. Denn es geht für viele Menschen um Leben und Tod, aber eben auch um existenzielle Bedrohungen jenseits des Coronavirus. Es darf nicht sein, dass Unternehmen Finanzhilfen massenhaft missbrauchen können. Ein Beispiel: In Deutschland versucht etwa gerade die aus strukturellen Gründen ohnehin angeschlagene Autoindustrie, die Corona-Krise auszunutzen, um an Staatsgelder zu kommen.

Ob Barbesitzer, Coiffeuse oder Kulturveranstalter: Die Krise trifft besonders Selbstständigerwerbende hart. Dies, weil sie weder Kurzarbeit beantragen können noch Arbeitslosengeld erhalten. Dänemark etwa zahlt nun den Betroffenen ab sofort 80 Prozent des Lohnes. Muss die Schweiz nachziehen?
Unbedingt, es braucht jetzt massive Soforthilfen für die Wirtschaft. Der Staat muss sofort einspringen. Und zwar zu allererst für die Kleinbetriebe. Sonst droht tausenden KMU's der Bankrott. Das wäre verheerend für die Wirtschaft und die Gesellschaft.

Braucht es jetzt ein Grundeinkommen für alle?
Ich habe schon lange in der Vergangenheit für ein Grundeinkommen plädiert. Aber jetzt ist der falsche Zeitpunkt dafür. Diese Diskussion müssen wir nach der Krise führen, sie ist dringender denn je. Konsumchecks im Wert von 1000 Dollar in die Haushalte zu schicken, wie das die USA jetzt tun, trifft eben momentan nicht den Kern der Sache – die Menschen sollen ja zuhause bleiben und nicht shoppen gehen. Vielmehr sollte der Staat beispielsweise Steuern stunden und Firmen zinslose, langlaufende Kredite geben.

Blicken wir nach Italien. Das Land ist auch in normalen Zeiten knapp bei Kasse. Droht dort jetzt wegen des landesweiten Lockdowns eine Massenarbeitslosigkeit?
Es ist noch viel zu früh zu sagen, welche Effekte der Lockdown tatsächlich auf Italien hat. Dort genauso wie auch im übrigen Europa. Es ist gut möglich, dass die Menschen in Zukunft wieder viel stärker auf die lokale Produktion zurückgreifen, lokale Dienstleistungen vor ausländischen bevorzugen. Die Wirtschaft wird sich irgendwann wieder stabilisieren, aber auf tieferem Niveau. Die Lebensbedingungen werden sich im Schnitt aber verschlechtern. Nicht nur in Italien.

«Es ist gut möglich, dass die Menschen in Zukunft wieder viel stärker auf die lokale Produktion zurückgreifen. Lokale Dienstleistungen vor ausländischen bevorzugen.»

Sie sagen, die Leute bevorzugen nach der Krise wieder vermehrt lokale Produkte. Bedeutet das Coronavirus das Ende des Kapitalismus?
Ich habe schon bei der Klimadiskussion, Big Data, und der künstlichen Intelligenz gesagt, dass wir wirtschaftliche Dinge radikal neu denken müssen. So wie bis anhin kann und darf es nicht weitergehen – gerade auch der ökonomischen Effizienz wegen. Aber mitten in der Corona-Krise ist der falsche Zeitpunkt, um über einen Systemwechsel zu diskutieren. In den nächsten ein, zwei Jahren geht es um existenzielle Probleme: Wie verhindern wir, dass zu viele Menschen gesundheitlich zu stark leiden? Wie verhindern wir Massenarbeitslosigkeit? Wir müssen dafür sorgen, dass sich aus der Corona-Krise keine gesellschaftliche Krise entwickelt.

Bei jeder Krise gibt es Gewinner. Wer sind die beim Coronavirus?
Die Digitalisierung beschleunigt sich massiv. Und der Onlinehandel profitiert natürlich extrem. Ich bestelle nun fast alle Produkte online. Das habe ich vorher nicht in diesem Ausmass gemacht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rudolf_k 19.03.2020 20:38
    Highlight Highlight Finanzhilfen an Grossunternehmen müssen an klare Bedingungen geknüpft werden: Keine Boni, keine Aktienrückkäufe und keine Entlassungen.
  • S. L. 19.03.2020 17:50
    Highlight Highlight In ein paar Monaten ist wieder alles beim Alten- die Reichen sind reicher, die anderen ärmer geworden. Und das geht immer so weiter, bis auch der letzte Kopf total überschuldet ist.
    • Hansdamp_f 19.03.2020 20:03
      Highlight Highlight Was für ein Quatsch. Hauptsache Klassenkampf.

