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FILE - This Oct. 9, 2011, file photo shows 55 Water Street, home of Standard & Poor's, in New York. S&P is paying approximately $1.38 billion to settle government allegations that it knowingly inflated its ratings of risky mortgage investments which helped trigger the financial crisis. (AP Photo/Henny Ray Abrams, File)

Will Fehler nicht einräumen: Für die Rating-Agentur hält die hohe Geldstrafe für unangemessen. Bild: AP/FR151332 AP

Standard & Poor's

Investoren getäuscht: Rating-Agentur muss Milliardenstrafe zahlen

Wegen der Vergabe zweifelhafter Bonitätsnoten für Ramschanleihen aus der US-Immobilienkrise muss die Ratingagentur Standard & Poor's eine Strafe von 1.37 Mrd. Dollar zahlen. Das US-Unternehmen teilte am Dienstag mit, einen Vergleich geschlossen zu haben.



Den Vergleich schloss Standard & Poor's mit dem US-Justizministerium, mit 19 US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington. Die Ratingagentur betonte, sie habe mit der aussergerichtlichen Einigung keine Gesetzesverstösse eingeräumt.

Standard & Poor's wurde vorgeworfen, Investoren über die Qualität von Wertpapieren getäuscht zu haben, in denen schlecht abgesicherte Hypotheken gebündelt waren. Ab 2007 hatten sich in den USA die Fälle gehäuft, in denen einkommensschwache Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen konnten. In einer Art Domino-Effekt löste dies eine weltweite Finanzkrise aus, weil die faulen Kredite von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht worden waren.

Nicht die einzige Fehleinschätzung

Das US-Justizministerium hatte im Februar 2013 Klage gegen Standard & Poor's eingereicht. Die Ratingagentur wies diese als «vollkommen ungerechtfertigt» zurück. Zwar bedauerte das Unternehmen damals, dass es nicht gelungen sei, die «rapide Verschlechterung der Bedingungen auf dem US-Hypothekenmarkt einzuschätzen». Gleichwohl seien die S&P-Experten nicht die Einzigen, die das Ausmass der Krise falsch eingeschätzt hätten.

Die Klage hatte sich unter anderem auf interne E-Mails gestützt, in denen S&P-Mitarbeiter Zweifel an der Bewertung der Ramschpapiere vorbringen. Aus eigenem Geschäftsinteresse habe das Unternehmen den Anlegern aber die Kreditwürdigkeit der Papiere vorgegaukelt, lautete der Vorwurf. Nun muss Standard & Poor's gut 687 Millionen Dollar an das US-Justizministerium überweisen. Die 19 Bundesstaaten und Washington erhalten ebenfalls gut 687 Millionen Dollar.

Weiterer Vergleich

Die Ratingagentur schloss nach eigenen Angaben einen weiteren Vergleich mit dem kalifornischen Pensionsfonds CalPERS, der sie 125 Millionen Dollar kostet. Vergangenen Monat hatte Standard & Poor's zugestimmt, wegen zweifelhafter Bonitätsnoten für Hypothekenpapiere 77 Millionen Dollar an die Börsenaufsicht SEC und zwei andere Finanzbehörden zu zahlen.

Ratingagenturen bewerten das Ausfallrisiko von Wertpapieren und beeinflussen damit massgeblich die Entscheidungen von Investoren. In den Jahren vor der Finanzkrise gaben Standard & Poor's und die beiden anderen grossen US-Agenturen, Moody's und Fitch, den dubiosen Hypothekenpapieren regelmässig Bestnoten. Üblicherweise wurden die Bewertungen von den Banken bezahlt, welche die risikoreichen Wertpapierpakete zusammengeschnürt hatten. (sda/afp)

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