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Bierkarte der Schweiz: Hier befinden sich alle Brauereien

Die Welt in Karten

Die grosse Schweizer Bierkarte zeigt dir alle 1280 (!) Brauereien des Landes

Die Schweiz hat die höchste Brauerei-Dichte der Welt. Und es werden immer mehr: In den letzten zwei Jahren kamen 146 Brauereien dazu. Wo die Brauereien sind und welcher Kanton die mit Abstand meisten Bierproduzenten hat – unsere grosse Übersicht.
21.09.2022, 15:0922.09.2022, 08:10
Reto Fehr
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Während in München am Oktoberfest die Zapfhähne glühen, wird in der Schweiz wie wild gebraut. Allein in den vergangenen 24 Monaten sind in der Schweiz 146 neue Bierbrauereien entstanden. Trotz – oder gerade wegen – der grassierenden Corona-Pandemie.

Mit mittlerweile 1280 Betrieben hat die Schweiz die höchste Brauerei-Dichte der Welt. Diese Zahl hat sich allein seit 2015 verdoppelt. Grund: Immer mehr Mikrobrauereien drängen auf den Markt. Das hat Auswirkungen auf die produzierte Biermenge in der Schweiz. Diese hat sich in den 2000er-Jahren kaum verändert.

Wo in der Schweiz Oktoberfeste gefeiert werden

Info:
Wir publizierten diesen Artikel im Mai 2022 zum ersten Mal. Allerdings gab es damals zeitweise technische Probleme, die jetzt behoben sein sollten.

Hier wird gebraut

Die Schweizer Brauereien-Landschaft kennt seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Aktuell sind bei der Schweizerischen Zollverwaltung BAZG 1280 Brauereien registriert – ein absoluter Rekordwert. Wo gebraut wird, zeigt dir unsere Karte:

Zoome und klicke auf die Symbole für mehr Informationen. Eine Liste aller Brauereien findest du bei Punkt 6 unten. ACHTUNG: Die Brauereien werden nicht an der genauen Adresse angezeigt, sondern am PLZ-Ortsmittelpunkt, den Google angibt. Hat es in einer Gemeinde mehrere Brauereien, haben wir diese um den Ortsmittelpunkt gruppiert.
Standorte der Brauereien auf der Karte
Die Daten zu den Brauereien stammen aus dem «Verzeichnis der steuerpflichtigen Brauereien» der Schweizerischen Zollverwaltung BAZG, einige wenige Brauereien wurden zudem durch Userinputs ergänzt.

Als Standort wählten wir den von Google angegebenen Mittelpunkte pro Postleitzahl. Hat es in einer Gemeinde mehrere Brauereien, haben wir diese um den Ortsmittelpunkt gruppiert. Die Brauereien sind also NICHT an ihrem exakten Standort eingezeichnet, sondern auf dem Gebiet ihrer PLZ.

So viele Brauereien kamen dazu

Die Anzahl Brauereien hat sich seit 2015 verdoppelt. Besonders eindrücklich ist der Vergleich mit 1991: Heute existieren rund 40-mal mehr Brauhäuser als damals. Dies hängt mit der Aufhebung des Bierkartells zusammen. Dieses bestand seit 1935 und sorgte für eine umfassende Marktregulierung.

Ist damit der Höhepunkt erreicht? Christoph Lienert, der stellvertretende Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes (SBV) meint dazu: «Das kann nicht abschliessend gesagt werden. Ich denke aber, dass sich das rasante Wachstum der letzten Jahre nun verlangsamen wird.» Hobby-Brauereien dürften auch weiterhin dazukommen: «Es wird sicherlich neue Brauereien geben, welche in der Freizeit betrieben werden. Der Schritt in die Professionalität ist jedoch schwierig und wird wohl nur von wenigen gewagt.»

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Gerstensaft für «Muddi» Merkel.
quelle: epa/epa / christian bruna
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Die Obwaldner sind die Brau-Könige

Besonders beliebt scheint die eigene Bierproduktion in der Innerschweiz zu sein: In Obwalden sind vier Brauereien auf 10'000 Einwohner registriert, in Nidwalden deren zweieinhalb. Zu beachten ist aber: Obwalden hat gerade einmal 38'000 Einwohner, Nidwalden rund 43'000.

