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Nordpolarmeer, Nördliches Eismeer: Eisberge von fantastischen Formen. Sommer in Grönland. Tiefwasserfjorde der Westküste.

Kühle Schönheit: der Arktische Ozean. Einst bestand dieser Ozean aus Süsswasser. Bild: Shutterstock

Ein Ozean aus Süsswasser? Während den Eiszeiten gab es das



Der Arktische Ozean rund um den Nordpol war in den vergangenen 150'000 Jahren mindestens zweimal komplett von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt und bestand darunter aus reinem Süsswasser. Das fanden Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) und des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen durch geowissenschaftliche Analysen heraus.

Demnach reichten schwimmende Ausläufer der Eispanzer auf den Kontinenten während der sogenannten Saale-Eiszeit (im Alpenraum Riss-Eiszeit) vor 150'000 bis 130'000 Jahren und zu Zeiten der Weichsel-Eiszeit (im Alpenraum Würm-Eiszeit) vor 70'000 bis 60'000 Jahren bis in das Nordpolarmeer. Bislang fehlten nach AWI-Angaben wissenschaftliche Erkenntnisse über die Ausdehnung der eiszeitlichen Eisschilde im Arktischen Ozean.

Die Erde zum letzten glazialen Maximum. Illustration basierend auf: Thomas J. Crowley: Ice age terrestrial carbon changes revisited. In: Global Biogeochemical Cycles. Vol. 9, 1995, S. 377–389.
Von Ittiz - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9237442

So dürfte die Erde während der Weichsel-Eiszeit ausgesehen haben. illustration: Wikimedia/Ittiz

Unter den mehr als 900 Meter dicken Schichten reicherte sich mit der Zeit ausschliesslich Süsswasser an, wie die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature» berichteten. Dies zeigten Analysen der Sedimente am Meeresboden.

Arktischer Ozean

Der grossflächig von Eis bedeckte Arktische Ozean, auch Arktik, Nordpolarmeer oder Nördliches Eismeer genannt, ist mit einer Fläche von rund 14 Millionen km² (das ist kleiner als Russland) der kleinste der fünf Ozeane der Erde. Die durchschnittliche Wassertiefe von knapp 1000 Metern macht ihn auch zum flachsten. Die tiefste Stelle, das Molloytief westlich von Spitzbergen, ist jedoch 5669 Meter tief. Mit dem Atlantik ist der Arktische Ozean durch das Europäische Nordmeer und mehrere Meeresstrassen verbunden, während zum Pazifik nur eine Verbindung – die relativ schmale Beringstrasse – besteht.

Quelle: Wikipedia

Niedriger Meeresspiegel

Die komplette Versüssung der Wassermassen unter dem Eis erklären die Experten durch den damals deutlich niedrigeren globalen Meeresspiegel, der während der Eiszeiten 130 Meter unterhalb des heutigen Niveaus lag. Dadurch lagen Durchbrüche zwischen dem Arktischen Ozean sowie Pazifik und Atlantik trocken, darunter etwa die Behringstrasse. Andere Verbindungen waren wohl durch bis zum Meeresgrund reichende Eisschichten sowie Eisberge verstopft.

Unterhalb des Eises reicherte sich dann im Verlauf tausender Jahre immer mehr Süsswasser an, das während der sommerlichen Eisschmelze und durch grosse Flüsse in den Arktischen Ozean gelangte.

Entdeckung beruht auf Isotop

Die Erkenntnisse der Forscher beruhen dabei auf der Entdeckung, dass in Sedimentablagerungen der fraglichen Zeiten ein sonst charakteristisches Isotop des Elements Thorium fehlt.

Dieses entsteht durch den natürlichen Zerfall des Schwermetalls Uran in salzhaltigem Meerwasser und ist aufgrund seiner grossen Halbwertszeit lange nachweisbar. Seine Abwesenheit lasse nur den Schluss zu, dass der Ozean damals aus Süsswasser bestand, teilten die Experten mit. Eine andere plausible Erklärung gebe es nicht. (sda/afp)

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Alfred de Quervains Grönlandexpedition 1912

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Alfred de Quervains Grönlandexpedition 1912
quelle: eth-bibliothek, bildarchiv
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