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Managerlöhne 2025: Zwei CEOs haben die 20-Millionen-Marke geknackt

Vasant Narasimhan, Chief Executive Officer, Novartis, Switzerland, pictured during a plenary session in the Congress Hall of the 49th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzer ...
Novartis-CEO Vasant Narasimhan ist der Topverdiener unter den Topverdienern der Schweiz.Bild: KEYSTONE

Managerlöhne 2025: Zwei CEOs haben die 20-Millionen-Marke geknackt

27.03.2026, 11:07

Auch 2025 sind die Löhne und Boni der CEOs der grössten Unternehmen der Schweiz im Schnitt gestiegen. Zwei Manager erhielten sogar mehr als 20 Millionen Franken. Doch nicht überall ging es aufwärts.

Spitzenverdiener blieb wie im Vorjahr Vasant Narasimhan, der CEO von Novartis. Seine Gesamtentschädigung stieg um 30 Prozent auf 24,9 Millionen Franken. In seinen acht Jahren an der Spitze des Pharmariesen legte sein Jahreseinkommen jedes Jahr durchschnittlich um knapp ein Fünftel zu.

Dies zeigt eine Auswertung der Nachrichtenagentur AWP zu den CEO-Löhnen der 30 grössten Unternehmen an der Schweizer Börse. Bisher haben allerdings erst 24 der 30 Konzerne ihre Vergütungsberichte veröffentlicht.

Stefan Bollinger, der neue Chef der Bank Julius Bär, verzeichnete die grösste Gehaltssteigerung und rangiert damit auf dem zweiten Platz der Topverdiener. Er erhielt mit 24 Millionen Franken mehr als das Vierfache des Gehalts seines Vorgängers. Davon entfielen jedoch 60 Prozent auf Ausgleichszahlungen für entgangene Vergütungen bei seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs.

Nicht nur Gewinner in den Top 5

Die Gruppe der drei bestverdienenden Führungskräfte wird durch Galderma-Chef Flemming Ørnskov komplettiert. Der Hautpflegespezialist zahlte seinem CEO eine Vergütung von 17,6 Millionen Franken. Dies waren allerdings 8 Prozent weniger als im Vorjahr 2024, in dem der Lohn zudem lediglich für acht Monate ausgewiesen wurde.

Sergio P. Ermotti, Group Chief Executive Officer of Swiss bank UBS speaks during a delegates' meeting of the FDP party of the Canton of Zurich on Tuesday April 8, 2025 in Zurich, Switzerland. (KE ...
UBS-Chef Sergio Ermotti verdiente mit knapp 15 Millionen Franken gleich viel wie 2024.Bild: keystone

Auch David Layton, CEO der Partners Group, verdiente weniger und rutschte, verdrängt durch Bollinger und Ørnskov, in diesem Jahr um zwei Plätze auf Rang 4 ab. Sein Einkommen lag bei 15,9 Millionen Franken, was einem Rückgang von 6 Prozent gegenüber 2024 entspricht.

UBS-Chef Sergio Ermotti kommt mit seinen 14,9 Millionen Franken im Ranking nur noch auf dem fünften Platz. Er verdiente ungefähr gleich viel wie im Vorjahr.

Frau auf Platz 10

Innerhalb der bisher 24 veröffentlichten Berichte ist Géraldine Picaud, CEO von SGS, die bis dato einzige Frau im Ranking und in den Top 10. Im Jahr 2025 erhielt sie ein Gehalt von 8,1 Millionen Franken. Ebenfalls eine Frau an der Spitze eines SLI-Unternehmens ist Hanneke Faber bei Logitech. Bisher hat der Konzern seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2024/25 noch nicht veröffentlicht. Zwischen April 2023 und März 2024 verdiente sie mit 9,7 Millionen Franken mehr als Picaud. Damit würde sie sich auch in diesem Jahr unter den Top 10 platzieren.

Géraldine Picaud Geraldine
Géraldine Picaud hat es als einzige Frau in die Top 10 geshcaff.tBild: Andrea Zahler

Das Salär des neuen CEO von Nestlé, Philipp Navratil, beträgt für die ersten vier Monate 4,8 Millionen Franken. Hochgerechnet auf ein Jahr würde er damit das letzte volle Gehalt seines Vor-Vorgänger Mark Schneider deutlich übertreffen. Zum unmittelbaren Vorgänger Laurent Freixe machte Nestlé keine Angaben. Freixe war im vergangenen Herbst aufgrund einer Liebesbeziehung zu einer ihm unterstellten Managerin von seinem Amt freigestellt worden.

Sika-Chef erhielt weniger

Insgesamt zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild: Fast die Hälfte der CEOs verdiente weniger als im Vorjahr, etwa ein Drittel erhielt nur moderate Gehaltssteigerungen (zwischen 5 und 13 Prozent).

Deutlich geringere Vergütungen im zweistelligen Prozentbereich gab es unter anderem bei Sika. Ein Grund dafür war das Nichterreichen der von Experten und Analysten erwarteten Umsatzziele.

Bei der ausgewiesenen Entlöhnung erhalten die Manager nur Teile sofort und in bar ausbezahlt. Oft werden den CEOs Aktienpakete zugesprochen, die teilweise auch noch mehrere Jahre lang nicht verkauft werden dürfen und deren Wert sich entsprechend noch stark ändern kann. Für den Vergleich und die Analyse der CEO-Vergütungen wurden unterschiedliche Bewertungsmethoden vereinheitlicht. (pre/sda)

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stronghelga
27.03.2026 11:31registriert März 2021
Über 20 Millionen? Völlig verdient. Harte Arbeit, sich im kleinsten Zirkel gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und die eigene Unersetzlichkeit zu feiern. Dass der Rest der Gesellschaft das absurd findet, gehört zum Bonusprogramm. Ein bisschen Unverständnis von unten gibt die richtige Würze und macht das Ganze erst richtig exklusiv. „Marktgerecht“ heisst ja bekanntlich: Sie legen fest, was sie sich selbst wert sind. Und die meisten Aktionäre klatschen stets brav Beifall.
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juergen
27.03.2026 11:15registriert Juli 2025
Aus meiner Sicht lassen sich diese Saläre durch nichts rechtfertigen. "Tragen von Verantwortung", pfff... das ich nicht lache! Bei Entlassung winkt ja doch ein goldener Fallschirm. Und um die Ecke wartet auch schon das nächste Verwaltungsratsmandat.
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Hadock50
27.03.2026 12:11registriert Juli 2020
Man hätte die 1:12 Initiative damals annehmen sollen.

Es ist einfach grotesk.
Nichts aber auch gar nicht rechtfertigt so hohe Löhne.
Verantwortung übernehmen diese Herren ja nicht, wenn schief läuft.

30% mehr, 300% mehr Lohn, scheinen kein Problem zu sein bei den CEOs...aber wehe der kleine Büetzer möchte 1% mehr Lohn, dann bricht die Wirtschaft zusammen.
Danke für gar nichts.
😠
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