Wirtschaft
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Geplatzte UPC-Übernahme: Sunrise-Führungsriege um CEO Olaf Swantee tritt zurück



Olaf Swantee, CEO Sunrise, preasentiert die neue 5G-Technologie beim Standort Oerlikon am Tag vor dem eigentlichen Medienevent am Dienstag, 26. Juni 2018, in Zuerich. (PPR/Aladin Klieber)

Olaf Swantee. Bild: PPR

Das Telekomunternehmen Sunrise wechselt nach der geplatzten Übernahme des Kabelunternehmens UPC Schweiz die Führungsspitze aus. Sunrise-Chef Olaf Swantee tritt per sofort von seinem Amt zurück. Der stark in die Kritik geratene Verwaltungsratspräsident Peter Kurer wird zudem an der Generalversammlung im April 2020 nicht mehr zur Neuwahl antreten.

Zum neuen Chef des zweitgrössten Schweizer Telekom-Unternehmens ist der bisherige Finanzchef André Krause ernannt worden, wie Sunrise am Freitag bekanntgab. Swantee werde ihn noch bis zur Generalversammlung 2020 im April unterstützen, um einen «reibungslosen Führungswechsel zu gewährleisten», heisst es in der Mitteilung. Swantee war fast vier Jahre lang CEO von Sunrise.

Der neue CEO Krause ist seit 2011 bei Sunrise. Als Finanzchef habe er den Börsengang von Sunrise und den späteren Verkauf der Mobilfunkmasten vorangetrieben, heisst es in der Mitteilung. Vor seiner Zeit bei Sunrise war der deutsche Staatsbürger bei Telefónica O2 Germany als Finanzchef tätig gewesen.

Keine Angaben zu Kurer-Nachfolge

Zur Nachfolge des noch bis im April 2020 im Amt verbleibenden VR-Präsidenten Kurer werden in der Medienmitteilung keinerlei Angaben gemacht. Neben Kurer wird auch Vizepräsident Peter Schöpfer an der Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Der Verwaltungsrat «bedaure die Entscheidung», heisst es in der Mitteilung.

Kurer ist seit dem April 2016 Verwaltungsratspräsident von des Telekommunikationsunternehmens. Dabei habe er die «Transformation von Sunrise erfolgreich überwacht», heisst es in der Mitteilung. Der abtretende Vizepräsident Schöpfer war laut den Angaben unter anderem massgeblich am Börsengang von Sunrise im Jahr 2015 beteiligt.

In den vergangenen Monaten war Kurer im Umfeld der missglückten UPC-Übernahme stark in die Kritik geraten. In den Medien war zuletzt immer wieder über seinen Rücktritt und über eine bereits laufende Suche nach einem Nachfolger spekuliert worden. Vor seiner Zeit bei Sunrise war Kurer der Öffentlichkeit als Mitglied der UBS-Konzernleitung bekannt, 2008/2009 hatte er bei der Grossbank als Nachfolger von Marcel Ospel das Amt des Verwaltungsratspräsidenten inne.

Aktionärs-Widerstand

Sunrise hatte im Februar 2019 bekanntgegeben, für rund 6,3 Milliarden Franken den Kabelnetzbetreiber UPC Schweiz von Liberty Global übernehmen zu wollen. Der Kauf war allerdings auf massiven Widerstand bei Aktionären gestossen, die vor allem den hohen Kaufpreis kritisiert und sich gegen eine Kapitalerhöhung gestemmt hatten.

Wegen der mangelnden Unterstützung wichtiger Aktionärskreise musste die Sunrise-Führung im Oktober eine ausserordentliche Generalversammlung zur Kapitalerhöhung absagen. Im November wurde dann der Kaufvertrag mit der Liberty Global gekündigt. Die Kosten für den gescheiterten Deal beliefen sich für Sunrise auf 120 bis 125 Millionen Franken.

(aeg/sda/awp)

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11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Turicum04 03.01.2020 22:04
    Highlight Highlight Der Buchhalter wird die Löhne drücken!
  • tolgito 03.01.2020 17:23
    Highlight Highlight Haha 😂 bis zur Generalversammlung 2020 im April unterstützen, um einen «reibungslosen Führungswechsel zu gewährleisten»... der ist echt gut 👌🏻
  • grandvlad 03.01.2020 15:48
    Highlight Highlight Soll doch upc sunrise kaufen 😏
  • grandvlad 03.01.2020 15:46
    Highlight Highlight Bei dem Jahresgehalt, würde ich ein Jahr arbeiten 🤣
  • P. Meier 03.01.2020 10:45
    Highlight Highlight Kann mir jemand erklären, wie bei einem geplatzten Kauf 120 Milionen Franken an Kosten entstehen?
    • Yannik Tschan 03.01.2020 10:56
      Highlight Highlight @P. Meier: Nebst Imageschaden (der meistens schwer zu beziffern ist) relativ hohe administrative Kosten wie Reisespesen, Anwälte, Notare, all die PR-Arbeit, etc.
      Für einen solch teuren Kauf, muss relativ viel Arbeit aufgebracht werden. Ausserdem gibt es manchmals Vorverträge mit Vertragsklauseln über eine mögliche Entschädigung falls der Vertrag nicht unterzeichnet wird.
    • P. Meier 03.01.2020 11:28
      Highlight Highlight Danke
    • Pbel 03.01.2020 11:51
      Highlight Highlight Und die 50 Millionen Aufwandsentschädigung an UPC
    Weitere Antworten anzeigen
  • sowhat 03.01.2020 09:36
    Highlight Highlight Das ist einfach schlechter Stil, rauszulaufen, wenn mal was nicht gelingt. Dann sucht man die nächste Lösung. Es ist auf jeden Fall nicht die kreativste Idee, einfach den Finanzchef zum CEO zu machen. Da ist abzusehen, was kommt. Nämlich Kosten einsparen durch Dienstleistungsabbau. Dabei braucht ein Unternehmen in dieser Branche heute Köpfe die mit Ideen neue Lösungen suchen.
    • plenu_the_proton 03.01.2020 12:39
      Highlight Highlight ist es sicher, dass die manager von der verantwortung davon laufen? eine nahegelegte kündigung ist durchaus möglich. andererseits werden manager häufig ausgewächselt (oder gehen freiwillig) wenn die strategie geändert wird und nicht mehr zu ihrem profil passt

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