      EIN Blick auf die Börse zeigt, dass Du falsch liegst.
    • S. L. 19.03.2020 20:39
      Highlight Highlight ACH JA? Wer verdient denn daran wenn die Kurse wieder steigen danach? Die Obdachlosen oder die Besitzer von Hedgefonds und anderen Firmen? Wer verliert wenn der Ölpreis steigt? Der Obdachlose oder der Besitzer von Ölfirmen?
  • Ueli der Knecht 19.03.2020 17:24
    Highlight Highlight «Wir müssen wohl eine Weile von der Hand in den Mund leben»

    Nicht vergessen, vorher die Hände zu waschen!
  • Bene86 19.03.2020 16:46
    Highlight Highlight Und plötzlich empfinde ich die Idee, die "gesunde" Bevölkerung durchseuchen zu lassen gar nicht mehr so verkehrt bzw. zumindest ein Gedanke wert.
    • In vino veritas 19.03.2020 18:52
      Highlight Highlight 🤦‍♀️. Informiere dich bitte. Aber NICHT auf Facebook, WhatsApp oder YouTube. Nutze eine seriöse Quelle. Zum Beispiel hat sich das Robert Koch-Institut vor kurzem dazu geäussert.
    • Hierundjetzt 19.03.2020 18:53
      Highlight Highlight Klar. Warum auch nicht einfach was schreiben?

      Und jetzt rechnen wir mal gemeinsam:

      - Mortailitätsrate: 3%
      - CH: 8 Mio Einwohner.

      = Deine Idee: 240‘000 Tote 👍🏼
  • Lucas29 19.03.2020 16:17
    Highlight Highlight und das ganze nur, damit es ein paar weniger Tote gibt...
    • Korrektiv 20.03.2020 00:32
      Highlight Highlight Nein, damit das Gesundheitssystem nicht kollabiert. Hast du das echt immer noch nicht begriffen?
  • Katzen und Faulenzen 19.03.2020 15:31
    Highlight Highlight Na toll, hört sich ja super optimistisch an 😒 die hart angesparten, lange ersehnten Sommerferien einfach kübeln... Angst um den Job haben... Ausgangsperren. Hört sich ja richtig toll an ein, zwei Jahre so zu leben 😢
    • Hierundjetzt 19.03.2020 17:08
      Highlight Highlight Und? Besser als der Tod.

      Jaja nur 3% Mortalitätsrate blabla

      Wenn ich Dir eine Packung M&M gebe und Dir sage 3 davon sind tödlich, isst Du dann die Packung?

      Eben
    • Schlüsselmacher 19.03.2020 17:25
      Highlight Highlight Ich denke in herausfordernden Zeiten wie diesen ist es wichtig, sich solidarisch zu zeigen. Altruismus statt Egoismus. Es ist die Rückkehr zu einem einfacheren Leben und der Betonung und Erhaltung der grundlegenden und relevanten Werte.

      Eine Sommerferien-Reise mag schön sein, doch es ist ein verzichtbares Luxusgut. Wenn Sie bedanken, wie es anderen geht und was zurzeit für die Gesellschaft, für uns alle, wichtig ist, werden Sie den Frust darüber bestimmt bald hinter sich lassen können.

      Mit freundlichen Grüssen
    • Katzen und Faulenzen 19.03.2020 19:04
      Highlight Highlight Ich wollte nicht egoistisch klingen, ganz im Gegenteil. Die Gesundheit steht auch bei mir an erster Stelle, die Massnahmen sind schon absolut korrekt. Ich wollte nur sagen, dass ich wahnsinnig traurig wäre über die Ferien, da ich dafür gespart hatte und mir zum ersten Mal (bin ü30) etwas „besseres“ gegönnt habe. Geld wirds wohl nicht zurückgeben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • n3rd 19.03.2020 14:49
    Highlight Highlight Wo hat sich eigentlich unser sehr geschätzte Herr Wirtschaftsminister versteckt? Mir wäre jetzt nicht aufgefallen, dass von dem in den letzten Tagen ein substanziell wichtiges Statement gekommen ist.
    • Hierundjetzt 19.03.2020 17:51
      Highlight Highlight Wir haben einen Wirtschaftsminister?
    • In vino veritas 19.03.2020 19:03
      Highlight Highlight Der hat sich in seinem Weinkeller eingesperrt und trinkt sich Mut an, weil er noch keinen Plan hat, wie er handeln soll. Jetzt soll er an einem Tag mit seinem Beraterstab grob Hilfsmassnahmen skizzieren. Die Idee, z. B. Selbstständigen, Stundenlöhnern oder Temporären ausnahmsweise auch Kurzarbeit zu gewähren ist ihm halt schon zu konkret...
  • Gubbe 19.03.2020 14:43
    Highlight Highlight Schon wieder einer, der sich profilieren will. Ich denke, wir wissen alle, dass es idiotisch ist, zB. Gärtnereien zu schliessen. Bald rückt das Pflanzen näher und die Spezialisten dafür haben geschlossen. Ich möchte nicht auf eigene Tomaten, Kartoffeln usw. verzichten.
    Ich denke nicht, dass bisher die KMUs vergessen gingen. Der BR ist sicher daran, eine Kostenrechnung zu erstellen, um eben Eigner zu unterstützen, wenn sie schliessen mussten. Beispiel Coiffeure.
    • Hierundjetzt 19.03.2020 17:11
      Highlight Highlight IchIchIch es geht mal zur Abwechslung nicht um Dich

