Wirtschaft
USA

US-Zölle: Jetzt will auch Swatch sein Geld zurück

Le batiment du siege du Swatch Group avec la Cite du Temps le jeudi 9 mai 2024 a Bienne dans le canton de Berne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Der Hauptsitz von Swatch in Biel.Bild: KEYSTONE

Der Streit um Trumps Zoll-Milliarden hat begonnen – jetzt will auch Swatch das Geld zurück

23.02.2026, 11:5123.02.2026, 12:10

Erste Schweizer Firmen wollen zu viel bezahlte US-Zölle zurückfordern. So etwa der Uhrenkonzern Swatch. Viele Fragen sind aktuell aber noch offen.

«Unsere Tochtergesellschaft in den USA wird eine rückwirkende Rückerstattung der gezahlten Zuschläge beantragen», teilte Swatch am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mit. Nicht zu allfälligen Rückforderungen äussern wollte sich Rolex.

Gegenüber der «NZZ» hatten am Wochenende mit Läderach und Breitling bereits zwei weitere namhafte Unternehmen erklärt, sie würden die gezahlten Zölle zurückfordern. Breitling-Chef Georges Kern sprach von «signifikanten Beträgen».

Watches made by Swiss watch manufacturer Breitling are seen on display in Bern, Switzerland, Friday, August 8, 2025. Since Thursday, 7 August, additional tariffs of 39 per cent have been imposed on go ...
Uhrenhersteller Breitling fordert «signifikante Beiträge» zurück.Bild: keystone

Laut den CH-Media-Zeitungen verfolgt auch der Skihersteller Stöckli die Absicht, Zollrückforderung geltend zu machen, ebenso der Computerzubehörhersteller Logitech, das Biotechnologieunternehmen Jungbunzlauer, die Uhrenfirma Sowind Group und der Luxusgüterkonzern CL International.

In einem Interview mit den CH Media-Zeitungen rechnete der Geschäftsführer Marc Gläser im Dezember vor, dass Stöckli jährlich rund 15'000 Skis in den USA verkaufe. Der Streitwert dürfte Hunderttausende US-Dollars betragen. Insgesamt muss die Trump-Regierung rund 175 Milliarden US-Dollar zurückzahlen.

Unsicherheit hoch

«Was die Chancen auf Rückforderungen und das notwendige Vorgehen betrifft, ist derzeit noch vieles offen», ordnete indes Noé Blancpain vom Industrieverband Swissmem auf Anfrage ein. Der Supreme Court habe die Frage der Rückforderung der Zölle nicht entschieden, sodass nun untergeordneten Instanzen darüber urteilen müssten.

Blancpain erläuterte, dass die Zölle technisch vom Importeur in den USA bezahlt worden seien - dies könne der Kunde selbst, eine Vertriebsfirma oder eine Tochterfirma des Schweizer Herstellers sein. Entsprechend müsse der Importeur die Rückforderungen stellen.

In der Praxis hätten Schweizer Industriefirmen in den meisten Fällen durch eine Preisanpassung einen Teil der Zollkosten übernommen. Deshalb müssten sie sich mit ihren Kunden einigen. (cma/awp/sda)

Die Einwohner der McDonaldsinseln reagieren auf Trumps Strafzölle

Video: watson/lucas zollinger
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Donald Trump: Das Leben (und die Psyche) des US-Präsidenten in Bildern
1 / 60
Donald Trump: Das Leben (und die Psyche) des US-Präsidenten in Bildern

Sicherlich hatte er bereits 1987 in seinem Trump Tower Office davon geträumt, dass er einmal die ganze Welt in Händen halten würde.

quelle: newsday rm / newsday llc
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
67 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Lil Buoy aka Yung Speedo
23.02.2026 12:02registriert März 2020
Gut so. Nicht abwarten, nicht diskutieren: Einklagen.

Ist die einzige Sprache, die diese Karikatur eines Präsidenten versteht.
1161
Melden
Zum Kommentar
avatar
Remus
23.02.2026 12:13registriert Dezember 2016
Egal ob das Geld zurück gezahlt werden muss oder nicht. Diese Entscheidung hat Trump ein Teil seines Gesichts des "besten und hartesten" Dealer der Welt gekostet. Selbst seine MAGA- Leminge haben das gesehen.
821
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sotogrande
23.02.2026 12:04registriert Januar 2026
Gut haben wenigstens die Firmen Rückgrat gegenüber diesem skrupellosen Präsidenten. Da sollten sich unsere Bundespolitiker eine Scheibe davon abschneiden.
844
Melden
Zum Kommentar
67
Erlebt Social Media gerade den «Tobacco-Moment»? Warum dieser Prozess so entscheidend ist
Machen die Produkte von Meta und Alphabet süchtig? Um diese Frage dreht sich ein womöglich wegweisender Prozess in Los Angeles, bei dem am Mittwoch Meta-CEO Mark Zuckerberg Rede und Antwort stehen musste. Die wichtigsten Punkte.
Australien war das erste Land – es wird jedoch wohl nicht das einzige bleiben, das eine Altersgrenze für junge Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer einführt. Während staatliche Akteure beginnen, den möglichen Gesundheitsschäden Rechnung zu tragen, beschäftigt sich in diesen Tagen und Wochen ein Gericht in Los Angeles mit dieser Frage:
Zur Story