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Berner «Rosetta»-Messungen

Wasser auf der Erde stammt wohl von Asteroiden

A handout artist impression showing lander Philae separating from the Rosetta spacecraft and descending to the surface of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko, made available by the European Space Agency (ESA) on November 12, 2014. European scientists launched a probe from spaceship Rosetta on Wednesday in an historic attempt to examine the surface of a comet, starting a seven-hour descent that is seen as the most difficult phase of a ten-year mission. REUTERS/European Space Agency - ESA/Handout via Reuters (SCIENCE TECHNOLOGY) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO ARCHIVES. NO SALES

Liefert allerlei neue Erkenntnisse: Kometenmission «Rosetta».
Bild: HANDOUT/REUTERS

Die ersten wissenschaftlichen Resultate der Kometenmission «Rosetta» dürften die Debatte um die Herkunft des Wassers auf der Erde neu anheizen. Denn die Daten der Berner Forschenden und ihren Kollegen zeigen: Von Kometen wie «67P/Tschuriumow-Gerasimenko» stammt es nicht.

Vor knapp einem Monat schrieb die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) Geschichte, als sie erstmals ein Landegerät auf einem Kometen aufsetzen liess. Im Orbit des «Tschuri» getauften Kometen segelt weiterhin die «Rosetta»-Sonde, auf der das in Bern entwickelte Messgerät «Rosina» die – ziemlich übel stinkende –Kometenhülle erschnüffelt.

 Kleine Himmelskörper wie Asteroiden oder Kometen müssen das Wasser auf die Erde gebracht haben. 

Für das Wasser darin interessieren sich die Forschenden besonders. Denn Experten sind sich einig, dass kleine Himmelskörper wie Asteroiden oder Kometen das Wasser auf die Erde gebracht haben müssen. Die am Donnerstag im Fachjournal «Science» veröffentlichten Resultate belegen jetzt aber: Von so weit entfernten Kometen wie «Tschuri» kann es nicht stammen.

Zu viel «schweres» Wasser

Der Schlüssel zur Herkunft des Wassers sind verschieden schwere Wasserstoff-Atome, sogenannte Isotopen. Manche Wassermoleküle enthalten eine leichte Variante von Wasserstoff, andere eine schwere, Deuterium genannt. Ihr Verhältnis ist je nach Herkunft des Wassers unterschiedlich.

«Für die Erde heisst das, dass das Wasser vermutlich von Asteroiden kommt.»

«Rosina»-Projektleiterin Kathrin Altwegg von der Universität Bern

Im Wasser in «Tschuris» Hülle ist dieses Verhältnis dreimal grösser als auf der Erde, wie die «Rosina»-Messungen zeigen. Damit scheiden solche Kometen als Quelle für das irdische Wasser aus. «Für die Erde heisst das, dass das Wasser vermutlich von Asteroiden kommt», erklärte «Rosina»-Projektleiterin Kathrin Altwegg von der Universität Bern vor Medienvertretern in Bern.



Näher bei der Erde

Der Forscherin ist eine gewisse Genugtuung anzumerken: Schon vor über 30 Jahren stellten sie und ihr Vorgänger in Bern, Hans Balsiger, bei Messungen des Halley-Kometen fest, dass dessen Verhältnis von Deuterium zu Wasserstoff (D/H) deutlich über dem der Erde lag. Die Kometen-Theorie für das Wasser auf der Erde verlor an Anhängern.

Einige Forscher holten sie indes wieder aus der Mottenkiste, als im Jahr 2011 Messungen des Kometen 103P/Hartley2 ein der Erde sehr ähnliches D/H-Verhältnis aufzeigten.

IN SPACE - JULY 17: (EDITORIAL USE ONLY) In this handout photo provided by the European Space Agency (ESA) on July 17, 2014, German ESA astronaut Alexander Gerst took this image of the Earth reflecting light from the sun whilst aboard the International Space Station (ISS). Gerst returned to earth on November 10, 2014 after spending six months on the International Space Station completing an extensive scientific programme, known as the 'Blue Dot' mission (after astronomer Carl Sagan's description of Earth, as seen on a photograph taken by the Voyager probe from six billion kilometres away). (Photo by Alexander Gerst / ESA via Getty Images)

Das Wasser auf dem blauen Planeten stammt wohl von erdnahen Asteroiden. Bild: Getty Images Europe

Nach den neuen Erkenntnissen ist es wahrscheinlicher, dass das Wasser auf unserem Planeten von Asteroiden stammt, die näher an der Erdumlaufbahn sind. Ein anderer Teil des Wassers stammt wohl aus den Anfängen der Erde selbst, gespeichert als Kristallwasser in Mineralien und auch an den Polen.

«Dieses ausserordentliche Resultat wird die Debatte um die Herkunft des Wassers sicherlich anheizen.»

Matt Taylor, wissenschaftlicher Leiter von «Rosetta» bei der ESA

Die «Rosetta»-Sonde hat bereits rund 6,5 Milliarden Kilometer im All zurückgelegt. Sie wird den Kometen «Tschuri» mindestens bis August 2015 begleiten, wenn er seine sonnennächste Position erreicht. Die Mission hat insgesamt 1,3 Milliarden Franken gekostet und gut 2000 Personen seit 20 Jahren beschäftigt. (kad/sda)

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