      Was interessiert bei einer Pandemie Deine Bintjes?

      Dafür gibts die Migros.

      Nächstes Jahr kannst Du wieder Urban Gardening im Holzfass machen

    • bbelser 19.03.2020 17:48
      Highlight Highlight Mensch, Gubbe, das läuft doch alles auch über Versand (Lubera, Meier etc.)
    • skisandtrail 20.03.2020 06:22
      Highlight Highlight Jeder der selber was anbauen kann ist zur Zeit gut beraten dies zu tun.

      Ich stecke tief in der Landwirtschaft drin, was ich da zu hören bekomme, würde mir Sorgen bereiten.
      Zur Zeit erhalten Einzelne keine Saaten mehr, wenns schlecht läuft sinds bald mehr und plötzlich viele.

      Viele werden Probleme haben nun diverses zu setzen und pflanzen, weil die Srbeiter fehlen usw...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Rückbauer 19.03.2020 14:42
    Highlight Highlight Straubhaar hat ja auch gesagt, die Strafzinsen müssten jetzt akzeptiert werden, basta.
    Eine solche Haltung mag bei den Teutonen noch ankommen, in der Schweiz käme er damit wohl nicht gut an. Und wegen der Hand in den Mund: Gehe er damit voraus, der Dummplauderi.
    Straubhaar ist unausstehlich. Gerade in der Krise müssen Systemwechsel diskutiert werden. Und wir müssen die Versager beim Namen nennen, wie in der französischen Revolution. Komfortzonen ade. Sonst passiert nichts, nix mit seid lieb aufeinander.
    • mrmikech 19.03.2020 17:07
      Highlight Highlight 👍
      Benutzer Bild
    • BVB 19.03.2020 22:21
      Highlight Highlight Ok.
      Es sollte aber keinen Systemwechsel geben, weil es kein besseres bzw. gutes System gibt.
  • Walter Flickenteppich Ballaballa 19.03.2020 13:42
    Highlight Highlight Feiner Pinkel hat gut sinnieren...
  • Filipposchubser 19.03.2020 13:23
    Highlight Highlight Nach dem durchlesen diese Textes gibts für mich nur eine Erkenntnis: Alles Binsenweisheiten, nichts was wir nicht alle selbst schon erahnen.
  • Itallion 19.03.2020 13:21
    Highlight Highlight Stimmt nicht. Hier ist es ein Kampf gegen einen Virus, 9/11 wurde ein Kampf gegen Waffen und hat viel mehr Tote, Flüchtlinge usw. gebracht.
  • Suigarah 19.03.2020 13:19
    Highlight Highlight «Im Vergleich zur Corona-Krise waren 9/11 oder der Finanzmarkt-Crash von 2008 bescheidene, kurzfristige Ereignisse.» Kurzfristiges Ereigniss? 9/11? Damit wurde jahrelang Folter und Massenmorde begründet. Noch heute hallt 9/11 nach. Stichwort Vorratsdatenspeicherung/Überwachung. Auch die Finanzkriese ist nicht fertig. Sie wurde damals nur auf später verschoben. Je nachdem wie schlimm es am Ende ist, ist es ev. doch angebracht über einen Systemwechsel nachzudenken. Es kann nicht tiefer als zum Boden gehen. Glaube nicht, dass nach dem aufrappeln die Leute lust auf Wirtschaftsexperimente haben.
    • Saraina 19.03.2020 14:44
      Highlight Highlight Er meint wirtschaftlich, Menschenrechte, Menschenleben und Freiheit interessieren ihn nicht. Mit der Finanzkrise, die nur vor sich her geschoben wurde, hast du natürlich recht.

