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Nach dem Ja zur Homo-Ehe: «Es gibt keinen Grund, der gegen eine Legalisierung von Polygamie oder Inzest spricht»

Unser Autor stiess eine brisante Diskussion an: Sollen nach dem Ja zur Homo-Ehe auch Polygamie und Inzest erlaubt werden? In den Kommentaren und auf Facebook entbrannte eine rege Diskussion. Hier die besten Kommentare der User.



Falls du vorgängig den Artikel von Peter Blunschi lesen möchtest, das ist der Titel und du kannst ihn anklicken: Führt das Ja zur Homo-Ehe zum Dammbruch? Müssen Polygamie und Inzest erlaubt werden?

User «sleeper» schreibt:

«Also für mich ist der Fall klar: Es gibt keinen logischen Grund der gegen eine Legalisierung von Polygamie oder Inzest spricht, solange alles freiwillig abläuft und die involvierten Personen volljährig sind.»

Auch «Amboss» bläst ins selbe Horn

«Schlüssig argumentiert. Ausweg kann eigentlich nur folgender sein: Zivilrechtlich gibt es eine Partnerschaft, welche alle, die füreinander einstehen wollen, eingehen können. Die Kirche kann dann immer noch ihren Segen gemäss der traditionellen Ehe erteilen... Oder homosexuelle auch nicht segnen.»

Noch deutlicher wird «Lezzelentius»

«Jeder der sich hier negativ zu Inzest und Polygamie äussert, muss in Zukunft damit rechnen, dass er denselben Gegenwind erfährt wie Gegner der Homo-Beziehungen.»

Natürlich gibt es Vorbehalte 

«Polygamie destabilisiert die Gesellschaft. Für jeden Mann mit fünf Frauen gibt es vier ohne Frau. Und je mehr frustrierte junge Männer, desto mehr sozialer Zündstoff. Polygamie ist höchstens dann sinnvoll, wenn aufgrund von andauernden Krieg Männer fehlen.»

«Kronrod»

Was heisst eigentlich «Polygamie»? Ein kurzer Diskurs dazu:

«Ihr habt die Polyandrie vergessen. Ich kenne mindestens zwei Frauen, die ganz offen mit mehr als zwei Männern zusammenleben und dabei sind alle rundum glücklich. Die einzigen, die damit Probleme haben, sind religiös und andere mit Vorurteilen behaftete Leute. Wollte ich erwähnen, weil hier jemand meinte, dass Polygamie die Gesellschaft destabilisieren würde und zu viele Männer dann keine Frau abbekommen würden.»

«Rhabarber»

Darauf antwortet unser Korrektor:

«Der Begriff Polygamie umfasst sowohl die Polygynie als auch die Polyandrie, also nein: Die Polyandrie wurde nicht vergessen. ;)»

Raphael Bühlmann

«Wieder was gelernt. Danke Raphael :-)»

«Rhabarber»

«Rhabarber, zur Ergänzung: ist tatsächlich so, dass wenn heute von Polygamie die Rede ist, eigentlich meist Polygynie gemeint ist. In der Tat umfasst Polygamie Polygynie und Polyandrie.»

«Meraxes»

Wie steht es eigentlich um die Ehe an sich?

«Ich bin für Abschaffung ... heutzutage kann man sehr gut ein ganzes leben lang sich lieben und um einen kümmern ohne verheiratet zu sein. Es gibt sogar solche die haben Kinder dabei grossgezogen.»

«elivi»

Was ist selbstgewählt und was natürlicher Teil der Identität?

«Bei Homosexualität geht es um die Identität von Menschen und nicht um eine Wahl. Die Form der Liebe und die Wahl für die Beziehung sind Ausdruck dieser Identität. Polygamie hingegen ist eine Wahl der Lebensgestaltung und keine existentielle Identitätsfrage.»

Joël

«Auch Homo- oder Heterosexuelle brauchen keine Ehe um ihre Identität auszuleben. Im Artikel geht es darum, ob die Ehe auf andere Lebensformen erweitert werden soll. Nicht um Homosexualität und Polygamie allgemein.»

«Anded»

Aus der humoristischen Warte sieht das Ganze Max: 

«Das mit der Polygamie würde mir viele Probleme mit meinen Freundinnen ersparen.»

Max Heiri

Nicht selten wird die Legalisierung von Polygamie begrüsst, jedoch Inzest klar abgelehnt. Weshalb?

