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Aus dem Rechenbrett entwickelten die Römer einen Handabakus.
Gerführte Nieten ersetzen die losen Steine, das Gerät wird dadurch leicht und transportabel.

Die unteren Nieten zählen die Zehnerstufen einfach: 1 (I) - 10 (X) - 100 (C) - 1000 (M) usw.,
die oberen zählen jeweils fünffach: 5 (V) - 50 (L) - 500 (D) usw.

Aus dem Rechenbrett entwickelten die Römer einen Handabakus. Nieten ersetzen die losen Steine, das Gerät wird dadurch leicht und transportabel. Bild: Europeana / Heinz Nixdorf MuseumsForum

Wie Fibonacci die 7 nach Europa brachte

Lange Zeit sperrte man sich in unseren Breitengraden gegen das indisch-arabische Zahlensystem. Das konnte selbst Mathematiker Fibonacci nicht sofort ändern. Die wirtschaftlichen Vorteile waren aber schliesslich so gross, dass der Widerstand aufgegeben wurde.

Andrej Abplanalp / Schweizerisches Nationalmuseum



Mit Zahlen können die Eidgenossen ziemlich gut umgehen. Schweizer Banken zählen nach wie vor zu den beliebtesten Finanzinstituten und auch in der globalen Wirtschaft mischen wir kräftig mit. Zu verdanken haben wir das unter anderem dem Italiener Leonardo Pisano (1170-1240), besser bekannt unter dem Namen Fibonacci.

Porträt des Mathematikers Fibonacci.

Porträt des Mathematikers Fibonacci. Bild: Wikimedia

Der Mathematiker aus der Toskana verbreitete im 13. Jahrhundert die indisch-arabischen Zahlen in Europa. Entdeckt hatte er sie in Nordafrika. Dorthin war er mit seinem Vater, Guglielmo Bonacci, einem Notar, gereist. Im heutigen Algerien lernte Leonardo das Dezimalsystem kennen und schätzen. Dieses ermöglichte den Kaufleuten, ihre Berechnungen in einem einfacheren Schema zu tätigen.

Hier bloggt das Schweizerische Nationalmuseum

Mehrmals wöchentlich spannende Storys zur Geschichte der Schweiz: Die Themenpalette reicht von den alten Römern über Auswandererfamilien bis hin zu den Anfängen des Frauenfussballs.
blog.nationalmuseum.ch

Vor Fibonacci wurden die sieben römischen Zahlenzeichen (I, V, X, L, C, D, M) verwendet. Weil diese immer den gleichen Wert hatten, waren mathematische Berechnungen bereits ab vierstelligen Zahlen unübersichtlich und arithmetische Operationen konnten kaum lesbar dargestellt werden. Die Addition 2688 + 2786 = 5474 hätte beispielsweise so ausgesehen: MMDCLXXXVIII + MMDCCLXXXVI = MMMMMCDLXXIV. Da waren Krämpfe in der Schreibhand und Kopfweh beim Rechnen garantiert.

Im Umgang mit grossen Zahlen verwendeten die Römer zwar Abbreviaturen, Abkürzungen, diese variierten jedoch von Region zu Region und waren deshalb nicht für einen internationalen Handel geeignet.

Arabische Zahlen gegen römische Ziffern 1 : 0.

Arabische Zahlen gegen römische Ziffern 1 : 0. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum

Trotz buchhalterischen Vorteilen brauchte das System, das der Italiener nach Italien gebracht hatte, Zeit, um sich durchzusetzen. Die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und die 0 wurden in unseren Breitengraden skeptisch betrachtet. Die Kirche bezeichnete sie als teuflische Zeichen der Araber und einige Städte verboten sie sogar.

In Florenz beispielsweise argumentierte man, dass die arabischen Ziffern leichter zu fälschen seien als die römischen. Auch die schlechte Lesbarkeit in den Kaufmannsbüchern wurde kritisiert. Die Stadt verbot 1299 die Verwendung von arabischen Zahlen in Verträgen und offiziellen Dokumenten.