      Und es ist sehr sinnvoll, dass sich Alle Gedanken über einen Systemwechsel machen, der im Interesse aller ist, und nicht nur der Banken und Reichen. Denn die überlegen auf jeden Fall, wie sie die Situation zu ihren Gunsten nutzen können.
  • Clever&Smart 19.03.2020 13:16
    Highlight Highlight Nicht vergleichbar mit 9/11. Auch wenn ich verstehe dass ein Wirtschaftsprofessor nur den wirtschaftlichen Teil unserer Gesellschaft beurteilt. Doch es ist eine sehr einseitige Beurteilung. Krieg ist wohl für den Professor nur dann Krieg wenn er ihn spüren kann. Ob man seine Aussage im nahen Osten auch so sieht ?
    Zudem hat sich die Wirtschaft aus der Finanzkrise 2008 gar nie richtig erholt. Man hat ständige Pflästerli-Politik betrieben damit es so aussieht. Das Corona-Virus hat nun diese Pflaster alle wieder weggefegt, leider und tragisch. Nicht nur bezüglich Klima muss Wirtschaft umdenken.
  • Todesstern 19.03.2020 13:15
    Highlight Highlight «Ich vermute, dass wir die nächsten ein bis zwei Jahre von der Hand in den Mund leben müssen.»

    Gibt schon viele die das auch vor Corona mussten... 🙄
    • Astrogator 19.03.2020 13:55
      Highlight Highlight Dann kannst du dir ja bei der grossen Solidarität in der Schweiz (Abbau, ALV, IV, Sozialhilfe) denken was es für die bedeutet die jetzt schon wenig haben.

      Ich höre schon die Stimmen die nach der Krise nach noch mehr Steuersenkungen schreien, Wirtschaft entlasten....
    • Gubbe 19.03.2020 14:46
      Highlight Highlight Ja, auch das Sinnlose Einkommen gehört dazu.
    • Todesstern 19.03.2020 17:58
      Highlight Highlight Genau darauf will ich hinaus Astrogator.

      Gubbe hast ein Troll zu Frühstück gegessen?
  • bebby 19.03.2020 13:12
    Highlight Highlight Straubheer redet jetzt vom Worst case...1-2 Jahre wäre zum ersten Mal in den letzten 200 Jahren. Base case ist eine Welle und die ist im Winter vorbei, weil man dann eine Herdenimmunität und ausgebaute Gesundheitsversorgung hat
    Panikmache dieser Art ist nicht hilfreich.
    Und selbst wenn es eine 2. Welle gäbe, könnte die harmloser sein.
    Dazu kommt, dass die arbeitstätige Bevölkerung nicht gefährdet ist und die Demografie sich verjüngen wird.
  • Wolf von Sparta 19.03.2020 13:11
    Highlight Highlight Bin immernoch der Meinung, dass der Virus bei wärmer werdenden Temperaturen also 25 Grad + "abstirbt" und sich verzieht. Natürlich weiss ich es nicht und die Massnahmen sind gut aber wenn ich mir alleine schon Süditalien anschaue wo es weniger hat als im Norden oder Afrika wo praktisch gar keiner ist. Was natürlich als absolutes Vorbild gilt ist Russland. Die haben ohne grosse Faxen alles dicht gemacht und somit auch praktisch keine Infizierten. Was denkt ihr?
    • Ferd Blu 19.03.2020 13:39
      Highlight Highlight Russland hat infizierte. Aber fast alle die aus dem Ausland zurückkamen. Bei jedem Infizierten, werden auch noch drei Leute mit denen der Infizierte am meisten Kontakt hatte, mit in Quarantäne gestellt. Um eine Verbreitung zu verlangsamen. Dies scheint mir eine gute Strategie zusein. Russland hat früh alles dicht gemacht. Schon im Januar schlossen sie ihre Grenzen zu China. Und sie lassen jetzt keine Ausländer rein. Auch niemanden mehr raus.
    • Ferd Blu 19.03.2020 13:39
      Highlight Highlight Wegen den Temperaturen scheinst du falsch zuliegen... Auch in Australien, Brasilien und anderswo wo der Sommer herrscht, breitet sich dieses Virus aus.
    • Garp 19.03.2020 13:40
      Highlight Highlight Russlandtroll?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rolf_N 19.03.2020 13:07
    Highlight Highlight Der Straubhaar postulierte in "die Welt" auch, dass man sämtliche jungen, aktiven und gesunden Menschen infizieren sollte, weil dies den geringsten ökonomischen Schaden verursache sollte. Wieso gebt ihr solchen Leuten noch eine Platform?
    • Aladdin 19.03.2020 16:52
      Highlight Highlight Die Idee, gezielt junge, gesunde Menschen zu infizieren, war ja auch eine Überlegung wert, Rolf.
      Wie die Idee, Land oder Wald anzuzünden um einen Waldbrand zu stoppen. Tönt verrückt aber funktioniert. Das heisst „Feuerschneise“.
      Analog dazu würde das Virus nach zirka einem Monat kaum mehr auf ansteckbare Menschen treffen. Das Thema, was das medizinische und die Kapazitäten angeht, hätte sich erledigt.
  • Skeptischer Optimist 19.03.2020 13:05
    Highlight Highlight Na, ja. Der Professor scheint hier "ökonomische Effizienz", aka Systemschutz, immer noch sehr hoch zu gewichten.

