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Wissenschafter der Universität Zürich wollen im September Parabelflüge in Dübendorf ZH starten. 

Für 8800 Franken: Uni Zürich bietet Weltraum-Feeling an

Die Hochschule experimentiert ab Herbst in Dübendorf mit Parabelflügen – und sucht Teilnehmer.

Benjamin Weinmann und Yannick Nock / schweiz am Sonntag



Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Die Universität Zürich geht in der Forschung Wege, die man sonst nur von der Nasa kennt. Die Hochschule startet im September die ersten Schweizer Flüge in die Schwerelosigkeit, sogenannte Parabelflüge. Für das Projekt Microgravity holt sie einen speziell umgerüsteten Airbus 310, ein ehemaliges Regierungsflugzeug von Deutschland, in die Schweiz. Die Maschine, getauft auf den Namen des früheren Kanzlers Konrad Adenauer, gehört der Firma Novespace, einer Tochter der französischen Raumfahrtbehörde.

Zurzeit sucht die Uni Interessenten für den Pilotflug in Dübendorf. Zuerst werden Vertreter aus der Aviatikbranche angesprochen, wie zum Beispiel Flight Attendants und Piloten der Swiss. Danach sollen die Flüge auch für die breite Öffentlichkeit buchbar sein.

Das Abenteuer ist nicht billig: Ein Flug kostet 8800 Franken – knapp 30 Prozent mehr, als Anbieter im Ausland verlangen. Die Universität Zürich erklärt den Aufschlag mit den für sie entstehenden Zusatzkosten durch den Transport des Flugzeugs in die Schweiz.

Der Universität selbst geht es aber nicht nur um das Flugerlebnis. Während der Flüge wollen die Wissenschafter in der Schwerelosigkeit herausfinden, wie sie sich auf die Körperzellen der Probanden auswirkt. Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse in Medizin und Physik. Diese könnten einst Astronauten auf Langzeitreisen helfen, beispielsweise auf Flügen zum Mars.

Auch Schweizer Luftwaffe ist dabei

Federführend beim Projekt Microgravity ist der Deutsche Oliver Ullrich, Professor für Weltraumbiotechnologie am Anatomischen Institut der Universität Zürich. «Das Flugzeug zu den Wissenschaftern in die Schweiz zu bringen, ist einzigartig», sagt Ullrich, der schon mehrfach mit der Nasa zusammengearbeitet hat. In Europa bestehe die Forschungsmöglichkeit mit Parabelflügen bisher nur in Bordeaux.

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Mit an Bord ist die Schweizer Luftwaffe. Sie übernimmt unter anderem den flugmedizinischen Support am Flugplatz Dübendorf. Das Projekt wird nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert. Deshalb können auch Privatpersonen an den Flügen teilnehmen. Bei den Flügen im September handelt es sich um eine Testkampagne. Sollten sie erfolgreich sein, kann sich Ullrich vorstellen, die Flüge regelmässig durchzuführen.

Die Universität Zürich ist mit ihren Parabelflug-Plänen nicht allein. Die Freiburger Firma Swiss Space Systems mit Sitz in Payerne will ebenfalls noch dieses Jahr Flüge in die Schwerelosigkeit durchführen, von weltweit mehr als 15 Flughäfen aus. Die Flüge dauern rund zwei Stunden. In dieser Zeit werden 15 sogenannte Parabeln geflogen (siehe Grafik), in denen die Passagiere während 25 Sekunden die Schwerelosigkeit erleben. 

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