Wissen
YouTube

YouTube-Star entdeckt neue Spinnenart – sie schimmert blau

Chilobrachys natanicharum: Die neue Tarantelart wurde in Thailand entdeckt.
Bild: Yuranan Nanthaisong
Chilobrachys natanicharum: Die neue Vogelspinnenart wurde in Thailand entdeckt.Bild: Yuranan Nanthaisong

YouTube-Star entdeckt neue Spinnenart – sie schimmert blau

Ein Natur-YouTuber und ein Forscher gehen auf die Suche nach einer Vogelspinne und finden eine neue Art. Klingt wie im Märchen?
26.09.2023, 09:1126.09.2023, 13:45
Dorothea Meadows / t-online
Ein Artikel von
t-online

Es klingt wie ein Abenteuerfilm, ist aber wirklich passiert. In Thailand haben ein YouTube-Star und ein Spinnenforscher gemeinsam eine neue, blau schimmernde Vogelspinnenart entdeckt.

JoCho Sippawat, ein thailändischer Wildlife-YouTuber mit mehr als drei Millionen Abonnenten, und Narin Chomphuphuang von der Universität in Khon Kaen beobachteten Chilobrachys natanicharum im Mangrovenwald ihres Heimatlandes und veröffentlichten Bilder des Fundes in der Fachzeitschrift «ZooKeys».

Dazu muss gesagt werden, dass Forschende bereits vage von der Existenz der Vogelspinne wussten, weil ein Foto im Internet kursierte. Die Spinne war aber noch nie zuvor tatsächlich gefunden, in ihrem Habitat beobachtet und beschrieben worden.

Warum ist Chilobrachys natanicharum so aufregend?

Eigentlich waren Sippawat und Chomphuphuang aufgebrochen, um eine Vogelspinne zu beobachten, die in hohlen Bambusstämmen lebt. Auf der Suche nach dem unscheinbaren braunen Tier fanden sie die blau schimmernde Chilobrachys natanicharum in einem ausgehöhlten Mangrovenbaum. «Dies ist die erste Vogelspinnenart, die jemals in einem thailändischen Mangrovenwald gefunden wurde», schreibt «ZooKeys».

Chilobrachys natanicharum: Die blaue Färbung rührt nicht von Pigmenten her, sondern entsteht durch winzige Härchen.
Chilobrachys natanicharum: Die blaue Färbung rührt nicht von Pigmenten her, sondern entsteht durch winzige Härchen.Bild: Yuranan Nanthaisong

Und woher kommt das leuchtende Blau? Ein Trick des Lichts, schreibt Chomphuphuang. «Das Geheimnis hinter der leuchtend blauen Färbung unserer Spinne liegt nicht im Vorhandensein blauer Pigmente, sondern in der einzigartigen Struktur ihrer Haare, in die Nanostrukturen eingearbeitet sind. Sie manipulieren das Licht so, dass es blau schimmert.»

Um die Vogelspinne zu finden, mussten die Forscher auf feuchte, rutschige Bäume klettern und sie dann aus ihrem Höhlenkomplex locken, heisst es. «Während unserer Expedition waren wir abends und nachts bei Ebbe unterwegs und konnten nur zwei Exemplare fangen», so Chomphuphuang. «Unsere Mühen haben sich gelohnt.»

Quellen

Dieses krasse Video ist nichts für Leute mit Schlangen-Phobie 😉

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tierbilder, die genug Stoff für Albträume liefern
1 / 95
Tierbilder, die genug Stoff für Albträume liefern
Falls du Angst vor Spinnen hast, dann ist das hier auch gar keine.
quelle: reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ist es ein Zombie? Ist es ein Roboter? Diese toten Spinnen faszinieren das Netz
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Womöglich gibt es doppelt so viele Wirbeltierarten wie bisher gedacht
Eine neue Studie über Kryptospezies – Arten, die gleich aussehen, aber sich genetisch unterscheiden – zeigt, dass es möglicherweise viel mehr Wirbeltierarten gibt, als wir bisher angenommen haben.
Kein Mensch weiss, wie viele Arten die Erde bevölkern. Schätzungen reichen von Millionen bis zu Billionen. Eine 2011 in PLOS Biology veröffentlichte Studie, die mit der Zeit zur «Standardschätzung» avancierte, kam auf die Anzahl von 8,75 Millionen – wobei 80 Prozent dieser Arten hypothetisch sind. Doch taxonomische Methoden wie DNA-Barcoding haben diese Zahl immer weniger plausibel erscheinen lassen. Nur schon Pilze könnten mehr als 6 Millionen Arten zählen, Insekten um die 20 Millionen. Mikroorganismen wie Bakterien? Womöglich Billionen.
Zur Story