Wirtschaft
Schweiz

Bundesrat verlangt von Kantonen mehr Geld für Prämienverbilligungen

Bundesrat verlangt von Kantonen mehr Geld für Prämienverbilligungen

21.10.2020, 14:30
ZUR DISKUSSION DES STABILISIERUNGSPROGRAMM IM NATIONALRAT, DAS EINSPARUNGEN BEI DER FORSCHUNG, DER ENTWICKLUNGSHILFE UND DER PRAEMIENVERBILLIGUNG, NICHT JEDOCH BEI DER LANDWIRTSCHAFT VORSIEHT, STELLEN ...
Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat will die Kantone dazu verpflichten, mehr Geld für die Prämienverbilligungen bei der obligatorischen Krankenkassenversicherung bereitzustellen. Die Höhe des Betrags soll von den Bruttokosten im Gesundheitswesen abhängig gemacht werden.

Der Bundesrat lehnt die Volksinitiative «Maximal 10% des Einkommens für die Krankenkassenprämien (Prämien-Entlastungs-Initiative)» ab, stellt ihr aber einen indirekten Gegenvorschlag entgegen.

Die Initiative verlangt, dass Versicherte maximal 10 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für ihre Prämien aufwenden müssen. Die Prämienverbilligung soll zu mindestens zwei Dritteln durch den Bund und zum verbleibenden Betrag durch die Kantone finanziert werden.

Die Initiative lehne der Bundesrat ab, weil sie sich nur auf die Bezahlung der Hilfsgelder konzentriere, aber keine Massnahmen zur Reduktion der Kosten im Gesundheitswesen vorsehe, heisst es in der Mitteilung.

Antrag des Bundesrats

Der am Mittwoch in die Vernehmlassung geschickte Gegenentwurf sieht nun vor, dass die Kantone mehr Geld für die Prämienverbilligungen zur Verfügung stellen. Konkret sollen sie zu einem Mindestbetrag verpflichtet werden. Damit werde eine wichtige Forderung der Initiative erfüllt, teilte der Bundesrat mit. Die Höhe des Betrags soll von den Bruttokosten im Gesundheitswesen und der Prämienbelastung der Versicherten im betroffenen Kanton abhängen.

Der Gegenvorschlag ziele auf eine ausgewogene, transparente und nach einheitlichen Kriterien festgelegte Finanzierung der Prämienverbilligung ab. Zudem sollen so Anreize geschafft werden, die bereits geplanten oder neuen Sparmassnahmen im Gesundheitswesen von Seiten Bund und Kantone schneller und umfassender umzusetzen, hiess es weiter.

Die Kantone sind verpflichtet, Versicherten, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, eine Prämienverbilligung zu gewähren. 2019 erhielten 27 Prozent der Versicherten eine solche Verbilligung. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Till Lindemann geht auf Welt-Tournee und kommt auch in die Schweiz
«World Tour 2027» heisst die Konzertreise von Rammstein-Frontman Till Lindemann. Von den mehr als 50 internationalen Auftritten ist auch einer in der Schweiz geplant: am 1. November kommenden Jahres im Zürcher Hallenstadion.
Zur Story