DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Nobelpreis der Mathematik»: ETH-Professor Alessio Figalli erhält die Fields-Medaille

Der Mathematiker und ETH-Professor Alessio Figalli ist für seine herausragenden Leistungen in der mathematischen Forschung mit der Fields-Medaille geehrt worden. Die Auszeichnung hat einen mit einem Nobelpreis vergleichbaren Stellenwert.
01.08.2018, 16:5801.08.2018, 17:35

Die Internationale Mathematische Union (IMU) verlieh die Fields-Medaille am Mittwoch im Rahmen des Internationalen Mathematikerkongresses (ICM) in Rio de Janeiro.

Die IMU würdigt Figalli, der seit 2016 Professor für Mathematik an der ETH Zürich ist, für seine Leistung bei der Lösung von Problemen, die sich auf den optimalen Transport, spezielle partielle Differentialgleichungen und Wahrscheinlichkeit beziehen.

Figalli hat unter anderem ein über 20 Jahre lang bestehendes Problem gelöst, das die sogenannte Monge-Ampère-Gleichung betrifft, wie die ETH Zürich am Mittwoch schrieb. Diese berühmte partielle Differentialgleichung wurde im 19. Jahrhundert eingeführt und kommt heute in so unterschiedlichen Gebieten wie Stadtplanung, Bildgebung oder Meteorologie zur Anwendung.

Formation von Wolken

Im Kern besagt die Gleichung, dass die Gesamtkosten eines Transports so minimal wie möglich zu halten sind. Dies gilt auch für Veränderungsvorgänge in der Natur: Seifenblasen und Kristalle erhalten beispielsweise ihre schöne geometrische Form, indem sie ihre Oberflächenenergie minimieren.

Figalli konnte mathematisch nachweisen, dass sich die abrupt auftretenden Formationsänderungen von Wolken in Grosswetterfronten mit den Gleichungen des optimalen Transports beschreiben lassen. Wenn die Wolken ihre Form ändern, bewegen sich die Wolkenpartikel in einer optimalen, energetisch günstigen Weise von einem anfänglichen Zustand in einen neuen.

Der Werdegang des 34-jährigen Italieners ist eindrücklich. Sein Doktorat schloss er 2007 in nur einem Jahr ab. Im Alter von 25 Jahren wurde er zum ausserordentlichen Professor der Universität von Texas in Austin ernannt, mit 27 zum ordentlichen Professor befördert und mit 32 an die ETH Zürich berufen.

«Botschafter der Mathematik»

Figalli zeigte sich ob der Auszeichnung geehrt. «Die Medaille drückt nicht nur eine hohe Anerkennung für meine Forschung aus, sondern für die ganze Wissenschaftsgemeinschaft der Analysis», liess er sich in der ETH-Mitteilung zitieren. Er sei motiviert, sich weiter in der Spitzenforschung zu engagieren. «Als erster einen schwierigen Beweis zu führen, der viele Mathematiker und Mathematikerinnen jahrelang beschäftigt hat, ist grossartig.»

ETH-Präsident Lino Guzzella zeigte sich laut der Mitteilung überzeugt, dass der Mathematiker sowohl für die ETH als auch für den Forschungsplatz Schweiz ein grosser Gewinn sei. Figalli könne als «Botschafter für die Mathematik» wirken.

Drei weitere Preisträger

Neben Figalli bekamen auch der deutsche Mathematiker Peter Scholze (Univerisität Bonn), Akshay Venkatesh (Princeton University und Stanford University, USA) und Caucher Birkar (Cambridge University, Grossbritannien) die goldene Medaille. Sie geht auf den Mathematiker John Charles Fields zurück.

Die Fields-Medaille gilt als wichtigste wissenschaftliche Anerkennung für Mathematiker. Sie hat den gleichen Stellenwert wie der Nobelpreis in den Naturwissenschaften. Honoriert wird jeweils eine herausragende Leistung in der Mathematik, die vor dem 40. Lebensjahr erbracht worden ist.

Die mit umgerechnet rund 11'400 Franken dotierte Auszeichnung wird nur alle vier Jahre vergeben. 2006 ging eine Fields-Medaille an Wendelin Werner, der seit 2013 ebenfalls an der ETH Zürich forscht und lehrt. (viw/sda/dpa)

Apropos Mathematik: Kennst du diese 10 Situationen aus der Schule noch?

Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

Rätsel

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Graviton
01.08.2018 17:14registriert Januar 2018
Wusstet ihr, dass die Medaille den gleichen Stellenwert wie der Nobelpreis in den Naturwissenschaften hat? 😉
606
Melden
Zum Kommentar
avatar
Luca Brasi
01.08.2018 22:23registriert November 2015
Bravissimo! 👏🇮🇹
274
Melden
Zum Kommentar
avatar
Thomas Bollinger (1)
01.08.2018 20:27registriert Juli 2015
Einfach nur grossartig. Gratuliere!
232
Melden
Zum Kommentar
6
Frau in Moutier BE von Auto angefahren und schwer verletzt

Eine Fussgängerin wurde am Mittwochnachmittag in Moutier BE von einem Auto angefahren und dabei schwer verletzt. Ein Rettungshelikopter flog sie in ein Spital.

Zur Story