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Zwei Frauen sitzen am Klöntalersee in Glarus, der einen unterdurchschnittlich tiefen Wasserstand im April 2020 führt.
Zwei Frauen sitzen am Klöntalersee in Glarus, der einen unterdurchschnittlich tiefen Wasserstand im April 2020 führt.Bild: EPA

Frühes Grünen könnte die Sommerdürre verschärfen

Der Klimawandel lässt Pflanzen früher spriessen – und das kann einer Studie zufolge die Dürre im Sommer verstärken. Die schon im Frühjahr üppig wachsenden Pflanzen entziehen dem Boden Wasser, das später fehlt.
10.06.2020, 22:17

Die Klimaforscherinnen Ana Bastos und Julia Pongratz von der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigen dies anhand von Simulationen für das Jahr 2018 in Europa. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin «Science Advances» veröffentlicht. Den Modellen nach könnte auf den «Frühlingseffekt» – also das frühere Wachstum der Pflanzen – etwa die Hälfte der sommerlichen Trockenheit in Zentraleuropa im Jahr 2018 zurückgehen.

Im Jahrhundertsommer gab es anders als etwa bei den Dürren 2003 und 2010 in grossen Teilen Zentraleuropas schon im Frühjahr eine grosse Hitzewelle. Das legte die Basis für die extreme Dürre im Sommer. Dabei wirkten mehrere Effekte gleichzeitig: Der Boden dörrt durch das frühere Ergrünen zusätzlich aus, der späteren Vegetation fehlt Feuchtigkeit. Weil zudem der kühlende Effekt von Verdunstung fehlt, steigt die Temperatur – was wiederum die Trockenheit verstärkt.

Langfristig könnte das in der Folge geringere Pflanzenwachstum den Klimawandel zusätzlich vorantreiben. Denn damit wird auch weniger Kohlendioxid in Pflanzen gebunden.

Weltweit nimmt die Vegetation derzeit ein Viertel bis ein Drittel allen von Menschen etwa durch Verkehr, Industrie oder Entwaldung verursachten Klimagases auf, wie Pongratz sagte. Gerade in Europa binden vergleichsweise intakte Wälder relativ viel CO2. Durch gezielte Pflanzungen könnten Ökosysteme widerstandsfähiger gemacht werden, etwa indem landwirtschaftliche Flächen durch Wälder aufgelockert werden, schlagen die Wissenschaftlerinnen vor.

(sda/dpa)

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Dürre in Kalifornien USA

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Dürre in Kalifornien USA
quelle: getty images north america / justin sullivan
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«Wir müssen Apples Zwangsjacke ablegen, um innovativ zu sein»
Evgeny Morozov ist der Michel Foucault der Digital-Moderne: Er analysiert die Machtstrukturen des Internets. Dass die Tech-Industrie jedes Problem mit einer App lösen will, sieht er als eigentliches Problem. Eine gefährliche Ideologie breite sich aus.

Messerscharf analysiert Evgeny Morozov in seinem Buch «The Net Delusion», warum das Internet nicht zu mehr Demokratie und Freiheit, sondern zu mehr Unterdrückung und Überwachung führt. Das war 2011, der Arabische Frühling und der Börsengang von Facebook standen noch bevor. Morozov war ­damals erst 26 Jahre alt und hatte ein, wie die FAZ schreibt, «epochenmachendes» Buch verfasst.

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