Wirtschaft
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Novartis bringt Alcon an die Börse – Aktienrückkauf über 5 Milliarden Dollar



Der Pharmakonzern Novartis will seine Augenheilkunde-Sparte Alcon abspalten und an die Börse bringen. Die Arzneimittel von Alcon bleiben indes weiter bei Novartis. Gleichzeitig kündigten die Basler am Freitag einen Aktienrückkauf über fünf Milliarden US-Dollar an.

Novartis hatte das lange kriselnden Geschäft bereits im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt und sich zuletzt eine Entscheidung bis zum ersten Halbjahr 2019 vorbehalten. Die strategische Überprüfung habe nun ergeben, dass eine komplette Abspaltung von Alcon als separat gehandeltes Unternehmen im besten Sinne der Aktionäre sei.

ARCHIVBILD ZUM GEPLANTEN BOERSENGANG VON ALCON, DER AUGENHEILSPARTE VON NOVARTIS, AM FREITAG, 29. JUNI 2018 - In this April 7, 2008 file photo, Alcon's Opti-Free contact lens cleaner seen on display at a pharmacy in New York. Drug maker Novartis AG on Monday, Jan. 4, 2010 said it plans to take over Alcon Inc. by paying $38.5 billion for the 77 percent stake it does not already own in a deal that would make it one of the biggest players in the global market for eye-care products. (AP Photo/Mark Lennihan, File)

Alcon wird abgespaltet. Bild: AP

Zuletzt war in der Presse bereits über eine bevorstehende Börsennotierung von Alcon spekuliert worden.

Novartis-Chef Vas Narasimhan argumentiert: «Alcon ist zu einer Position der Stärke zurückgekehrt, und es ist an der Zeit, dem Bereich mehr Flexibilität für die Verfolgung seiner eigenen Wachstumsstrategie als weltweit führendes Unternehmen für ophthalmologische Produkte zu geben.»

Die Abtrennung von Alcon werde es beiden Unternehmen im Alleingang ermöglichen, sich «voll und ganz» auf ihre jeweiligen Wachstumsstrategien zu konzentrieren, heisst es weiter. Alcon konzentriere sich nun vollständig auf Augenchirurgie und den Bereich Vision Care, also Kontaktlinsen und deren Pflegeprodukte.

Unternehmen mit 20'000 Mitarbeitern

Alcon soll sowohl an der SIX Swiss Exchange als auch der New York Stock Exchange kotiert werden. Registriert werden soll das neue Unternehmen in der Schweiz, wobei Fort Worth in den USA ein wichtiger Standort bliebe. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2019 erwartet.

Aber erst müssen die Aktionäre an der Generalversammlung im Februar 2019 endgültig grünes Licht geben. Novartis geht den Angaben zufolge davon aus, dass die Transaktion steuerneutral sein wird.

Durch die Abspaltung wird laut Novartis ein weltweit führendes Unternehmen für Augenheilkunde-Produkte mit mehr als 20'000 Mitarbeitenden entstehen. Im Jahr 2017 hätte Alcon einen Umsatz von rund sieben Milliarden US-Dollar erzielt.

Im Zuge der Abspaltung wird Alcon-Chef Mike Ball designierter Präsident des Verwaltungsrats. Der operative Chef (COO) David Endicott wird zum neuen CEO befördert. Beide Ernennungen gelten per 1. Juli 2018.

Blockbuster bleibt bei Novartis

Gleichzeitig ist geplant, das Alcon-Portfolio an Arzneimitteln für die Augenheilkunde bei Novartis zu belassen. Dieses wurde bereits Anfang 2016 an einen anderen Novartis-Geschäftsbereich übertragen. Mit diesem Portfolio erwirtschaftete das Pharmaunternehmen 2017 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar.

Das Kronjuwel des Ophthalmologie-Portfolios ist das Medikament Brolucizumab – ein potenzieller Blockbuster. Das Präparat zur Behandlung neovaskulärer AMD und des diabetischen Makulaödems wird nun unter der Regie von Novartis weiterentwickelt und für die Markteinführung vorbereitet.

Aktienrückkauf

Zudem wird Novartis nun bis Ende 2019 eigene Aktien im Wert von fünf Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Das entspricht dem Gegenwert von rund 2,8 Prozent der ausstehenden Anteile. Finanziert wird der Rückkauf vor allem mit dem Geld, das mit dem Verkauf des Anteils am Joint-Venture mit GSK eingenommen wurde.

Auch danach beabsichtige man, eine «starke und wachsende» Dividende in Schweizer Franken auszuschütten, hält Novartis fest. Eine Dividendenpolitik für Alcon sei indes noch nicht festgelegt worden.

Die Börse reagiert positiv auf die Ankündigung und stellt die Novartis-Papiere vorbörslich 2,9 Prozent höher. Vor allem der Aktienrückkauf kommt gut an. (awp/sda)

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