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Der See Loch Ness im Schottischen Hochland ist eine Touristenattraktion – vor allem wegen den angeblichen Monstersichtungen. Bild: Googlemaps

Forscher haben die DNA von Loch Ness analysiert – das ist ihre Erklärung für das «Monster»



Wissenschafter der neuseeländischen Universität Otago haben sich im letzten Jahr daran gemacht, eines der ältesten Rätsel der schottischen Geschichte zu lösen: Die Geschichte um das Ungeheuer von Loch Ness.

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Video: srf

Die Forscher haben über 200 Proben aus dem Wasser genommen. Diese Proben haben die Wissenschafter auf die sogenannte Umwelt-DNA untersucht: Es handelt sich dabei um freie DNA in der Umwelt. Sie wird in geringen Mengen von Organismen abgegeben. Ein Fisch etwa verliert während des Schwimmens DNA, die dann über die Zeit abgebaut wird.

Die Wissenschafter konnten mit ihrer Methode ziemlich genau herausfinden, was sich für Pflanzen, Insekten, Fische und Säugetiere in dem Gewässer befinden.

Am heutigen Donnerstag wurden die Resultate der Weltpresse präsentiert. Und Neil Gemmell, Leiter des neuseeländischen Forscherteams, räumte gleich mit der Theorie auf, dass es sich allenfalls um einen Plesiosaurier handeln könnte.

This December, 2016 photo provided by Neil Gemmell, shows University of Otago Professor Gemmell in Dunedin, New Zealand. Gemmell is leading a team to Scotland's Loch Ness lake in June, 2018 to take DNA samples to find out what species live in the murky waters and to look for any sign of the legendary Loch Ness Monster. (Christine Auste/Courtesy of Neil Gemmell via AP)

Neil Gemmell leitet das Team der Otago-Uni. Bild: AP/Christine Auste

«Wir können in unseren Umwelt-DNA-Sequenzdaten keine Beweise für eine Kreatur finden, die im entferntesten damit zusammenhängt. Also, sorry, ich glaube nicht, dass die Idee des Plesiosauriers aufgrund der Daten, die wir erhalten haben, Bestand hat.»

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Zeichnung eines Plesiosauriers. Bild: Von Dmitry Bogdanov / Wikimedia

Gemmell sagte weiter, es seien auch keinelei Hai-DNA, Wels-DNA oder Hinweise auf Störe in Loch Ness gefunden worden. Aber es geben «eine sehr grosse Menge an Aal-DNA. Aale sind in Loch Ness sehr reichlich vorhanden». Die Aal-Spuren seien an so ziemlich jeder Stelle gefunden worden im See.

Ist oder war Nessie also einfach ein grosser Aal?

«Nun, unsere Daten verraten nicht ihre Grösse», so Gemmell. «Aber die schiere Menge des Materials sagt, dass wir die Möglichkeit nicht ausschliessen können, dass es im Loch Ness Riesenaale geben könnte. Deshalb können wir nicht ausschliessen, dass das, was die Leute für das Loch Ness Monster halten, ein Riesenaal sein könnte.»

Der Hype um das Forscher-Team war schon im letzten Jahr gross:

Die erste bekannte Erwähnung des mittlerweile unter dem Namen Nessie weltberühmten Ungeheuers stammt aus dem Jahr 565.

Seine Berühmtheit erlangte das Wesen jedoch erst am 2. Mai 1933: Die Zeitung «Inverness Courier» brachte damals als erste Zeitung einen Artikel. Titel: «Seltsames Schauspiel in Loch Ness – Was war das?»

Der erste Zeitungsartikel über das «Monster» von Loch Ness

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Quelle: The Inverness Courier

Der Korrespondent der Zeitung stützte seinen Bericht auf die Aussagen eines bekannten Geschäftsmannes und seiner Frau – einer Hochschulabsolventin. Das einheimische Paar sei dem See Loch Ness entlanggefahren und habe plötzlich und für über eine Minute «ein riesiges, im Loch tauchendes Tier» gesichtet.

Der Bericht über das «Monster» (eine vom Redakteur des «Courier» gewählte Bezeichnung) wurde eine Mediensensation: Londoner Zeitungen entsandten Reporter nach Schottland, und ein Zirkus bot sogar eine Summe von 20'000 Pfund für das Einfangen des Monsters.

Heute strömen 400'000 Touristen jährlich zum Süsswassersee im schottischen Hochland. Rund 10 vermeintliche Nessie-Sichtungen werden pro Jahr gemeldet. Doch bis heute gibt es nur verschiedene Theorien, was die Sichtungen betrifft (etwa, dass es sich um badende Elefanten oder schwimmendes Holz gehandelt haben könnte), aber keinerlei Beweise über die Existenz einer ungewöhnlichen Seekreatur.