Aussagekräftiger ist da der Kanton Bern mit seiner Million Einwohnern. Er befindet sich mit zwei Brauereien pro 10'000 Einwohner weit vorne. Wenig «braufreudig» zeigen sich dagegen die Zürcher, Genfer und Appenzell Ausserrhoder.

Weniger Bier produziert

Die 1280 Brauereien stellten 2021 rund 3,4 Millionen Hektoliter Bier her. Damit nahm die Produktion zu den vorhergehenden Jahren leicht ab. Nach 1960 wurde einzig 2013 weniger Bier in der Schweiz produziert.

Das hat zwei Gründe: «Die guten Ergebnisse von 2018 und 2019 dürften aufgrund des jeweils schönen und warmen Sommers erfolgt sein. In den Jahren 2020 und 2021 wurde dagegen in erster Linie infolge der Covid-19-Pandemie deutlich weniger Bier verkauft als in den Sommern zuvor», erläutert Tabea Rüdin, Mediensprecherin des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit BAZG.

Immer mehr Mikrobrauereien

Warum wird weniger produziert, obwohl die Anzahl Brauereien in die Höhe schnellt? Der Grund ist einfach: Rund drei Viertel der Brauereien sind Mikrobrauereien und werden meist hobbymässig betrieben. Diese Mikrobrauereien produzieren nur rund vier Prozent des Schweizer Bieres.

Die produzierte Menge Bier brach deshalb ähnlich ein, wie die Entstehung neuer Brauhäuser in die Höhe schoss. Wurden 1991 bei der Aufhebung des Bierkartells noch rund 130'000 Hektoliter pro Brauerei hergestellt, sind es 2021 nur noch deren 2646 Hektoliter Bier:

Hier findest du alle Brauereien

Die Geschichte der Biersteuer
Der Bund erhebt eine Steuer auf Bier, das im Zollgebiet hergestellt oder in dieses eingeführt wird. Besteuert wird dabei Bier bis zu einem Alkoholgehalt von höchstens 15 Volumenprozent. So kam es dazu:

«Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es politische Vorstösse, das Bier zu besteuern. Letztlich scheiterten diese alle am wirtschaftspolitischen Problem, dass eine Steuer auf Bier Wettbewerbsverzerrungen zur Folge gehabt hätte, wenn nicht nebst den bereits steuerpflichtigen gebrannten Wassern auch sämtliche anderen alkoholischen Getränke, einschliesslich des Weins, besteuert worden wären.

Das Bier wurde erstmals zur Finanzquelle des Bundes, als 1927 mit dringlichem Bundesbeschluss auf der Einfuhr von Braugerste, Braumalz und Bier neben dem normalen Zoll noch ein Zollzuschlag erhoben wurde.

Als sich die Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren auf die Bundesfinanzen auszuwirken begann, beschloss der Bundesrat 1934 die Einführung einer allgemeinen Getränkesteuer. Der Widerstand insbesondere der Weinbauern führte drei Jahre später zur Aufhebung dieses Beschlusses, die Biersteuer wurde jedoch beibehalten.

Mit Einführung der Warenumsatzsteuer 1941 wurde ein System eingeführt, das die gleichbleibende Gesamtsteuerbelastung des Bieres im Vergleich zum Engrospreis sicherstellen sollte. Mit dem Abbröckeln des Bierkartells 1992 sowie den Massnahmen im Rahmen des GATT wurde die Festsetzung des Steuersatzes an das EFD delegiert.

Der heutige Artikel 131 BV sieht die im Verhältnis zum Bierpreis garantierte Gesamtbelastung (Biersteuer und MWST) nicht mehr vor. Damit konnte die Biersteuer von der Höhe der Mehrwertsteuer und des Bierpreises abgekoppelt werden.

Das Biersteuergesetz vom 6. Oktober 2006 (Bundesgesetz über die Biersteuer; BStG) wurde am 1. Juli 2007 in Kraft gesetzt.»

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WAS?! In der Schweiz darf ich also ÜBERALL Bier trinken?????
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65 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jo Kaj
08.05.2022 19:30registriert Juli 2019
Eine Karte, welche aufzeigt, wo kein Bier gebraut wird, wäre wohl um einiges übersichtlicher. 😄🍻🍺
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