«Polygamie, wieso nicht? Wenn die einander aushalten und glücklich sind, sollen sie doch. Inzest klar nein.»

«Max Havelaar»

«Warum Inzest klar nein?»

«Anded»

«Vielleicht dachte Max dabei an den Schutz von Minderjährigen. Im einen Fall vor sexuellen Übergriffen durch angeblich liebende Familienmitglieder. Im anderen Fall an die Gesundheit von Nachwuchs durch eine inzestuöse Verbindung.»

«Rhabarber»

«Ich dachte nicht, dass ich es für einige noch explizit erwähnen müsste. Aber genau um die Punkte, die Rhabarber erwähnt hat, ging es mir.»

«Max Havelaar»

«Sexuelle Übergriffe gibt es zuhauf auch ausserhalb der Familie. Wäre wie wenn man Homosexualität verbietet, um Jungen vor sexuellen Übergriffen von Männern zu schützen. Ist definitiv kein Argument. Es geht im Artikel um die Ehe, welche sowieso nur für erwachsene Personen wäre.»

«Anded»

Fast niemand äusserte totales Unverständnis

«Krass wie schnell der Sittenzerfall vorangeht. Noch krasser, wie viele noch Beifall klatschen.»

«Chlinae_Tigaer»

Obwohl übers Ganze gesehen etwas überraschend die Zustimmung überwog, hier nochmal ein etwas skeptischerer Kommentar

«‹Warum soll nur die homosexuelle Partnerschaft das Privileg der Gleichstellung bekommen?› Warum sich nicht zur Abwechslung mal nur mit dem Ist-Zustand beschäftigen und nicht ständig versuchen, ihn kleinzumachen oder sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken?»

Michèle Seiler

Interessiert dich die Diskussion unter dem Post auf unserer Facebook-Seite? Hier geht's lang ...

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    Alle Leser-Kommentare
  • mrgoku 06.07.2015 15:34
    Highlight Highlight polygamie ist mir schnuppe.. wer will der soll... aber inzest? ist einfach nur zum kotzen dass wenn mal etwas legalisiert wird gleich alle aufschreien müssen und meinen man müsste einfach alles legalisieren... bald besorgen wir es noch den kühen und den hunden...
  • Zeit_Genosse 05.07.2015 13:11
    Highlight Highlight Die Ehe ist ein vertragliches Regelwerk für Partnerschaften. Bisher Mann und Frau und immer mehr auf der Welt auch gleichgeschlechtlich. Es geht darin um die gegenseitige Führsorge und um Festlegung materieller Ansprüche. Warum sollte es nicht auch ein vertragliches Regelwerk für eine Viel- und Verwandtenpartnerschaft geben. Müsste ja, um die Kirche im Dorf zu lassen, nicht Ehe heissen. Die Ehe ist gesellschaftlich so starkt mit Mann, Frau, Fortpflanzung, usw. religiös durchtränkt, dass es eine hinderliche Diskussion auslöst über Dogmen. Wenn es uns gelänge, den rechtlichen Aspekt vom gesellschaftlichen Apekt zu trennen, könnte man ein Rechtsraum für Partnerschaften öffnen, der die gegenseitige Führsorge der Partner einschliesst. Doch da kommt uns der Sex in den Weg und die Folgen von Nachwuchs. Gerade um diesen Nachwuchs geht es ja eigentlich. Wie wird dieser (nicht nur) materiell geschützt, wenn Partnerschaften zerbrechen (bei Ehen rund 50% und anderen Partnerschaften vermutlich nicht weniger). Soll der Staat (also die Gemeinschaft) für alle Partnerschaftsexperimente aufkommen? Bei der Vielehe könnte der Schaden gross sein. Zur Lösung müsste man ein angepasstes Partnerschaftsmodell skizzieren, wo das Inhaltliche auf diese anderen Lebensformen von führsorglicher Gemeinschaft geklärt wird. Da muss dann auch klar geregelt sein, wie es sich um Nachwuchs aus diesen Partnerschaften verhält, damit da keine Leidtragenden gefördert werden. Aber auch das Steuerrecht, Erbschaftsrecht, Altersvorsorge, usw. bedürfen weitreichender Anpassungen. Sexuelle Übergriffe und Gewalt (in und ausserhalb der Ehe) in Partnetschaften sind rechtlich heute geregelt. Ob Kinder aus Inzest-Gemeinschaften erlaubt werden sollen, wird die demokratische Gesellschaft mitentscheiden müssen. Das käme so oder so vor das Volk, weil konservativ-religiöse Kreise sturmlaufen und die Ehe als Institution gefährdet sehen. Also erst breite Diskussion, konstruktive Vorschläge (wie viel Aufwand für wie viele "Ausnahmen") und viele kleine Schritte (nicht gleich alles wollen). Ich würde dann zu meiner heutigen Frau meinen Töff und den Hund "ehelichen" und Führsorge walten lassen in einer eingetragenen Vielpartnerschaft. Mit den Verwandten habe ich es nicht so und Kinder sind Tabu!
  • SVRN5774 04.07.2015 00:56
    Highlight Highlight Ich finde das total ekelhaft und widerlich, dass ihr Inzest mit Homosexualität vergleicht.
    Das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Inzest ist widerlich!
    Was kommt als nächstes? Pädophilie? Und danach Nekrophilie? Vergewaltigungen werden legalisiert??
    • rasca 06.07.2015 10:40
      Highlight Highlight Das mit den Haustieren heiraten wär allerdings die Lösung für alle alten einsamen Katzenladys
    • Mr. Kr 06.07.2015 11:36
      Highlight Highlight Ich finde Homosexualität auch ekelhaft und widerlich.. Aber ich akzeptiere es. All die Argumente die für die Homosexualität sprechen, kann man auch für Inzest und Polygamie übertragen. Wenn sich 2 Lieben soll man die machen lassen, es geht niemanden was an. Pädophilie und Nekrophilie sind was ganz anderes!!
  • Gian.h 03.07.2015 21:53
    Highlight Highlight Meine Meinung ist, dass bei Polygamie und bei Inzest allfällige Kinder leiden würden. Dies ist bei der Homoehe meiner Meinung allerdings nicht so.
  • LisaSimpson 03.07.2015 19:59
    Highlight Highlight Soooooo cooool schon bald darf ich meine Katze heiraten;-)

