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Wasserstoffbombe

Canopus, die erste französische Wasserstoffbombe.
Bild: Jaced.com

Von Ivy Mike bis Canopus: Die schaurige Schönheit der Wasserstoffbombe

Nordkorea will eine Wasserstoffbombe gezündet haben. Das Weisse Haus widerspricht allerdings Berichten Nordkoreas. Der Test müsse untersucht werden. Nichtsdestotrotz: Die erste dieser thermonuklearen Höllenmaschinen detonierte 1952 und war 800-mal stärker als die Bombe von Hiroshima. 



Einmal mehr hat Nordkorea mit einem überraschenden Atomtest die internationale Gemeinschaft aufgescheucht. Diesmal soll es sich sogar um eine Wasserstoffbombe gehandelt haben – es könnte aber auch nur eine geboostete Atombombe gewesen sein. 

Nordkorea ist der bisher letzte Staat, der sich in den Kreis der Atommächte gebombt hat. Das nukleare Zeitalter begann am 16. Juli 1945, als in der Wüste von New Mexico die erste Atombombe explodierte. Kurz darauf, am 6. und 9. August warf die US-Luftwaffe Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ab und bewies damit die entsetzliche Zerstörungskraft der neuen Waffe.  

70 Jahre Atombombenabwurf auf Hiroshima

Doch reine Atombomben, wie sie bisher zum Glück nur im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen, sind nicht die stärksten nuklearen Vernichtungsmittel. Die Energie, die bei der Spaltung von schweren Atomkernen frei wird, ist enorm, aber nicht so gross wie jene, die bei der Kernfusion erzeugt wird. Die Verschmelzung von leichteren Atomkernen zu einem neuen ist die Energiequelle der Sonne und aller anderen leuchtenden Sterne. 

Pläne für den Bau einer Fusionsbombe wurden 1949 im Kalten Krieg aktuell, als die Sowjetunion ihre erste Atombombe zündete und damit das amerikanische Atomwaffen-Monopol brach. Die geschockten Amerikaner suchten nach einem Mittel, ihre Dominanz wiederzuerlangen und entwickelten die Wasserstoffbombe. 

Die Kernfusion ist technisch nicht einfach zu meistern, denn sie erfordert extrem hohe Temperaturen von 400 bis 500 Millionen Grad Celsius. Um diese zu erreichen, wird zuerst eine herkömmliche Atombombe gezündet, deren Energie dann die Verschmelzung der Atomkerne ermöglicht. 

Die erste Wasserstoffbombe:

Am 1. November 1952 war es soweit: Auf dem Eniwetok-Atoll im Pazifik detonierte Ivy Mike, die erste thermonukleare Bombe. Sie war 800-mal stärker als Little Boy, die Bombe, die Hiroshima zerstörte.

Ausgewählte amerikanische H-Bomben-Tests:

Doch der Vorsprung der USA hielt diesmal nicht einmal ein Jahr – schon am 12. August 1953 liessen die Sowjets ihre erste Wasserstoffbombe explodieren.

Damit war der nukleare Rüstungswettlauf neu lanciert. Knapp vier Jahre später testeten die Briten ihre erste H-Bombe, dann folgten 1967 die Chinesen und wieder ein Jahr später schliesslich die Franzosen.

Die erste französische, chinesische und britische H-Bombe

Die Sowjets, die nicht wie die Amerikaner über eine strategische Bomberflotte verfügten, verwendeten als Trägersystem ballistische Interkontinentalraketen. Um deren – wenigstens zu Beginn – mangelnde Zielgenauigkeit zu kompensieren, baute die Sowjetunion H-Bomben mit enormer Zerstörungskraft.

Diese Entwicklung führte zur sogenannten Zar-Bombe, der stärksten jemals gezündeten Wasserstoffbombe. Sie entwickelte eine Sprengkraft von über 50 Megatonnen; ihr dreistufiges Design hätte vollständig geladen sogar 100 MT erreicht. Ihre Detonation am 30. Oktober 1961 war die stärkste je von Menschen verursachte Explosion. 

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«Tsar bomba».
YouTube/broubies

Von den Atommächten, die dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sind, hat Indien 1998 bereits eine Wasserstoffbombe getestet – vermutlich aber ohne vollständigen Erfolg. Auch Israel könnte bereits im Besitz der H-Bombe sein. Das Land macht jedoch traditionell ein Geheimnis aus seiner atomaren Bewaffnung. 

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