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Touristenattraktion Nessie am Loch Ness – aber ausser dieser Kunstfigur gibt es keine Beweise. Bild: google maps

Die BBC berichtete bereits 2003 von einer ausführlichen Untersuchung des Loch Ness', die von einem BBC-Team mit 600 Sonarstrahlen durchgeführt worden sei. Es wurde keine einzige Spur eines «Seemonsters» gefunden. Das BBC-Team schloss seinen Bericht damit, dass Nessie nicht existiere.

Übrigens: Das berühmteste Bild von Nessie im Loch Ness wurde 60 Jahre nach seiner Aufnahme als Fake entlarvt.

A view of the Loch Ness Monster, near Inverness, Scotland, April 19, 1934. The photograph, one of two pictures known as the 'surgeon's photographs,' was allegedly taken by Colonel Robert Kenneth Wilson, though it was later exposed as a hoax by one of the participants, Chris Spurling, who, on his deathbed, revealed that the pictures were staged by himself, Marmaduke and Ian Wetherell, and Wilson. References to a monster in Loch Ness date back to St. Columba's biography in 565 AD. More than 1,000 people claim to have seen 'Nessie' and the area is, consequently, a popular tourist attraction. (Photo by Keystone/Getty Images)

Bild: Hulton Archive

(meg)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ich hol jetzt das Schwein 06.09.2019 14:15
    Highlight Highlight Lustig, dass es, je besser die Kameras werden, umso seltener Bilder von Nessie gibt...

    Übrigens: Wenn ihr Loch Ness auf Google Maps anschaut, schaut mal das Männlein an, mit dem ihr auf Street View wechseln könnt!
  • fiodra 06.09.2019 09:59
    Highlight Highlight Wenn man sich das berühmte schwarz-weiss Foto von Nessie genauer anschaut, insbesondere die Wellen drum herum, ist zu erkennen, dass es sich nicht um ein grosses Tier handelt. Es dürfte die Grösse eines Taucherlis oder einer Ente haben.
  • Bobk 05.09.2019 23:04
    Highlight Highlight Neil Gemmel rocks. Aber er braucht Style Beratung.
  • Alienus 05.09.2019 18:21
    Highlight Highlight Das haben gälischen Scotte 565 aufgenommen. Die wussten, dass die tumpen Engländer kommen und Pfundiges abdrücken werden.

    Beweis ist eindeutig erkennbar:
    Leichte Dünung von 11 Uhr. Eine Bug- oder Heckwelle nicht sichtbar. Das „Monster“ ist in Ruhestellung, weil an den konzentrischen Kreiswellen erkennbar. Wenn Fotogerät in Bauchhöhe, dann 5-6 m Entfernung. Wenn in Kopfhöhe, dann 8-10 m. Bei beiden Möglichkeiten weist die perspektivische Ellipsenform darauf hin.

    Fazit1: Das „Monster“ ist etwa 50 cm hoch, etwa 50 cm lang. Ein Ast.

    Fazit2: Die Monster gebiert immer noch der Mensch selbst.
  • Ribosom 05.09.2019 17:06
    Highlight Highlight Ich habe Nessie gesehen und fotografiert. Hat Ähnlichkeiten mit einem Aal, das muss ich zugeben. Aber das Tier auf dem Foto ist definitiv Nessie.👍
    Benutzer Bild
  • Max Dick 05.09.2019 15:13
    Highlight Highlight Vielleicht war das Ungeheuer wirklich da, und hat dann - als der ganze Rummel startete - einen Nexit gemacht.
    • Das ist lustig, weil ... 05.09.2019 15:51
      Highlight Highlight ... der User mit dem Wort "Nexit" Bezug nimmt auf den Brexit (Austritt Grossbritanniens aus der EU). Damit deutet er auf witzige Art an, dass Nessie vielleicht mal existiert hat, das Loch Ness mittlerweile aber verlassen hat. Nessie scheint dabei mehr Erfolg gehabt zu haben als Grossbritannien.
  • Glenn Quagmire 05.09.2019 14:25
    Highlight Highlight Als ich mal nach Island flog hat der Pilot das Geheimnis verraten: "On the left you can see the famous Loch Ness. You may have heard all the stories about it. Just to tell you the truth: my mother in law lives down there"
    • nick11 05.09.2019 17:25
      Highlight Highlight Du hast einen Piloten im Flugzeug gehört und sogar verstanden?
    • Drank&Drugs 06.09.2019 13:30
      Highlight Highlight @nick11: Glenn ist ja auch selber Pilot.
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 05.09.2019 14:01
    Highlight Highlight Wird wohl ähnlich sein, wie der Kaiman vom Hallwilersee
  • Leckerbissen 05.09.2019 13:58
    Highlight Highlight badende Elefanten in Schottland klingt 10 mal interessanter und unwahrscheinlicher als ein Monster :D
  • Spin Doctor of Medicine 05.09.2019 13:35
    Highlight Highlight Jetzt wüsste ich gern mehr über die erste Erwähnung von Nessie im Jahr 565.
    • FrauMirach 05.09.2019 15:13
      Highlight Highlight Ich auch, das fände ich viel interessanter als die Tatsache, dass man jedem Rätsel auf den Grund gehen muss.

