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US-Gesundheitsbehörde steigert Impf- und Wissenschaftsskepsis

Studie zeigt: US-Gesundheitsbehörde steigert Impf- und Wissenschaftsskepsis

30.04.2026, 20:00

Die geänderte Kommunikation der US-Gesundheitsbehörde CDC zum Thema Impfen und Autismus hat die Skepsis in der Bevölkerung erhöht. Das zeigt eine Studie der Universität Wien, die im Fachjournal «Science» erschienen ist.

A nurse prepares a syringe with the COVID-19 vaccine at Santa Maria Della Pieta hospital in Rome, Monday, Dec. 28, 2020. 80 healthcare workers received Covid-19 vaccinations on Monday in a Rome hospit ...
Die Impfskepsis wurde durch die US-Gesundheitsbehörde CDC vergrössert.Bild: AP LaPresse

Obwohl wissenschaftlicher Konsens darüber besteht, dass Impfungen nicht mit Autismus zusammenhängen, änderte die US-Gesundheitsbehörde CDC im Herbst 2025 ihre offizielle Kommunikation dazu. Sie betonte stattdessen, dass ein solcher Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden könne. Ein Forschungsteam zeigt nun in einer im Fachjournal «Science» veröffentlichten Online-Umfrage, dass diese geänderte Information die Impf- und Wissenschaftsskepsis steigert.

Die Folgen dieser geänderten Kommunikation haben die Forschenden in einer Online-Studie mit rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den USA untersucht. Dazu erhielten zwei Gruppen unterschiedliche Versionen der CDC-Homepage: Eine Gruppe bekam die frühere Version der CDC-Mitteilung zu lesen, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus verneint, die andere die neue Version. Eine dritte Gruppe erhielt keine entsprechende Information.

Für die Forschenden sind die Ergebnisse klar: Wer die aktualisierte, abgeänderte Mitteilung las, hielt Nebenwirkungen von Impfungen für wahrscheinlicher, hatte mehr Bedenken hinsichtlich der Impfsicherheit und zeigte eine geringere Bereitschaft, sich impfen zu lassen.

Förderung wissenschaftsfeindlichen Denkens

Zusätzlich zeigte sich dadurch ausgelöst ein Vertrauensverlust in die US-Gesundheitsbehörde. Zudem werden wissenschaftsfeindliche Denkweisen gefördert, die Desinformation begünstigen, etwa durch selektives Zitieren von Studien, unrealistische Beweisforderungen oder verschwörungsnahes Denken.

Das Forschungsteam empfiehlt deshalb, wichtige Änderungen in Gesundheitsbotschaften transparent zu dokumentieren, sorgfältig an der Evidenz auszurichten und – wenn möglich – im Voraus zu prüfen, wie sie in der Bevölkerung verstanden werden. Es gehe nicht darum, wissenschaftliche Unsicherheit grundsätzlich zu verschweigen. Entscheidend sei, sie passend zur tatsächlichen Evidenz zu kommunizieren – besonders bei Themen, zu denen es bereits einen breiten wissenschaftlichen Konsens gebe. (dab/sda/apa)

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