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Die SBB hat seit 2002 die Hälfte aller Bahnschalter geschlossen



Weil immer mehr Fahrgäste ihre Zugbillette online oder über das Mobiltelefon kaufen, braucht es künftig weniger Verkaufsstellen. Die SBB wird deshalb laut SBB-Präsident Ulrich Gygi in den nächsten Jahren Bahnschalter schliessen. Wie viele betroffen sind, ist offen.

«Aber es ist klar, dass wir längerfristig nicht einfach neue Verkaufskanäle wie Online und das Mobiltelefon hinzufügen können, ohne die Verkaufsstellen zu reduzieren», sagte Gygi im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Ende 2014 konnten noch an 179 Bahnhöfen Billette am Schalter gekauft werden. Gegenüber 2002 hat sich die Zahl der bedienten Bahnhöfe damit halbiert.

Werden Tickets in Zukunft über ein Callcenter gekauft?

Vor zehn Jahren habe noch rund die Hälfte der Reisenden das Billett im bedienten Verkauf bezogen; heute gehe nur noch ein Viertel an den Schalter. «Wir rechnen damit, dass sich unsere Fahrgäste bis in zehn Jahren neun von zehn Fahrausweisen in der Selbstbedienung kaufen.» Die SBB müsse die Kosten der Verkaufskanäle in den Griff bekommen.

Die Alternativen zum Schalter müssen laut Gygi allerdings gut funktionieren – «sonst haben wir Feuer im Dach». In Frage kommt neben dem Onlineverkauf beispielsweise ein Callcenter, «in dem dann auch tatsächlich jemand abnimmt».

Kombinationen mit Ladenangeboten nach Vorbild der Post hält Gygi nicht für sinnvoll, da das Billettsortiment der SBB zu kompliziert sei. Auch ein Versuch mit Zahlungsverkehr am Bahnschalter ist gefloppt: Ein Pilotversuch mit der Möglichkeit, am SBB-Schalter Rechnungen zu zahlen, wurde 2013 nach rund eineinhalb Jahren abgebrochen. (lhr/sda)

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