Besonders die Null hatte es schwer. Eine Zahl, die gar keine Zahl ist und trotzdem einen Wert verzehnfachen kann, war den Italienern nicht geheuer. Misstrauen bestand auch gegenüber negativen Werten. Die rechnerischen Vorteile des indisch-arabischen Zahlensystems überzeugte die Händler allerdings sofort und irgendwann mussten auch die grössten Skeptiker zugeben, dass sich so besser Rechnen und Berechnen liess. Von Italien aus verbreitete sich das System über die Handelsrouten Richtung Norden und gelangte im 15. Jahrhundert auch in die Schweiz.

>>> Weitere historische Artikel auf: blog.nationalmuseum.ch

watson übernimmt in loser Folge ausgesuchte Perlen aus dem Blog des Nationalmuseums. Der Beitrag «Wie die 7 nach Europa kam» erschien am 20. März.
blog.nationalmuseum.ch/2020/03/fibonacci

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lug 30.03.2020 14:29
    Highlight Highlight Das ist der Grund warum die Zahlen so aussehen
    Benutzer Bild
    • Zauggovia 30.03.2020 16:01
      Highlight Highlight Lug und Betrug
    • TJ Müller 30.03.2020 16:04
      Highlight Highlight Nein ist es nicht. Das ist vieeicht eine Merkhilfe für kleine Kinder. Und btw, die 4 hätte hier zB 6 Winkel unter 90 grad.
  • Zauggovia 30.03.2020 14:00
    Highlight Highlight Geil, erinnert mich in der heutigen Zeit an die pflanzliche Gentechnik, die auch dank des Aberglaubens mit Gesetzen bekämpft wird.
  • dämittemgröschte 30.03.2020 12:58
    Highlight Highlight Wieso wird die 7 im Titel speziell erwähnt?
  • Tatwort 30.03.2020 11:34
    Highlight Highlight Ich bin dumm und verstehe nicht, wie Fibonacci nun die Sieben nach Europa brachte. Die gab es vorher nicht?
    • Ueli der Knecht 30.03.2020 14:38
      Highlight Highlight Vorher war es VII.
  • easy skanking 30.03.2020 11:25
    Highlight Highlight hey, die magische zahl.. det spiel am schluss geht auch mit 1-25 5er reihe.. gibt immer 65...
  • tr3 30.03.2020 11:25
    Highlight Highlight Es ging dann aber noch bis zur Französischen Revolution, bis sich das neue System wirklich durchsetzte.
  • El_Sam 30.03.2020 10:55
    Highlight Highlight Solch positive Verbreitungen aus Italien sind mir durchaus lieber als Corona ;-)
    Danke für den spannenden Artikel.
  • -thomi- 30.03.2020 09:58
    Highlight Highlight Fibonacci hat eine ganz interessante Zahlenreihe entdeckt, die sich in der Natur überall wiederfindet (z.B, in Romanesco oder Sonnenblumen). Das wäre auch mal ein Artikel. Und dann wäre da noch der Goldene Schnitt und Quantentheorie. Alles Ideen für Artikel. Der Typ war geil! Anschliessend bitte auch einen Artikel über Cardano (komplexe Zahlen). Grüsse!
    • TJ Müller 30.03.2020 16:09
      Highlight Highlight Ich glaube du solltest weniger dem youtube Algorithmus folgen... Deine Aufzahlung erinnert mich schwer an den Einstieg in all die pseudo wissenschaftlichen Filmchen. Die Esotheriker finden immer irgend eine Verbindung vom der fibonacci reihe zum goldenen schnitt und dann als kröneneder Abschluss eine wirre Interpretation der Quantenphysik. Quantenphysik klingt cool, wird aber in den allermeisten Fällen komplett falsch wiedergegeben.
    • -thomi- 30.03.2020 17:58
      Highlight Highlight Naja. Wenn Du eine Matrix erstellst, die die Fibonacci Reihe abbildet, die dann n mal multiplizierts und die Eigenwerte ausrechnest, dann kommst Du auf den goldenen Schnitt und seinen Kehrwert. Soll ich Dir die Rechnung senden? Ausserdem kann ich Dir auch beweisen, dass F_n+1/F_n nach dem goldenen Schnitt konvergiert. Interessiert? Das mit Romanesco und Sonnenblumen kannst Du selber nachschlagen. Bzgl. Quantenphysik: Ich bin Physiker. Fragen?
    • hoffmann_15@hotmail.com 31.03.2020 07:27
      Highlight Highlight Euler war aber auch ziemlich cool.
    Weitere Antworten anzeigen
  • piranha 30.03.2020 09:55
    Highlight Highlight Und was hat das Ganze jetzt speziell mit der 7 zu tun?
  • Zingoo 30.03.2020 09:21
    Highlight Highlight Es war Silvester II nicht Fibonacci wie Sie hier verbreiten. Bitte Quellen überprüfen.
  • Zingoo 30.03.2020 09:09
    Highlight Highlight Die Sonne Arabiens scheint im Westen
  • ubu 30.03.2020 08:41
    Highlight Highlight Eher enttäuschend dieser Artikel. Clickbait-Titel ("Oh, eine Story über die 7!"), dahinter die Info, dass rechnen mit römischen Zahlen schwierig war (wüki?), dass es Widerstände gegen die arabischen Zahlen gab (wüki?) und dass sich die am Ende trotzdem durchsetzten, weil sie praktischer waren (tell me more...). Und natürlich nichts spezifisches über die 7.
    • ubu 30.03.2020 16:04
      Highlight Highlight Wenn's ein Paid Post wäre, würde das irgendwo stehen.
  • Butch Cassidy & Sundance Kid 30.03.2020 08:35
    Highlight Highlight Fehlt hier nicht noch was oder ist der Artikel wirklich nur so kurz?

