Wissen
Forschung

Forscher identifizieren per DNA-Analyse den «Wurm» im Mezcal

Forscher identifizieren per DNA-Analyse den «Wurm» im Mezcal

10.03.2023, 06:4310.03.2023, 06:43

Der Wurm in der Flasche macht den Agavenschnaps Mezcal in seinem Herkunftsland Mexiko zum Kult. Schon seit dem 17. Jahrhundert wird der Alkohol hergestellt. Doch erst in den 1940er und -50er-Jahren begannen einige Hersteller mit der Beigabe einer speziellen Zutat: Würmer, die streng genommen Larven sind.

Mezcal mit Wurm
Die Larven sollen dem Mezcal den charakteristischen Geschmack und die Farbe verleihen.Bild: Shutterstock

Unklar war bislang, zu welcher Tierart die Larven genau gehören, verschiedene Spezies kommen in Frage. Nun konnte ein internationales Forscherteam mit Hilfe von DNA-Analysen von sogenannten Mezcal-Würmern zeigen, dass überwiegend die Larven der Motte Comadia redtenbacheri verwendet werden. Dieser Umstand gefährde den Bestand der Tiere, so die Forscherinnen und Forscher. Denn Mezcal werde in immer grösseren Mengen produziert. Insgesamt untersuchten die Fachleute Larven aus 21 verschiedenen Mezcals.

«Unsere Feststellung, dass alle Larven einer einzigen Mottenart angehören, bekräftigt die Bedeutung von C. redtenbacheri für die Mezcalindustrie», wie die Forscher um Akito Kawahara von der Florida University in Gainesville im Fachmagazin «PeerJ Life & Environment» schreiben. Die Larven dieser Art gehörten zu den beliebtesten essbaren Insekten in Mexiko. Dem Mezcal sollen sie den charakteristischen Geschmack und die Farbe verleihen, heisst es in dem Fachartikel.

Zuchtmethoden werden entwickelt

«Die Larven von C. redtenbacheri entwickeln sich in Agaven und nicht in Baumstämmen, Wurzeln, Kronen, Stämmen oder Ästen», schreibt das Wissenschaftlerteam. Die Tiere legten ihre Eier in Agavenpflanzen ab. Da sich die Motten in grosser Zahl in der Pflanze ansammelten, sterbe die Agave. Larvensammler, sogenannte Gusaneros, identifizierten befallene Agavenpflanzen und zögen die Larven mit einem Metallhaken oder einem Agavenstachel heraus.

Durch das intensive Sammeln schrumpfe die Zahl natürlich vorkommender Larven drastisch, so die Forscher. Deshalb werde an Methoden gearbeitet, um die Larven gezielt zu züchten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Michelada», der Sommerdrink aus Mexiko im watson-Test
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die Welt unter Wasser – unser Tool zeigt, was passiert, wenn der Meeresspiegel steigt
In den nächsten 200 Jahren könnte der Meeresspiegel um bis zu 5 Meter steigen, im Extremfall – wenn alles Eis der Erde schmilzt – sogar um 65. Doch nicht jede Küste trifft es gleich schnell: Unser interaktives Tool zeigt, wo zuerst Land verschwinden wird.
In den nächsten 200 Jahren könnte der Meeresspiegel im ungünstigsten, von Klimaforschenden diskutierten Szenario um bis zu 5 Meter steigen. Würde gar sämtliches Eis der Erde – jeder Gletscher, das gesamte Grönland- und Antarktis-Eis – schmelzen, kämen wir auf rund 65 Meter. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt eine Welt voller Unterschiede: Manche Küsten würden schon beim kleineren Wert geflutet, andere Orte wie die Schweiz bräuchten einen Anstieg von mehreren hundert Metern, um auch nur teilweise unterzugehen.
Zur Story