Wirtschaft
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The crippled Fukushima Dai-ichi nuclear power plant is seen through a bus window in Okuma, in Fukushima prefecture Wednesday, June 12, 2013.  More than two years after Japan’s nuclear disaster, damaged vehicles, twisted metal and other debris remain strewn about the Fukushima plant. Scores of pipes and hoses cover the ground in some places, either part of the company’s makeshift cooling system or left over from the meltdown.(AP Photo/Noboru Hashimoto, Pool)

Ein zerstörtes Reaktorgebäude des Atomkraftswerks Fukushima Daiichi.  Bild: AP Corbis Pool

Drei Jahre nach der Katastrophe

Wettlauf gegen die Zeit – wie die Atomreaktoren von Fukushima Mensch und Umwelt weiter verseuchen

Verseuchtes Grundwasser, Lecks in den Tanks und die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe. Drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima bleibt die Lage prekär. Das sind die wichtigsten Baustellen.

Die Unfallserie begann vor drei Jahren, am 11. März 2011 um 14:47 Uhr: In Block I bis III des japanischen Atomkraftwerks Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen. Grosse Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel. 150'000 Einwohner waren gezwungen, das Gebiet zu verlassen, nur ein kleiner Teil kehrte zurück. Hunderttausende Tiere verendeten. 

Heute, drei Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe, zeigt sich: Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi bleibt dramatisch. Experten gehen davon aus, dass die Entsorgungsarbeiten 30 bis 40 Jahre dauern, geschätzte Kosten: 190 Milliarden Euro.

Anfangs März hat die Betreiberin Tepco auf Druck der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ein Faktenblatt veröffentlich, wie die Sicherung der zerstörten Anlage im Detail aussieht.

Das sind die wichtigsten Baustellen:

Radioaktives Kühlwasser

FILE - In this Nov. 7, 2013 file photo, a Tokyo Electric Power Co. employee wearing a protective suit and a mask stands next to the spent fuel pool inside the building housing the Unit 4 reactor at the Fukushima Dai-ichi nuclear power plant in Okuma, Fukushima Prefecture, Japan. Workers will begin removing radioactive fuel rods Monday, Nov. 18, 2013,  from one of four reactors at the crippled Fukushima Dai-Ichi nuclear power plant, Tokyo Electric Power Co. said. The painstaking and risky task is a crucial first step toward a full cleanup of the earthquake and tsunami-damaged plant in northeastern Japan. (AP Photo/Tomohiro Ohsumi, File)

Bild: AP POOL Bloomberg

Laut der Betreiberin Tepco braucht es täglich 400 Kubikmeter Wasser, um die Reaktoren I bis III, in denen die Brennstäbe ganz oder teilweise geschmolzen sind, zu kühlen. Konsequenz: Das Kühlwasser wird verseucht. In den Anlagen wird aber nicht nur Kühlwasser, sondern auch Grundwasser kontaminiert. Zusammen sind es 800 Kubikmeter täglich.

Verseuchtes Grundwasser

Japanese Trade Minister Toshimitsu Motegi, right, in protective gear inspects storage tanks at the Fukushima Dai-ichi nuclear plant at Okuma in Fukushima prefecture, northern Japan, Monday, Aug. 26, 2013. Motegi pledged urgent action Monday to curb leaks of radiation-contaminated water from the crippled Fukushima Dai-Ichi nuclear plant. Motegi told reporters that lax maintenance by the plant’s operator was largely to blame for leaks of water from storage tanks surrounding the plant on Japan’s northeastern coast, which suffered triple meltdowns after the massive earthquake and tsunami in 2011. “The urgency of the situation is very high,” Motegi said. “From here on the government will take charge.” (AP Photo/Kyodo News, Pool) JAPAN OUT, MANDATORY CREDIT

Bild: AP Kyodo News

Sauberes Grundwasser fliesst in das Untergeschoss der Reaktorgebäude, in dem sich hochradioaktives Wasser befindet. Das Grundwasser kontaminiert und gelangt über unterirdische Schächte ins Meer. Um das Grundwasser abzufangen, wurden bis zu 30 Meter tiefe Brunnen oberhalb des Reaktors gebohrt.