    Benutzer Bild
  • buco 03.07.2015 18:51
    Highlight Highlight Viele glauben nicht an Gott und noch weniger an seine Gebote. Auch sie werden einstens gerichtet. Wir Menschen wissen nicht wie und es steht uns auch nicht zu, zu richten. Aber es steht uns zu, wieder einmal daran zu erinnern.
    Und was die Kirche angeht: Seriöse Kirchenvertreter verbieten oder empfehlen nicht wegen der Kirche, sondern haben in einem ausführlichen Studium versucht, Gottes Willen zu ergründen und teilen uns deren Erkenntnisse mit. Richten auch nicht, sondern regen zum nachdenken an.
    Machtmenschen gibt es überall, die einfach nur Lust an Machtspielen haben, leider auch in der Kirche. Die darf man wohl überhören.
    • mxvds 03.07.2015 19:25
      Highlight Highlight mhm.
      Benutzer Bild
    • goschi 03.07.2015 19:45
      Highlight Highlight Und wie will man den angeblichen Willen Gottes ergründen, wenn der doch diesen seit +/- 2'000 Jahren nicht mehr öffentlich bekundete?
      Erneute Umdeutung klassischer Fantasy-Literatur?

      Sich einem angeblichen Willen eines angeblich höheren Wesens auszuliefern, dieser angebliche Wille aber nur auf "Ergründungen" dessen Willen mittels alter Zitate basiert, zeugt nicht von viel gscheitem Nachdenken.
    • goschi 04.07.2015 13:11
      Highlight Highlight Ich finde Ghandi nicht super, im Gegenteil rezipiere ich seine Handlungen, vor allem auch nach der Unabhängigkeit, sehr kritisch.

      Und wieso bin ich ein Fundamentalist, wenn ich bestreite, dass das Erahnen und Ergründen von Gottes Wille wissenschaftlich sei?
      Und dass sich Moral- und Ethikfragen in der Bibel finden ist keine Rechfertigung für die Bibel, sondern zeigt nur, dass diese Themen schon vor der Existenz der Bibel präsent waren, weswegen die damaligen Autoren die Themen aufnahmen, es beweist viel mehr, dass die Bibel (und im Grunde die ganze instrumentalisierte Religion) obsolet sind.

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