Wissen
Forschung

Universität Bern schliesst Lücke im Wissen um Planetenbildung

Universität Bern schliesst Lücke im Wissen um Planetenbildung

17.03.2026, 13:3417.03.2026, 13:34

Mit einem Experiment im Rahmen eines Parabelflugs hat ein Forscherteam unter der Leitung der Universität Bern nachgewiesen, dass ein bestimmter physikalischer Prozess auch dort auftreten kann, wo sich Planeten bilden. Mit der Erkenntnis wird eine Lücke im Wissen um die Entstehung von Planeten geschlossen.

Planeten entstehen in sogenannten protoplanetaren Scheiben aus Gas und Staub, die um sehr junge Sterne kreisen. Bis aus einem Staubkorn ein Planet entstanden ist, laufen verschiedene physikalische Prozesse ab, wie die Universität Bern in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Allerdings gibt es eine Art «Barriere», die in einem gewissen Grössenbereich der Klumpen deren Wachstum verhindert. In diesem Stadium neigen sie dazu, anstatt sich mit anderen Klumpen zu verbinden, bei Kollisionen zu zerbrechen oder abzuprallen oder zu verdampfen, wenn sie zu nahe an ihren Stern heran driften.

Seit der Jahrtausendwende verfolgen theoretische Modelle den Ansatz dass sich das Gas-Staub-Gemisch in den protoplanetaren Scheiben wie eine Flüssigkeit verhält. In ihr können sich verschiedene hydrodynamische Instabilitäten entwickeln. Eine solche, von der vermutet wird, dass sie eine wichtige Rolle spielen könnte bei der Planetenbildung, ist die Scherströmungsinstabilität.

Sie entsteht an der Grenzfläche zwischen zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Unter der Leitung von Dr. Holly L. Capelo von der Abteilung für Weltraumforschung und Planetologie am Physikalischen Institut der Universität Bern hat ein Forschungsteam nun gezeigt, dass sich Scherströmungsinstabilitäten sogar unter extrem dünnem Gas, wie es in protoplanetaren Scheiben vorhanden ist, bilden können.

Die Studie wurde in der Fachpublikation «Communications Physics» veröffentlicht. (sda)

Mehr aus Welt der Forschung und Wissenschaft:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die schönsten Weltraumbilder 2025
1 / 21
Die schönsten Weltraumbilder 2025

Schleiernebel im Schwan
Der Cygnusbogen (engl. Cygnus Loop) im Sternbild Schwan (Cygnus) ist ein Supernova-Überrest – was nach dem explosiven Tod eines massereichen Sterns vor rund 8000 Jahren übrig blieb. Der im optischen Spektrum sichtbare Teil ist der Cirrusnebel (auch «Schleiernebel» genannt), der rund 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.

... Mehr lesen
quelle: nasa/sao/cxc/john stone (astrobin)/cxc/l. frattre/n. wolk
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Die wohl schönsten Blitzeinschläge im Weltall
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Neue Studie warnt: «Auch zwei Grad Erwärmung können zu Klimaextremen führen»
Die Klimawissenschaft kommuniziert Szenarien für den schlimmsten Fall traditionell anhand von Erwärmungsniveaus: Wie sieht die Welt bei 3 oder 4 Grad über dem vorindustriellen Niveau aus? Also dem Temperaturdurchschnitt der Jahre 1850–1900. Der dient als Nullpunkt, um das Ausmass der Erderwärmung seit dem Beginn des Verfeuerns fossiler Brennstoffe zu messen.
Zur Story