    Der Zeitpunkt erscheint mir richtig, die Macht der Finanzindustrie zu brechen, die ihren Leuten viel Geld zahlt um in Panik auszubrechen, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Ausser Leerverkäufen ist von dieser Zunft in dieser Situation nichts zu erwarten.
  • Bayon 19.03.2020 13:03
    Highlight Highlight ......wenn ich die nächsten Monate irgendwo auf der Welt leben möchte, dann in Mitteleuropa und besonders in der Schweiz oder Deutschland.....

    Hier habe ich aufgehört zu lesen!
    • Aladdin 19.03.2020 16:54
      Highlight Highlight Interessant. Weshalb hast du aufgehört zu lesen? Bist du müde geworden?
    • Bayon 19.03.2020 18:45
      Highlight Highlight Genau, sehr müde sogar.....
  • glukgluk 19.03.2020 13:00
    Highlight Highlight Was für ein Clickbait-Titel. Um es mit den Worten des Professors zu sagen: „Solche historischen Krisen darf man nicht miteinander vergleichen, das ist ethisch-moralisch nicht gerechtfertigt.“
  • Ferd Blu 19.03.2020 12:57
    Highlight Highlight Das Verhalten der Regierungen die Wirtschaft massiv herunterzufahren könnte sich als das wahre Problem erweisen. Es gibt Wissenschaftler die meinen das man 18 Monate ausharren sollte bis ein Impfstoff gefunden wird, das sind unethische und unverantwortliche Vorschläge. Man muss eine gesunde Balance finden zwischen Verlangsamung der Ausbreitung und Aufrechterhaltung der Stabilität. Man kann nicht auf unverantwortliche „Experten“ hören die 18 Monate Abriegelung fordern.
    • bebby 19.03.2020 15:16
      Highlight Highlight Deshalb wägt man solche Massnahmen immer auch ab. Keiner will, dass die Menschen depressiv werden und Suizid begehen, weil sie eingesperrt sind. Oder dass die Arbeitslosigkeit durch die Decke geht, nur um die Verbreitung zu bremsen.
      Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass die jetzigen Massnahmen wieder aufgehoben werden, sobald die Wirkung der Massnahmen keinen grossen Nutzen mehr bringt, entweder weil eh schon fast alle infiziert sind oder der Peak erreicht ist.
      Das kann man in Asien zur Zeit beobachten.
  • Leon1 19.03.2020 12:54
    Highlight Highlight Ja genau, die KMU & Selbständigen brauchen SOFORT Informationen. Das ist auch das einzige, das man dem Bundesrat wirklich ankreiden kann - das hat man total verschlafen.

    Schon bei der ersten Pressekonferenz zum Totalverbot einiger Branchen der Wirtschaft hätte nebst den BR Sommaruga, Berset und Amherd UNBEDINGT auch Parmelin sitzen und seinen Fahrplan erklären müssen.

    Dass man nicht sofort Lösungen aus dem Hut zaubern kann ist geschenkt, aber dass man erst nach dem zweiten Nachfragen eines Journalisten überhaupt das Thema angesprochen hatte war ein riesiges Versäumnis!
  • watsinyourbrain 19.03.2020 12:47
    Highlight Highlight Wenn mans als trigger des Zweiten Irakkriegs ansieht, wars nicht ganz so bescheiden...

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