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epaselect epa08380296 Two women enjoy the view over the Kloental lake with a low water level in Glarus, Switzerland, 23 April 2020.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Zwei Frauen sitzen am Klöntalersee in Glarus, der einen unterdurchschnittlich tiefen Wasserstand im April 2020 führt. Bild: EPA

Frühes Grünen könnte die Sommerdürre verschärfen

Der Klimawandel lässt Pflanzen früher spriessen – und das kann einer Studie zufolge die Dürre im Sommer verstärken. Die schon im Frühjahr üppig wachsenden Pflanzen entziehen dem Boden Wasser, das später fehlt.



Die Klimaforscherinnen Ana Bastos und Julia Pongratz von der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigen dies anhand von Simulationen für das Jahr 2018 in Europa. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin «Science Advances» veröffentlicht. Den Modellen nach könnte auf den «Frühlingseffekt» – also das frühere Wachstum der Pflanzen – etwa die Hälfte der sommerlichen Trockenheit in Zentraleuropa im Jahr 2018 zurückgehen.

Im Jahrhundertsommer gab es anders als etwa bei den Dürren 2003 und 2010 in grossen Teilen Zentraleuropas schon im Frühjahr eine grosse Hitzewelle. Das legte die Basis für die extreme Dürre im Sommer. Dabei wirkten mehrere Effekte gleichzeitig: Der Boden dörrt durch das frühere Ergrünen zusätzlich aus, der späteren Vegetation fehlt Feuchtigkeit. Weil zudem der kühlende Effekt von Verdunstung fehlt, steigt die Temperatur – was wiederum die Trockenheit verstärkt.

Langfristig könnte das in der Folge geringere Pflanzenwachstum den Klimawandel zusätzlich vorantreiben. Denn damit wird auch weniger Kohlendioxid in Pflanzen gebunden.

Weltweit nimmt die Vegetation derzeit ein Viertel bis ein Drittel allen von Menschen etwa durch Verkehr, Industrie oder Entwaldung verursachten Klimagases auf, wie Pongratz sagte. Gerade in Europa binden vergleichsweise intakte Wälder relativ viel CO2. Durch gezielte Pflanzungen könnten Ökosysteme widerstandsfähiger gemacht werden, etwa indem landwirtschaftliche Flächen durch Wälder aufgelockert werden, schlagen die Wissenschaftlerinnen vor.

(sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 11.06.2020 06:05
    Highlight Highlight Eigentlich sollte es jedem klar sein:

    Mehr Menschen = Mehr Konsum, mehr Ackerfläche, mehr Überbauung, mehr Ressourcenverbrauch, mehr Abfall, mehr Klimaerwärmung, mehr Umweltverschmutzung, mehr Artensterben...

    Nur logisch ist es auch, dass ein Kind in der westlichen Welt von all dem das x-fache eines Kindes in der 3. Welt verursacht...
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 11.06.2020 01:08
    Highlight Highlight Den Wohlstandsverwahrlosten wird das Ausmass der Umweltzerstörung erst klar, wenn die Folgen auch bei ihnen unmittelbar vor der Nase sichtbar sind. Wobei ich selbst da noch meine Zweifel habe, ob die das wirklich begreifen werden, wenn's mal so weit ist.

    Hauptsache deren Wagen steht in der Garage und die nächsten Ferien, günstig gebucht, können stattfinden. Und ja, das neue iPhone 12 ist auch längst vorbestellt.
    Umwelt? Pffff...

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