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Arbeitslosenquote im Oktober nur noch bei 2,5 Prozent – Kurzarbeit markant rückläufig

08.11.2021, 07:5508.11.2021, 10:11

Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich zu Beginn des Herbstes 2021 weiter deutlich verbessert. Die Zahl der Arbeitslosen und die Arbeitslosenquote sind im Oktober erneut beide zurückgegangen. Und die Erholung dürfte noch weitergehen.

Insgesamt waren Ende des Berichtsmonats noch 116'733 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 3561 weniger als im Monat davor, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank damit im Vergleich zum Vormonat September auf 2,5 von 2,6 Prozent. Und auch die um saisonale Effekte bereinigte Arbeitslosenquote bildete sich weiter zurück auf 2,7 von 2,8 Prozent.

Der weitere Rückgang im Oktober kommt eher überraschend. Wie Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, an einem Call für Journalisten sagte, ist ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen und -quoten im Oktober gegenüber dem Vormonat «seit mindestens zehn Jahren unüblich». Die Erholung des Arbeitsmarktes sei entsprechend «ungebrochen stark» weitergegangen. Und auch Ökonomen hatten nicht mit dieser Entwicklung gerechnet. Sie gingen gemäss AWP-Umfrage von einer höheren Quote (2,6-2,7%) aus.

Nur wenige Kantone mit Anstieg

Die Erholung bleibe auch breit abgestützt, so Zürcher vom Seco weiter. Einen sehr starken (saisonbereinigten) Rückgang habe es etwa im Gastgewerbe gegeben, so dass die Quote dort nur noch 0,9 Prozentpunkte über dem Vor-Corona-Stand liege.

In Bezug auf die Regionen war die Arbeitslosigkeit im Oktober gemäss den Angaben in 20 Kantonen rückläufig, am stärksten in den Kantonen Zürich, Genf und Waadt. Eine Zunahme habe es derweil in Graubünden und Wallis gegeben, dies wegen des Beginns der Zwischensaison im Tourismus und Gastgewerbe im Oktober.

Und auch in den verschiedenen Altersgruppen ging die Erholung weiter. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit war im Oktober deutlich rückläufig. Eine Erholung gebe es aber auch bei den älteren Arbeitslosen, so Zürcher, wenn auch die Erholung dort etwas langsamer verlaufe.

Insgesamt ist die Verbesserung am Schweizer Arbeitsmarkt nach dem Corona-Schock im vergangenen Jahr beeindruckend. Bereits rund zwei Drittel des krisenbedingten Anstiegs hätten sich zurückgebildet, sagte Zürcher. Die Quote lag in den Monaten vor Beginn der Krise im Tiefpunkt bei 2,1 Prozent und war im Höchststand (Januar 2021) auf 3,7 Prozent gestiegen. Damals gab es fast 170'000 Arbeitslose - also rund 53'000 mehr als im vergangenen Monat.

Stark rückläufige Kurzarbeit

Auch in der sinkenden Kurzarbeit manifestiert sich die Erholung der Wirtschaft. Gemäss den letzten vorhandenen genauen Zahlen waren im August noch knapp 60'000 Personen von Kurzarbeit betroffen, gut 8000 weniger als im Monat davor. Diese Zahl dürfte gemäss Seco mittlerweile (Oktober) «deutlich unter 50'000» gefallen sein. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Krise im Frühling 2020 hatte für fast 1,1 Millionen Menschen Kurzarbeit gegolten, in der zweiten Corona-Welle war die Zahl dann im Februar 2021 nochmals auf über 400'000 geklettert.

Das Seco gibt sich auch für die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt optimistisch und erwartet eine Fortsetzung der «positiven Dynamik». Zwar könne es weiter zu einzelnen Strukturanpassungen etwa im Bereich Luftfahrt oder bei Zulieferern etwa in der Autoindustrie kommen, und wegen des Winters dürfte es auch zu einem saisonbedingten Anstieg in gewissen Branchen in den nächsten Monaten kommen. «Grundsätzlich sind und bleiben wir aber sehr zuversichtlich», sagte Boris Zürcher vom Seco abschliessend. (awp/sda)

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