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«Lebendig und zappelnd»: Wurm in Gehirn von Australierin entdeckt

Frau klagt über Vergesslichkeit – Arzt zieht ihr lebenden Wurm aus dem Gehirn

In Australien klagte eine Frau über Bauchschmerzen, Husten und Vergesslichkeit. Bei einer OP haben Ärzte in ihrem Hirn einen zappelnden Wurm entdeckt – eine weltweite Premiere.
29.08.2023, 06:2729.08.2023, 10:15

In einem Spital in der australischen Hauptstadt Canberra haben Ärzte einen lebendigen, acht Zentimeter langen Rundwurm aus dem Gehirn einer 64-jährigen Frau entfernt. Bei dem Parasiten handele es sich um die Spezies Ophidascaris robertsi, die normalerweise nur in Pythons vorkomme, hiess es in einer neuen Studie im Fachmagazin «Emerging Infectious Diseases». Der operierende Neurochirurg sei völlig perplex gewesen und habe Kollegen zurate gezogen, berichtete der australische «Guardian» am Dienstag.

Das Exemplar der Ophidascaris robertsi-Larve, das von Chirurgen im Krankenhaus von Canberra lebend aus dem Gehirn der Frau entnommen wurde
Dieses Ophidascaris-robertsi-Exemplar wurde von Chirurgen im Spital von Canberra lebend aus dem Gehirn der Frau entnommen.Bild: canberra health

«Dies ist der erste menschliche Fall von Ophidascaris, der weltweit beschrieben wird», zitierten australische Medien Professor Sanjaya Senanayake, einen führenden Experten für Infektionskrankheiten des Canberra Hospital und Mitautor der Studie. «Unseres Wissens ist dies auch der erste Fall, bei dem das Gehirn einer Säugetierart, ob Mensch oder nicht, betroffen ist.» Die Ärzte beschrieben den Wurm als «lebendig und zappelnd».

Bauchschmerzen und Depressionen

Die Patientin aus dem Bundesstaat New South Wales hatte Anfang 2021 zunächst über wochenlange Bauchschmerzen und Durchfall gefolgt von trockenem Husten und Nachtschweiss geklagt. Ein Jahr später gehörten auch Vergesslichkeit und Depressionen zu ihren Symptomen. Die Frau wurde daraufhin ins Spital von Canberra überwiesen. Eine MRT-Untersuchung ihres Gehirns ergab schliesslich Anomalien, die eine Operation nötig machten.

Ophidascaris robertsi
Voilà: Ophidascaris robertsi.Bild: canberra health

«Aber der Neurochirurg hat bestimmt niemals gedacht, dass er einen zappelnden Wurm finden würde», sagte Senanayake dem «Guardian». «Neurochirurgen haben regelmässig mit Infektionen im Gehirn zu tun, aber das war ein einmaliger Fund - damit hatte niemand gerechnet.»

Parasiten-Eier einer Python

Aber wie ist der Parasit in das Hirn der Australierin gelangt? Die Frau wohne in einem Seengebiet, in dem auch Teppichpythons lebten, hiess es. Obwohl sie keinen direkten Kontakt mit Schlangen gehabt habe, sammele sie häufig heimische Wildpflanzen und Gräser rund um die Seen, um sie zum Kochen zu verwenden. Die Forscher gehen davon aus, dass eine Python möglicherweise Parasiten-Eier über ihren Kot ins Gras ausgeschieden hat. Die Patientin habe sich wahrscheinlich infiziert, nachdem sie das Gras berührt und die Wurm-Eier auf Lebensmittel oder Küchenutensilien übertragen habe.

Eine Teppichpython.
Die Forscher gehen davon aus, dass eine Python möglicherweise Parasiten-Eier über ihren Kot ins Gras ausgeschieden hat.Bild: Shutterstock

Eine Ophidascaris-Infektion werde allerdings nicht zwischen Menschen übertragen, betonten die Wissenschaftler. «Daher wird der Fall dieser Patientin keine Pandemie wie Covid-19 oder Ebola auslösen.» (sda/dpa)

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