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«Ein Hohn»: Veganer sind mit der Antwort der SBB alles andere als zufrieden

Die SBB bieten bald ein veganes Menü auf der Saisonkarte an. Das ist dem Veganer-Verein Swissveg jedoch zu wenig. Dass die SBB als Argument gegen ein grösseres veganes Angebot den Food Waste ins Feld führen, ärgert ihn besonders.

Maja Briner / ch media



ZUR HEUTIGEN VORSTELLUNG DES NEUEN CATERINGKONZEPTS DER SBB, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH, 28. SEPTEMBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Ein Kellner der elvetino AG serviert im fahrenden Speisewagen ein kuehles Bier an einen Passagier, aufgenommen am 27. Oktober 2005. Die elvetino AG, ein Tochterunternehmen der SBB, ist das fuehrende Bahngastronomieunternehmen in der Schweiz, entstanden aus der ehemaligen SSG und der Integration der Mitropa Suisse SA. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Veganer können der neuen Speisekarte der SBB nichts abgewinnen. Bild: KEYSTONE

Kein Fleisch, kein Fisch, keine Eier, keine Milchprodukte: Wer sich vegan ernährt, verzichtet auf einige Nahrungsmittel - und geht deswegen in manch einem Restaurant leer aus. Auch in den Bordrestaurants der SBB gibt es bisher keine warme Mahlzeit für Veganer, wie der Veganer- und Vegetarierverein Swissveg kritisierte. Die SBB haben das Anliegen inzwischen aufgenommen: Auf der Saisonkarte soll spätestens ab Juli ein veganes Gericht zu finden sein.

Das genügt Swissveg aber nicht. «Wir wünschen uns nicht nur ein saisonales veganes Hauptgericht, sondern eine ganzjährige vegane Hauptmahlzeit», erklärt Swissveg-Sprecherin Danielle Cotten. Das komme auch der Umwelt und den Tieren zugute.

Streit um Food Waste

Ein wenig aufgerüstet haben die SBB bereits: Seit April bieten sie «vegane Snacks und Salate» an, wie eine Sprecherin sagte. Wie klein die Auswahl für die Veganer ist, zeigt indes ein Blick in die aktuelle Speisekarte der SBB: Nur einer von drei Salaten ist vegan. Auch auf der Apéro-Karte kommt nur eines von fünf Angeboten für Veganer in Frage.

Eine SBB-Sprecherin erklärt das fehlende Angebot für Veganer damit, dass bisher schlicht die Nachfrage gefehlt habe. Und wenn die vegane Kost nicht verkauft werden kann, müssen die Gerichte laut SBB entsorgt werden, denn der Lagerplatz, etwa Kühlschränke, sei in den kleinen Küchen sehr beschränkt. Die Folge wäre Food Waste.

Dieses Argument kommt bei Swissveg-Sprecherin Cotten gar nicht gut an: «Von Food Waste zu sprechen, während die Karte Fleisch- und Milch-lastig ist, gleicht einem Hohn.» Die Herstellung von tierischen Produkten brauche viele Ressourcen und belaste die Umwelt stark. Das sei der effektive «Waste», so Cotten.

Veganer- statt Vegi-Menü?

Ein vegetarisches Menü auf der Speisekarte hat sich heute an vielen Orten etabliert, auch in den SBB-Bordrestaurants gibt es eine fleischlose Mahlzeit. Nach Ansicht von Swissveg wäre es indes wichtiger, ein veganes Menü anzubieten, denn: «Ein Vegetarier kann auf die vegane Option ausweichen», so Cotten. Umgekehrt geht dies nicht.

Überhaupt spreche ein veganes Menü nicht nur Veganer an, sondern zum Beispiel auch «Allergiker, religiöse Gruppen und Schwangere», argumentiert Cotten. Sie denkt dabei etwa an Menschen mit Laktoseintoleranz, die keine Milchprodukte konsumieren können, oder an Juden oder Muslime, die nur Fleisch essen, das koscher beziehungsweise halal ist.

«Ein veganes Menü schliesst niemanden aus», sagt Cotten. Ob tatsächlich auch eine Nachfrage nach veganem Essen in den SBB-Zügen besteht, muss sich allerdings erst noch zeigen.

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