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Cheops entdeckt eine Art Regenbogen auf Exoplaneten

HANDOUT - Cheops, an exoplanet-observing satellite, illustration. In this view the satellite's telescope cover is closed. Cheops is the European Space Agency (ESA)'s CHaracterising ExOPlanet ...
Cheops.Bild: SCIENCE PHOTO LIBRARY SPL
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Cheops entdeckt eine Art Regenbogen auf Exoplaneten

05.04.2024, 13:04
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Das Schweizer Weltraumteleskop Cheops hat eine Art Regenbogen auf einem 637 Lichtjahre entfernten Planeten gefunden. Bei dieser Entdeckung einer sogenannten Glorie handelt es sich wahrscheinlich um den ersten Nachweis dieses Phänomens ausserhalb unseres Sonnensystems.

Noch braucht es aber weitere Untersuchungen um zu bestätigen, ob es sich bei der Bobachtung auf dem Planeten «WASP-76b» wirklich um eine Glorie handelte, wie die Universität Genf am Freitag mitteilte. Die Entdeckung stellten die Forschenden in einer Studie im Fachblatt «Astronomy & Astrophysics» vor.

Eine Glorie ist eine regenbogenähnliche Streuung von Licht, die aussieht wie ein Heiligenschein. Sie entsteht, wenn das Licht durch perfekt uniforme Tropfen hindurchtritt und reflektiert wird. Im Falle der Erde bestehen die Tröpfchen aus Wasser.

Tropfen aus Eisen?

Die Beschaffenheit dieser Tröpfchen auf WASP-76b sei aber nach wie vor ein Rätsel, so die Universität. Es könne sich um Eisen handeln, da dies bereits in der Oberfläche des Planeten nachgewiesen wurde.

«Der Grund, warum ausserhalb unseres Sonnensystems noch nie eine solche Glorie beobachtet wurde, liegt darin, dass dieses Phänomen sehr spezifische Bedingungen erfordert», erklärte Erstautor Olivier Demangeon in der Mitteilung. Zunächst einmal müssten die Tröpfchen nahezu perfekt kugelförmig, völlig gleichmässig und ausreichend stabil sein, um über einen langen Zeitraum beobachtet werden zu können. Zudem müssten diese Tröpfchen direkt vom Stern des Planeten beleuchtet werden, und der Beobachter - in diesem Fall das Weltraumteleskop Cheops - müsste sich an der richtigen Stelle befinden.

2400 Grad heiss

Die Entdeckung solch winziger Phänomene in so grosser Entfernung werde es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, andere, ebenso wichtige Phänomene zu erkennen, hiess es von der Universität Genf. Zum Beispiel die Reflexion des Sternenlichts an flüssigen Seen und Ozeanen - eine notwendige Bedingung für die Bewohnbarkeit.

Der Planet «WASP-76b» wird seit seiner Entdeckung im Jahr 2013 von Astronominnen und Astronomen genaustens unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass auf dem Gasriesen extreme Bedienungen mit Regen aus Eisen und Temperaturen von bis zu 2400 Grad Celsius herrschen. Chemische Elemente, die auf der Erde Gesteine bilden würden, schmelzen und verdampfen dort, bevor sie auf der etwas kühleren Nachtseite kondensieren und Wolken erzeugen. (sda)

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