Lecks in den Tanks

epa03848740 (FILE) A file handout picture taken on 23 August 2013 and provided by the Japan Nuclear Regulation Authority shows Japan Nuclear Regulation Authority (NRA) members wearing protective suits and masks inspecting makeshift storage tanks to store contaminated water at Tokyo Electric Power Co. (TEPCO) Fukushima Daiichi nuclear power plant crippled by tsunami following the massive earthquake in March 2011 in Okuma, Fukushima Prefecture, northeast of Tokyo, Japan. According to media reports on 03 September 2013, Japan said that it would spend over 47 billion yen (470 million US dollars) in an effort to reduce the amount of radioactive water leaking from the site of the crippled Fukushima nuclear power plant.  EPA/JAPAN NUCLEAR REGULATION AUTHORITY / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Am 19. Februar liefen 100 Kubikmeter kontaminiertes Wasser aus den Tanks. Die gemessene Radioaktivität war gleich hoch wie beim bisher grössten Leck im vergangenen August, als sich 300 Kubikmeter Wasser den Weg ins Freie bahnten. Inzwischen lagern in Hunderten von Tanks über 430'000 Kubikmeter verseuchtes Wasser. Tepco rechnet bis 2016 mit einem Platzbedarf von über 800'000 Kubikmeter.

Geschmolzene Brennstäbe

epa03964444 A photo made available on 25 November 2013 provided by Tokyo Electric Power Co. (Tepco) shows a nuclear fuel rod lifted from a cask to be transfered to a new pool located some 100 meters away from the No. 4 reactor unit where more than 1,500 nuclear fuel rods are scheduled to be removed at the crippled Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant in Okuma, northeast of Tokyo, Fukushima Prefecture, Japan, 22 November 2013. The recovery of the fuel rods from No. 4 reactor unit would take around a year. The 1,533 fuel rods currently lying among rubble in the cooling pond of reactor number 4 are considered one of the greatest ongoing dangers at the plant, along with the leaking of contaminated water.  EPA/TEPCO / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Nach Angaben der Betreiberin Tepco wurden aus dem Reaktorgebäude IV von den unversehrten 1533 Brennstäben bis Anfang März 418 geborgen. In den Reaktoren I bis III befinden sich noch weitere 1573 geschmolzene Brennstäbe mit einem Gesamtgewicht von über 267 Tonnen. Sie sollen sich in einem stabilen Zustand befinden. Gehoben werden die zerstörten Elemente nicht vor 2020.

Unterirdische Mauer

epa03650596 A handout photograph taken in mid-February 2013 and released by the Tokyo Electric Power Co. (TEPCO) on 21 February 2013 shows debris on the fuel rack at the spent fuel pool of the No. 3 reactor at Fukushima Daiichi nuclear power plant in Fukushima prefecture, northeastern Japan. The cooling system for the spent fuel storage at reactor No. 3 of Japan's stricken Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant has started working again after a stoppage, a news report said 05 April 2013. An alarm went off at 2:27 pm (0527 GMT) indicating a problem with electrical equipment in reactor number 3, Kyodo News agency quoted the Nuclear Regulation Authority as saying.  EPA/TEPCO / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Mit einer unterirdischen Eismauer soll die Kontamination von Grundwasser eingedämmt werden. Seit November arbeitet Tepco an diesem Projekt. Die Wassersperre soll 30 Meter tief und 1,4 Kilometer lange werden und aus gefrorenem Untergrund bestehen. Damit, so erhofft sich die Betreiberin Tepco, kann der versehrten Reaktoren komplett eingeschlossen werden. Die Mauer soll bis Oktober 2015 fertiggestellt werden.

Atomkraftwerke sollen wieder ans Netz

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte an, dass die rechtskonservative japanische Regierung wieder Kernkraftwerke ans Netz bringen will. Bis zum heutigen Tag sind alle 48 kommerziellen Atomreaktoren in Japan noch vollständig heruntergefahren. Aus diesem Grund importiert Japan nun seit längerer Zeit verstärkt Gas und Öl für Wärmekraftwerke. Diese hohen Energiekosten belasten die Wirtschaft und sollen durch das Hochfahren der Atomreaktoren gedrückt werden. (sda)



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