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Thwaites-Gletscher in der Antarktis schmilzt dieses Jahr im Rekordtempo

This undated handout photo provided by NASA shows the Thwaites Glacier in West Antarctic. Two new studies indicate that part of the huge West Antarctic ice sheet is starting a slow collapse in an unst ...
Eisschwund in der Antarktis: Eine neue Studie dokumentiert die Schmelze des Thwaites-Gletschers.Bild: AP/NASA

«Weltuntergangsgletscher» schmilzt doppelt so schnell wie gedacht

Schmilzt der Thwaites-Gletscher weiter, drohen verheerende Folgen für den Meeresspiegel. Forscher beobachten nun einen dramatischen Rückzug.
06.09.2022, 14:4106.09.2022, 14:53
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t-online

Der antarktische Thwaites-Gletscher schmilzt deutlich schneller als bisher angenommen. Wegen der Erderwärmung hat das Eisschild einer neuen Studie zufolge das Potenzial, sich in den kommenden Jahren rasant zurückzuziehen, berichtet der US-Fernsehsender «CNN». Der Gletscher wird auch als «Weltuntergangsgletscher» bezeichnet – wegen der drastischen Folgen, die sein Zusammenbruch für den globalen Meeresspiegel hätte.

«Der Thwaites hält sich heute wirklich mit den Fingernägeln fest», sagte Robert Larter, Co-Autor der Studie, in einer Mitteilung. Der Gletscher habe sich irgendwann in den vergangenen zwei Jahrhunderten vom Meeresboden gelöst. Seitdem schmelze das Eis von unten und ziehe sich mit einer Geschwindigkeit von 2,1 Kilometern pro Jahr zurück. Das ist doppelt so schnell wie die bisher von Forschern beobachtete Geschwindigkeit.

«Grosse Veränderungen in kleinen Zeiträumen»

Die Meeresbiologen haben den historischen Rückzug des Gletschers kartiert, um besser vorhersagen zu können, wie sich das Eisschild in den kommenden Jahren entwickelt. «Wir sollten erwarten, dass wir in Zukunft grosse Veränderungen in kleinen Zeiträumen sehen werden – sogar von einem Jahr zum nächsten – sobald sich der Gletscher über einen flachen Grat in seinem Bett zurückzieht», schreibt Larter. Das Abtauen des Gletschers könnte sich somit noch beschleunigen.

This 2019 photo provided by the British Antarctic Survey shows a hole in the Thwaites glacier in Antarctica. Starting Thursday, Jan. 6, 2021, a team of scientists are sailing to the massive but meltin ...
Loch im Thwaites-Gletscher. Der riesige Gletscher zieht sich derzeit mit einer Geschwindigkeit von 2,1 Kilometern pro Jahr zurück. Bild: keystone

Ein voranschreitender Rückzug des Thwaites-Gletschers könnte den Meeresspiegel um mehrere Meter anheben. Das Eisschild in der Westantarktis ist einer der breitesten Gletscher der Erde und mehr als doppelt so gross wie Österreich. Die Region wird aufgrund der Klimakrise und der damit einhergehenden Eisschmelze von Forschern genau beobachtet.

Alpine Gletscher ebenfalls in Gefahr

Auch in Deutschland schmelzen die Gletscher weiter. Das Eis des Blaueisgletschers, des Schneeferners auf der Zugspitze sowie des Höllentalferners ist in diesem Jahr erneut deutlich zurückgegangen. Am schlechtesten nachzuvollziehen ist der Schwund am Watzmanngletscher in den Berchtesgadener Alpen. «Wir tun uns beim Watzmanngletscher schwer, die Fläche zu bestimmen», sagte Christoph Mayer, Glaziologe an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Zum einen liege er in einer Mulde und sei damit relativ dick, so dass der Verlust an der Oberfläche weniger auffalle. Zum anderen sei er in Teilen von einer Schuttschicht bedeckt, die eine Bestimmung der Grösse erschwere – ihn aber teilweise vor weiterem Abschmelzen bewahre, erklärte Mayer. Zuletzt sei der Gletscher noch rund fünf Hektar gross gewesen.

Vue de la piste de ski de fond recouverte de sable, ce samedi 6 fevrier 2021 a La Fouly dans le Val Ferret. Le sable du Sahara a visiblement obscurci le ciel a certains endroits en Suisse samedi. Ce p ...
Saharastaub setzte den alpinen Gletschern in diesem Jahr zusätzlich zu. Skipiste in La Fouly im Val Ferret. Bild: keystone

Neben der Hitze setzte den deutschen Gletschern in diesem Jahr Saharastaub zu. Er hatte sich im März als rötliche Schicht auf Skipisten und Gletschern abgelagert. Weil dunklere Flächen mehr Energie des Sonnenlichts absorbieren, beschleunigte das die Schmelze. Von den fünf deutschen Gletschern ist der südliche Schneeferner am schlimmsten vom Abtauen betroffen, wie es hiess. Schon im nächsten Jahr könnte er demnach ganz verschwinden. «Vielleicht hält er sich auch noch zwei oder drei Jahre. Aber das ist sicher der Kandidat, der als erster verschwinden wird», sagte Mayer. Zu den fünf deutschen Gletschern zählen auch der nördliche Schneeferner sowie das Blaueis in den Berchtesgadener Alpen.

Verwendete Quellen:

(t-online.de,dpa,mm)

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70 Kommentare
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Posersalami
06.09.2022 15:40registriert September 2016
Ach was, früher war es auch schon warm und ausserdem gibts jetzt diese Kaffekuglen in der Migros. Ich kauf mir jetzt gleich so eine Maschine und rette das Klima. Der EQE ist auch schon bestellt.

Don`t look up!
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Walter Sahli
06.09.2022 16:20registriert März 2014
Und jedes Mal heisst's "Es geht schneller, als wir gedacht haben.".

Wir haben niemals bis 2050 Zeit!
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Chrisbe
06.09.2022 15:47registriert Oktober 2019
Echt jetzt?
Und was machen die Menschen?? Nichts!
Anstatt zu versuchen den Mars zu besuchen, sollten 'wir' uns um die Probleme auf unserem Planeten kümmern. Die Uhr tickt, es ist eine Kathastrophe mit (bereits vor langer Zeit erfolgter) Ansage...
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