Zürich
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
leutenegger filppo binz

«Rüpelhafte Stimmung» auf dem Binz-Areal: Der stellvertretende Vorsteher des Polizeidepartements, Filippo Leutenegger, an der Medienkonferenz. Bild: watson

Stadtrat Leutenegger zur Binz-Besetzung: «Am Montagmorgen ist Schluss!»

Nachdem das Binz-Areal am Freitag erneut besetzt worden war, kam es zu Scharmützeln mit der Polizei. Zum Vorgehen der Behörden und möglichen Konsequenzen für die Besetzer äusserte sich Filippo Leutenegger an einer Medienkonferenz.



Stadtrat Filippo Leutenegger, stellvertretender Vorsteher des Polizeidepartements der Stadt Zürich, gab am Sonntagnachmittag eine Einschätzung der Aktion auf dem Binz-Areal und des bisherigen polizeilichen Vorgehens. 

Vor den zahlreichen anwesenden Medien rekapitulierte Leutenegger noch einmal den ganzen Ablauf der Besetzung und insbesondere den Angriff auf seine Person. Als der Stadtrat am Samstag das Gelände auf eigene Faust aufsuchte, wurde er von mehreren Besetzern «massiv angepöbelt und rumgeschubst». «Ich ging davon aus, dass man wenigstens Grüezi sagen kann», sagte Leutenegger. Dem war offenbar nicht so. Die Stimmung sei sehr rüpelhaft, laut und aggressiv gewesen. Schliesslich hätten ihn mehrere junge Männer rausspeditiert. Laut einem Bericht von TeleZüri trug der Stadtrat dabei eine «Schramme am Arm» davon. 

Auch nach diesem Vorfall und nach Rücksprache mit der Polizei entschied man sich gegen eine Räumung. Es wäre unverhältnismässig und die Auswirkungen wären gravierend gewesen, sagte Leutenegger.

Der stellvertretende Vorsteher des Polizeidepartements wiederholte, dass man auch am Sonntag an dieser Strategie festhalte. «Am Montagmorgen ist Schluss», so Leutenegger. Eine genaue Deadline wurde nicht genannt.

Rund 70 Aktivisten aus der Besetzer-Szene sind in das Binz-Areal eingedrungen und wollen die Brache fuer mehrere Tage in Beschlag nehmen, waehrend die Polizisten in Vollmontur das Areal umstellen am Freitag, 17. Juli 2015, in Zuerich. Die Stadtpolizei ist mit mehreren Kastenwagen vor Ort, hat die Uetlibergstrasse abgesperrt und ist kurz nach ihrem Eintreffen bereits mit Gummischrot gegen die Besetzer und ihre Barrikaden vorgegangen. Das Areal Binz war von 2006 bis 2013 ueber sieben Jahre eines der grössten Besetzungen der Stadt Zuerich. (KEYSTONE/Siggi Bucher)

Polizeiaufgebot vor dem Binz-Areal. Bild: KEYSTONE

Das ist passiert

Am Freitagabend hatten ungefähr 100 Personen das leerstehende Industrieareal in Beschlag genommen, um dort ein dreitägiges «grosses Fest» zu feiern, wie sie in einer Mitteilung schrieben. Zuvor war es zu Scharmützeln mit der Polizei gekommen. Am Samstagabend hätten rund 500 Personen an der Party teilgenommen. Bei der Polizei gingen darauf 30 bis 40 Lärmbeschwerden ein.

Der Kanton forderte umgehend die Räumung des Areals. Zudem sollten die Personalien der Besetzer aufgenommen werden. Es könne nicht sein, dass wie vor zwei Jahren der Steuerzahler zur Kasse gebeten werde, sagt Markus Pfanner, Sprecher der Baudirektion. Deshalb habe man Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. (pru/sda)

