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Russland (links), Beringstrasse (Mitte) und Alaska (rechts). bild: wikimedia/nasa

Untergrund-Agenten-Netzwerk

1950 fürchteten sogar die USA eine russische Invasion – in Alaska



Die Krise in der Ukraine nährt in Osteuropa alte Ängste vor den territorialen Gelüsten Russlands. Zu Beginn des Kalten Kriegs waren diese so ausgeprägt, dass sogar die USA Angst vor einer sowjetischen Landinvasion hatten – in Alaska. Das Territorium hatte einst zum Zarenreich gehört, war aber 1867 für 7.2 Millionen Dollar an die USA verkauft worden.

Wie kürzlich freigegebene und von der Nachrichtenagentur AP gesichtete Dokumente belegen, begannen 1950 die Bundespolizei FBI und der Militärgeheimdienst OSI alaskische Zivilisten als Agenten anzuwerben, die im Fall einer russischen Invasion abtauchen und Washington über die Bewegungen des Feindes auf dem Laufenden halten sollten.

This undated handout image obtained by The Associated Press shows the second of the two-part memo to FBI Director J. Edgar Hoover about

Memo des Militärgeheimdienstes OSI an FBI-Direktor J. Edgar Hoover über die Initiierung des Projekts «Washtub». Bild: AP

Reguläre Truppen unterhielten die USA in Alaska nur wenige, denn das Gebiet hatte damals noch den Status eines Territoriums. Erst 1959 wurde es zum 49. Bundesstaat. Alaska ist durch eine 80 Kilometer breite Meerenge (Beringstrasse) vom russischen Festland getrennt.

Ureinwohner galten als unverlässlich

Als Agenten kamen nur Weisse infrage. Ureinwohner wie die Inuit waren explizit ausgeschlossen, weil sie angeblich zu viel Alkohol tranken und sich kaum für Politik interessierten. Kandidaten wurden auch auf ihre patriotische Einstellung hin überprüft. Einer tauchte zum Beispiel in der Abonnentenliste des Magazins «Soviet Russia Today» auf und war damit nicht rekrutierbar.

FILE - This March 26, 1947, file photo shows Federal Bureau of Investigation Director J. Edgar Hoover calling the communist party of the United States a

FBI-Direktor J. Edgar Hoover 1947 vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe. Bild: ap

Zur Ausbildung nach Washington D.C. kamen schliesslich Fischer, Fallensteller und Buschpiloten. Dort lernten sie Fallschirmspringen sowie Nachrichten zu ver- und entschlüsseln. Letzteres erwies sich als besondere Herausforderung: «Für einen Hinterwäldler in 15 Lektionen praktisch unmöglich zu erlernen», heisst es in einem Dokument.

Als im September 1951 die ersten Agenten ihre Ausbildung abgeschlossen hatten und in Alaska die Geheimverstecke mit Vorräten, Kälteschutzkleidung, Verschlüsselungstechnik und Funkgeräten angelegt waren, bekam der Initiator des streng geheimen Projekts «Washtub» plötzlich kalte Füsse. FBI-Direktor J.Edgar Hoover hatte Angst, dass, wenn den Sowjets die Invasion Alaskas gelänge, auch seine Behörde des Versagens beschuldigt würde. Er befahl den sofortigen Ausstieg und überliess «Washtub» dem Militärgeheimdienst OSI.

This image obtained by The Associated Press shows a Sept. 6, 1951 memo in which FBI Director J. Edgar Hoover says it’s time to pull the FBI out of “Washtub” and refers to Pearl Harbor. Hoover teamed up on a highly classified project, code-named “Washtub,” with the newly created Air Force Office of Special Investigations, headed by Hoover protege and former FBI official Joseph F. Carroll. The secret plan was to have citizen-agents in key locations in Alaska ready to hide from the invaders of what was then only a U.S. territory. But just as the first trained agents were to be put in place in September 1951, Hoover pulled out, leaving it in OSI’s hands -- even though one month earlier his top lieutenants had advised him the FBI was “in these programs neck deep,” with an “obvious and inescapable” duty to proceed. Three years later, Hoover was pulled back in, briefly. (AP Photo)

Memo von J. Edgar Hoover mit der Aufforderung, das FBI fortan aus «Washtub» herauszuhalten (siehe Schluss: «get out at once»). Bild: /AP/KEYSTONE

Einmal musste sich der legendäre und gefürchtete FBI-Direktor doch noch mit «Washtub» beschäftigen. Im Oktober 1954 übergab eine Frau im alaskischen Anchorage der Bundespolizei einen mysteriösen Brief, der fälschlicherweise an sie adressiert war. Die Geheimdienstler witterten sofort Spionage und versuchten fieberhaft, die Botschaft zu entschlüsseln. Das gelang ihnen zwar nicht, trotzdem konnten sie bald Entwarnung geben: Es war eine «Übungsbotschaft», die einer der «Washtub»-Agenten aus Versehen ausgelöst hatte.

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In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

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