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Heute kommen die «Lyriden» – was du zur Sternschnuppennacht wissen musst

21.04.2022, 21:1523.04.2022, 07:26

Die Meteoren-Saison 2022 hat begonnen! Seit dem 15. April sind die Sternschnuppen der Lyriden am Himmel sichtbar. Sie markieren jeweils das Ende der «Sternschnuppen-Durststrecke» zwischen Januar und April. In der Nacht vom Freitag, 22. April, auf Samstag wird der Meteorstrom seinen Höhepunkt erreichen.

Bis zu über 20 Sternschnuppen pro Stunde

Am meisten Sternschnuppen werden um 4 Uhr nachts erwartet: Zwischen 14 und 23 Sternschnuppen pro Stunde können dann erspäht werden. Aber auch schon vorher, zum Beispiel in der Nacht von heute Donnerstag auf Freitag, stehen die Chancen auf Sternschnuppen gut.

Aufnahme mit Langzeitbelichtung der Lyriden-Schauer 2020.
Aufnahme mit Langzeitbelichtung der Lyriden-Schauer 2020. Bild: shutterstock

In einzelnen Jahren war der Meteorschauer der Lyriden ungleich aktiver. So gab es im Jahr 1982 einen «Ausbruch», als bis zu 90 Meteore pro Stunde registriert wurden. Der nächste solche Ausreisser wird laut EarthSky allerdings erst wieder im Jahr 2042 erwartet.

Heller Mond und (wohl) einige Wolken

Der kleine Dämpfer diesen Freitag: Der Mond ist zurzeit zwar abnehmend, aber immer noch zu 67 Prozent gefüllt. Er wird dadurch relativ hell scheinen und das Erspähen von Sternschnuppen erschweren. Allerdings findet der Mond am Freitag erst um 2 Uhr 36 (in Zürich) seinen Weg über den Horizont. Obwohl der Höhepunkt des Schauers erst um vier Uhr nachts stattfindet, hat man deshalb zwischen Mitternacht und Mondaufgang die meisten Chancen darauf, Sternschnuppen zu sehen.

Wer noch während des Mondscheins in den Himmel schauen will, tut dies am besten im Mondschatten, also zum Beispiel vor einem Gebäude, das den Mond bedeckt oder am Waldrand. Ein weiterer Spielverderber könnte vielleicht auch das Wetter werden: Einige Quellwolken werden erwartet, allerdings bis jetzt vor allem in Alpennähe.

Woher haben Sternschnuppen-Schauer ihre Namen?

Die Lyriden erscheinen jedes Jahr um diese Zeit, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn die Trümmer des Kometen «Thatcher» passiert. «Thatcher» wurde im April 1861 entdeckt, als er sich in unmittelbarer Nähe der Erdbahn befand. Der Komet umkreist die Sonne, allerdings braucht er für eine ganze Runde genau 417 Jahre – es wird also lange dauern, bis man ihn von der Erde aus das nächste Mal erspähen kann. Da die Lyriden aus Überbleibsel des Kometen entstehen, nennt man «Thatcher» auch deren «Mutterkörper».

Sternschnuppen-Schauern haben ihren Namen vom Sternbild, in dem sie sich befinden. Der Punkt am Nachthimmel, von dem aus ein Meteorschauer seinen Anfang zu nehmen scheint, nennt man Radiant. So liegt beispielsweise der Radiant für die Perseïden im Sternbild Perseus.

Die Lyriden haben ihren Radianten im Sternbild der Leier, lateinisch auch «Lyra». Dieses Jahr wird der Radiant der Lyriden gegen Mitternacht im Nordosten aufgehen. Zum Sternbild der Leier gehört übrigens auch einer der hellsten Sterne am Himmel: «Wega».

Der hellste Stern des Sternbilds Leier ist «Wega». Er ist einer der hellsten am gesamten Nachthimmel.
Der hellste Stern des Sternbilds Leier ist «Wega». Er ist einer der hellsten am gesamten Nachthimmel.Bild: shutterstock

Meteor? Meteoroid? Meteoroit?

Sternschnuppen sind in der Regel winzig kleine Teilchen, oft sogar kleiner als ein Sandkorn. Da sie aber mit einer enorm hohen Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde (!) auf die Erdatmosphäre treffen, wird die Luft bei ihrem Verglühen ionisiert (elektrisch aufgeladen). Das Leuchten, das dabei entsteht, wird als Meteor bezeichnet. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Meteoroiden – oftmals auch «Meteorid» –, das Teilchen, das die Sternschnuppe verursacht.

Nicht zuletzt gibt es noch die Meteoriten: So werden die Teile (zumeist sind es grössere «Teilchen») genannt, die aus der Atmosphäre auf die Erde treffen, beim Auftreffen aber nicht ganz verglühen, sondern effektiv auf der Erde landen. (lak)

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