Binz-Besetzung

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tatwort 19.07.2015 16:55
    Highlight Highlight Eigentlich peinlich. Eine autonome Bewegung, die in Zürich in den letzten Jahrzehnten viel erreicht hat, ist nun runterkondensiert auf ein paar wenige Leutchen, die ihr "politisches" Heil in einer Party suchen. Musik und Bier als letzter politischer Inhalt ist, offen gesagt, verdammt mager. Und ein Armutszeugnis für die Autonomen.
  • Heiniger(s) 19.07.2015 16:09
    Highlight Highlight was heisst hier, eine räumung wäre unverhältnismässig gewesen.
    wenn ich mit freunden ein lehrstehendes haus "besetzte", um party zu machen, kommt die polizei auch nicht vorbei um mir zu sagen, dass ich am ende aufräumen soll.
    sonst macht die justiz aus jeder mücke einen elefanten aber hier sind samthandschuhe angesagt.
  • Maria B. 19.07.2015 16:07
    Highlight Highlight Karl33: etwas gar weit hergeholt, Ihr Rundumschlag! Immerhin ist dieser "Profiteur" gemäss kürzlichen Pressemeldungen in unerwarteter Weise dabei, die Velowege der Stadt massiv weiter auszubauen und man kann ihm auch ganz allgemein attestieren, dass er sich recht gut und ohne Klamauk in den mehrheitlich links geprägten Stadtrat integriert hat. Doch zur eigentlichen Sache: es ist beklagenswert, wie dieses Lumpenpack sich zum Dank dafür dass es der Stadtrat grosszügig und entgegen dem Willen der kantonalen Behörden gewähren lässt, derart rüde und ohne minimalsten Anstand gebärdet. Man darf aber immerhin davon ausgehen, dass wenn Gesinnungsgenosse Wolff ihnen und seinem Sohn dort einen Besuch abgestattet hätte, er sicherlich freundlich bewirtet worden wäre :-)!
    • Karl33 19.07.2015 16:15
      Highlight Highlight Maria, ich bin kein Fan dieser Besetzer, aber ebensowenig bin ich Fan von der Politik eines Leuteneggers und seiner Partei. Und dass Leutenegger Teil des Immo-Spekulantenfilzes ist, ist nun mal nicht wegzuleugnen. Er vertritt die Interessen ganz weniger.
  • stadtzuercher 19.07.2015 15:48
    Highlight Highlight "Der Stadtrat wurde tätlich angegangen, aber nicht verletzt."
    SVP-Sender TeleZüri hat berichtet, der Philippo hätte eine Schramme am Arm. Bitte der Sache nachgehen und rausfinden, was tatsächlich Sache ist, Watson.
    • dä dingsbums 19.07.2015 16:39
      Highlight Highlight Recherchieren statt nur vom hörensagen wiederzugeben?
      Das wäre in der Tat zu begrüssen.
    • Angelo C. 19.07.2015 19:29
      Highlight Highlight Stadtzürcher : Um deinem Defizit auf die Sprünge zu helfen - Tele Züri gehört den AZ-Medien und diese als Sprachrohr der SVP zu bezeichnen scheint so ziemlich grotesk 😉! Hier die Umschreibung der AZ-Medien im Net :
      "Die Zeitschriftensparte der AZ Medien publiziert sowohl Special-Interest-Zeitschriften wie «wirEltern», «Kochen», «Fitforlife» und «natürlich» als auch Fachpublikationen für Haustechnik und Industrie."

      Teil 2 : WATSON braucht nicht weiter zu recherchieren, da TeleZüri in den Abendnachrichten ein Interview mit Marco Denoth, immerhin Co-Präsident der SP Zürich, die offenkundigen und bildlich exakt dokumentierten Übergriffe auf Stadtrat Leutenegger ganz enorm bedauert und das Vorgehen der Besatzer stark kritisiert.
    • stadtzuercher 19.07.2015 20:24
      Highlight Highlight Angelo, Tele Züri flirtet seit Jahren ungeniert mit der SVP-Politik. Peter Wanner, Besitzer der AZ, ist übrigens FDP-ler, falls du das nicht wissen solltest.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Karl33 19.07.2015 15:42
    Highlight Highlight Leutenegger mit eigener Immobilien-Spekulations-Firma und Lobbyist für die Immobilien-Branche ist jetzt nicht grad der glaubwürdige Stadtrat, wenns um nachhaltige Entwickeln der Stadt geht. Ginge es nach ihm, würde er die Grundstücke der Stadt an den meistbietenden ins Ausland verscherbeln, die Position der FDP dazu ist hinreichend bekannt. Seine Partei bekämpft die Rechte von Mietern und Genossenschaftern, damit Spekulanten noch mehr Absahnen können.

Fall «Carlos»: Drei Ärzte wegen Freiheitsberaubung angeklagt

Im Fall «Carlos» wurde von der Oberstaatsanwaltschaft ein Verfahren gegen drei Ärzte der psychiatrischen Uniklinik Zürich eingeleitet. Es geht um eine mutmassliche Freiheitsberaubung.

In der langen Geschichte des jungen Straftäters «Carlos» wird ein weiteres Kapitel geschrieben: Die Zürcher Staatsanwaltschaft klagt drei Ärzte der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, die «Carlos» 2011 behandelt hatten, wegen Freiheitsberaubung an.

Die Anklage wurde Ende März beim Bezirksgericht Zürich erhoben, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag einen Bericht des Regionaljournals Zürich von Radio SRF bestätigte. Der Tatvorwurf lautet auf Freiheitsberaubung und eventuell …

Artikel lesen
Link zum Artikel