      Läck, dieser Aufwand! Nur um zu beweisen, dass es etwas nicht gibt, an das niemand glaubt, an dem jedoch alle Freude haben. Macht mich traurig.
    • TheSmokingGnu 05.09.2019 19:08
      Highlight Highlight Der Heilige Columba, missionar hat das Christentum nach Schottland gebracht, hat laut Legende in Monster gebannt/getötet. Allerdings entstand diese Legende erst viel später und das Loch Ness wird meines Wissens nie explizit erwähnt.
  • Frausowieso 05.09.2019 13:34
    Highlight Highlight Ich glaube, dass jeder weiss, dass es kein Nessie gibt. Die Leute mögen einfach die Geschichte und die Vorstellung. Genau so wie bei angeblichen Spukgestalten, die man auf Schlössern etc sehen soll. Mit Nessie macht man vorallem viel Geld. Es zieht massenhaft Touris in eine Region, die nicht speziell schön ist (für schottische Verhältnisse). Dann kauft noch jeder ein kleines Nessie Andenken und alle sind zufrieden. Keiner dort hat das Interesse, die Nichtexistenz von Nessie zu beweisen.
    • chandler 05.09.2019 14:43
      Highlight Highlight Die Region wäre schön, ist aber mit Touristen überflutet und hat sich, wie übrigens jeder Touri Hotspot, "nicht speziell schön" entwickelt
    • Flötist 05.09.2019 19:36
      Highlight Highlight > Ich glaube, dass jeder weiss, dass es kein Nessie gibt.

      Kaum jemand “weiss” das.
    • glointhegreat 05.09.2019 20:26
      Highlight Highlight @chandler
      Im herbst und frühling gehts einigermassen mit touris. Zudem empfehle ich morgens früh die attraktionen zu besuchen. So kam ich noch überall ohne gross anstehen durch.
      @ frausowieso: Die gegend ist im frühling auch sehr schön, halt noch ein wenig kühl, aber mit anständiger kleidung überhaupt kein problem. .... In der schweiz sind touristenorte also viel viel touristischer als dort.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Steven Stamkos 05.09.2019 11:52
    Highlight Highlight Hab das Monster von Loch Ness erst letztens gesehen. Hat mit dem Kaiman vom Halwilersee einen Caipirinha getrunken.
  • mugichopf 05.09.2019 11:41
    Highlight Highlight Wenn das Monster schon im 6. Jahrhundert gesichtet wurde, sollte es doch lange tot sein? Oder gibt es noch Familie und mehrere von diesen Dingern? Dann sollten diese Monster doch viel öfter gesichtet werden?
  • Klirrfactor 05.09.2019 11:29
    Highlight Highlight Schlussendlich war es nur ein Typ der baden ging, unter das Wasser tauchte und den Arm herausragen liess. Dabei stellte er sich vor ein U-Boot zu sein und sein Arm stellt ein Periskop dar.
    • stanislav.petrov 05.09.2019 11:51
      Highlight Highlight oder ein kaman 🤷‍♂️
    • Hans Jürg 05.09.2019 13:15
      Highlight Highlight Ich glaube, dass es sich um einen Elefanten handelt. Denn zu der Zeit gastierte ein Zirkus dort und die liessen ihre Elefanten im Loch Ness baden. Wir sehen auf diesem Bild den Rüssel.
    • Gretzky 05.09.2019 14:57
      Highlight Highlight Das Bild auf welches ihr euch bezieht, ist eine Fälschung. Steht im übrigen im Titel darüber. Der Typ der das Foto, ich glaub in den 30ern gemacht hat, hat sich von einem Modellbauer aus einem Spielzeug U-Boot ein Modell bauen lassen und machte dann zusammen mit seinem Sohn und ein paar Kumpels aus relativer Nähe unscharfe Fotos davon. Da man keinen Grössenvergleich hat, könnte man annehmen, das Foto sei aus grosser Entfernung gemacht. Der Modellbauer gab dies schliesslich kurz vor seinem Tod in den 90ern zu, da er der letzte Beteiligte des Schwindels war, der noch am Leben war.
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