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Boeing bläst Milliardendeal ab – Embraer will Schadenersatz

Fabrik des US-Flugzeugherstellers Boeing in Everett nördlich von Seattle. (Archivbild)
Fabrik des US-Flugzeugherstellers Boeing in Everett nördlich von Seattle. (Archivbild)Bild: AP

Boeing bläst Milliardendeal ab – Embraer will Schadenersatz

25.04.2020, 23:0525.04.2020, 23:05

Der US-Flugzeugbauer Boeing wird den brasilianischen Rivalen Embraer doch nicht übernehmen. Der Kauf von vier Fünfteln des Verkehrsflugzeugsgeschäfts von Embraer für 4,2 Milliarden Dollar sei gescheitert, teilte Boeing am Samstag mit.

Man habe sich in zweijährigen Verhandlungen letztlich nicht über die Bedingungen der Übernahme einigen können, erklärte der zuständige Boeing-Manager Marc Allen. Dies sei «zutiefst enttäuschend».

Embraer kündigte an, Schadenersatz zu fordern. Boeing wolle wegen hausgemachter Probleme aus der Kaufvereinbarung herauskommen und nutze angebliche Unstimmigkeiten als Vorwand, teilte Embraer auf die Erklärung Boeings hin mit. Die Firma sprach von einer unrechtmässigen Beendigung der Kaufvereinbarung.

Die Wettbewerbsbehörden hatten den Deal nach und nach durchgewunken, mit Ausnahme der Europäischen Kommission, die ihn zuletzt noch geprüft hatte. Durch den Kauf hätte Boeing sich Embraers Palette an kleineren Flugzeugen einverleibt. Das hätte die US-Amerikaner im Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus gestärkt.

Boeing erwähnte die Corona-Krise in der Meldung nicht. Doch klar ist, dass die Krise dem Geschäft der Flugzeughersteller heftig zusetzt, mit ungewissen langfristigen Folgen. Dazu kommt für Boeing noch das grosse Problem mit der 737 Max. Das Modell ist seit zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegt. Boeing stellt am 29. April seine Quartalszahlen vor. (sda/dpa)

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