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«Hobbit» war Mensch mit Down-Syndrom

Martin Freeman als Bilbo in «The Hobbit».
Martin Freeman als Bilbo in «The Hobbit».Bild: AP Warner Bros. Pictures
Urgeschichte

«Hobbit» war Mensch mit Down-Syndrom

04.08.2014, 15:3404.08.2014, 15:39

Als neue Menschenspezies und somit als Sensation galt der 2003 entdeckte «Hobbit»-Mensch Homo floresiensis. Nun machen Forscher grosse Zweifel an der These geltend: Beim besterhaltenen Skelett handle es sich um einen modernen Homo sapiens, der am Down-Syndrom litt.

Als «wichtigsten Fund der menschlichen Evolution in den letzten 100 Jahren» bezeichneten die Entdecker die zwischen 12'000 und 100'000 Jahre alten Knochenreste, die sie 2003 in einer Höhle auf der indonesischen Insel Flores fanden. Anhand des besterhaltenen Skeletts, LB1, klassifizierten sie diese als eine neue Spezies der Gattung Homo, den Homo floresiensis.

Der aufgrund seiner kleinen Körpergrösse liebevoll «Hobbit»-Mensch genannte neue Verwandte soll auf der abgeschiedenen Insel parallel zum Homo sapiens gelebt haben, ohne diesem je begegnet zu sein.

Asymmetrie des Schädels

Ein Team um Kenneth Hsü von den National Institutes of Earth Sciences in Peking äussert nun in einem Fachartikel in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften massive Zweifel an dieser Lesart. LB1 stelle nicht eine neue Menschenart, sondern einen Homo sapiens mit Down-Syndrom dar.

Dies legen den Forschern zufolge insbesondere eine Asymmetrie des Schädels sowie ungewöhnliche Knochenproportionen nahe. Das kleine Gehirnvolumen und die kurzen Oberschenkelknochen glichen denen von Menschen mit dem Down-Syndrom (Trisomie 21). Die übrigen Körpermassen seien denen kleiner Bevölkerungsgruppen in der Region nicht unähnlich.

Da es sich also bei LB1 offenkundig um ein einziges, fehlgebildetes Individuum handle, erübrige sich der Status des Fundes als neue Art, schreiben sie. Hsü und seine Kollegen kritisieren in dem Artikel auch, dass sie seit 2005 keinen Zugang zum Skelett von LB1 mehr erhalten hätten. Mehrfache Anfragen an das Indonesische Nationale Archäologische Forschungszentrum, das den Fund aufbewahrt, seien nicht beantwortet oder abgelehnt worden. (whr/sda) 

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