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Ein zerstörtes Reaktorgebäude des Atomkraftswerks Fukushima Daiichi. 
Ein zerstörtes Reaktorgebäude des Atomkraftswerks Fukushima Daiichi. 
Bild: AP Corbis Pool
Drei Jahre nach der Katastrophe

Wettlauf gegen die Zeit – wie die Atomreaktoren von Fukushima Mensch und Umwelt weiter verseuchen

Verseuchtes Grundwasser, Lecks in den Tanks und die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe. Drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima bleibt die Lage prekär. Das sind die wichtigsten Baustellen.
11.03.2014, 13:1011.03.2014, 18:09

Die Unfallserie begann vor drei Jahren, am 11. März 2011 um 14:47 Uhr: In Block I bis III des japanischen Atomkraftwerks Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen. Grosse Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel. 150'000 Einwohner waren gezwungen, das Gebiet zu verlassen, nur ein kleiner Teil kehrte zurück. Hunderttausende Tiere verendeten. 

Heute, drei Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe, zeigt sich: Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi bleibt dramatisch. Experten gehen davon aus, dass die Entsorgungsarbeiten 30 bis 40 Jahre dauern, geschätzte Kosten: 190 Milliarden Euro.

Anfangs März hat die Betreiberin Tepco auf Druck der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ein Faktenblatt veröffentlich, wie die Sicherung der zerstörten Anlage im Detail aussieht.

Das sind die wichtigsten Baustellen:

Radioaktives Kühlwasser

Bild: AP POOL Bloomberg

Laut der Betreiberin Tepco braucht es täglich 400 Kubikmeter Wasser, um die Reaktoren I bis III, in denen die Brennstäbe ganz oder teilweise geschmolzen sind, zu kühlen. Konsequenz: Das Kühlwasser wird verseucht. In den Anlagen wird aber nicht nur Kühlwasser, sondern auch Grundwasser kontaminiert. Zusammen sind es 800 Kubikmeter täglich.

Verseuchtes Grundwasser

Bild: AP Kyodo News

Sauberes Grundwasser fliesst in das Untergeschoss der Reaktorgebäude, in dem sich hochradioaktives Wasser befindet. Das Grundwasser kontaminiert und gelangt über unterirdische Schächte ins Meer. Um das Grundwasser abzufangen, wurden bis zu 30 Meter tiefe Brunnen oberhalb des Reaktors gebohrt.

Lecks in den Tanks

Bild: EPA

Am 19. Februar liefen 100 Kubikmeter kontaminiertes Wasser aus den Tanks. Die gemessene Radioaktivität war gleich hoch wie beim bisher grössten Leck im vergangenen August, als sich 300 Kubikmeter Wasser den Weg ins Freie bahnten. Inzwischen lagern in Hunderten von Tanks über 430'000 Kubikmeter verseuchtes Wasser. Tepco rechnet bis 2016 mit einem Platzbedarf von über 800'000 Kubikmeter.

Geschmolzene Brennstäbe

Bild: EPA

Nach Angaben der Betreiberin Tepco wurden aus dem Reaktorgebäude IV von den unversehrten 1533 Brennstäben bis Anfang März 418 geborgen. In den Reaktoren I bis III befinden sich noch weitere 1573 geschmolzene Brennstäbe mit einem Gesamtgewicht von über 267 Tonnen. Sie sollen sich in einem stabilen Zustand befinden. Gehoben werden die zerstörten Elemente nicht vor 2020.

Unterirdische Mauer

Bild: EPA

Mit einer unterirdischen Eismauer soll die Kontamination von Grundwasser eingedämmt werden. Seit November arbeitet Tepco an diesem Projekt. Die Wassersperre soll 30 Meter tief und 1,4 Kilometer lange werden und aus gefrorenem Untergrund bestehen. Damit, so erhofft sich die Betreiberin Tepco, kann der versehrten Reaktoren komplett eingeschlossen werden. Die Mauer soll bis Oktober 2015 fertiggestellt werden.

Atomkraftwerke sollen wieder ans Netz
Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte an, dass die rechtskonservative japanische Regierung wieder Kernkraftwerke ans Netz bringen will.

Bis zum heutigen Tag sind alle 48 kommerziellen Atomreaktoren in Japan noch vollständig heruntergefahren. Aus diesem Grund importiert Japan nun seit längerer Zeit verstärkt Gas und Öl für Wärmekraftwerke. Diese hohen Energiekosten belasten die Wirtschaft und sollen durch das Hochfahren der Atomreaktoren gedrückt werden. (sda)
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