    Sehr spannendes Thema aber leider ohne Substanz :(
  • Palpatine 30.03.2020 08:27
    Highlight Highlight "Besonders die Null hatte es schwer. Eine Zahl, die gar keine Zahl ist und trotzdem einen Wert verzehnfachen kann, war den Italienern nicht geheuer."

    Sehenswert dazu ist die Dokumentation "Die Geschichte der 1" von Terry Jones (dem leider vor ein paar Wochen verstorbenen Monty-Python-Star). Leider auf Deutsch kaum erhältlich!
  • Kiro Striked 30.03.2020 07:30
    Highlight Highlight Haha, immer die Kirche..

    "Ich kenne es nicht, es ist des Teufels".

    Toller Artikel. Spannend zu lesen.
    • Der Kritiker 30.03.2020 16:12
      Highlight Highlight Man kann die Verbortheit der Menschen natürlich nur auf die Institution Kirche schieben, am Ende des Tages ist es aber noch immer der Mensch, gepaart mit einer explosiven Gruppendynamik, der solchen Scheiss von sich gibt.
    • Kiro Striked 30.03.2020 17:16
      Highlight Highlight Absolut Korrekt, nur sind teilweise die hellsten Köpfe der Geschichte aufgrund der Kirche oder der Götter Zugrunde gegangen. Nehmen wir Sokrates, heute sind seine Vorstellungen von Gut und Böse, richtig und Falsch unerschütterlich in unseren Rechtssystemen verankert. Damals ist er in einem Gefängnis verrotet, weil er nicht gläubig genug war und somit ein Unruhestifter für die Religiösen von damals.

      Hippokrates, der Vater der Medizin ereignete übrigens ein ähnliches Schicksal, wegen den Priestern von damals.

    • Shabaqa 31.03.2020 07:57
      Highlight Highlight @Kiro striked: Sokrates ist nicht in einem Gefängnis verrottet, sondern wurde zum Tode verurteilt und musste darauf einen Becher mit Gift trinken. Dass es soweit kam, hatte er vermutlich mit seinem Verhalten begünstigt, indem er nach dem Schuldspruch eine nicht angemessene Strafe vorschlug (nach athenischem Recht schlugen Kläger und Angeklagter eine Strafe vor): Die Mehrheit, die ihn zum Tode verurteilte war deutlich grösser als die, die ihn für schuldig befand.

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