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17 Tote ++ Noch viele Vermisste ++ Suche in ausgebranntem Londoner Hochhaus unterbrochen

15.06.17, 11:52 15.06.17, 16:47

Nach dem Hochhausbrand in London ist die Zahl der Todesopfer auf 17 gestiegen. Wie die Londoner Polizei am Donnerstag weiter sagte, wird mit noch höheren Opferzahlen gerechnet. Bisher waren 12 Opfer bestätigt.

Die Londoner Feuerwehr hat die Suche nach weiteren Opfern im ausgebrannten Hochhaus vorerst abgebrochen. Die Ränder des Gebäudes seien strukturell nicht sicher, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton am Donnerstag. «Ich schicke keine Feuerwehrleute da rein.»

Am Morgen, mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers, kam noch immer Rauch aus dem Haus. Es gebe noch Brandnester, sagte Cotton. Die Feuerwehr habe alle 24 Stockwerke kurz durchsuchen können. Für eine gründlichere Suche müssten vor allem die oberen Stockwerke erst gesichert werden.

Zahl der Vermissten noch unklar

Nach der Brandkatastrophe in einem Hochhaus in London wird noch eine Reihe von Bewohnern des 24-stöckigen Grenfell Tower vermisst. «Ich erwarte, dass die Zahl der Toten traurigerweise auf mehr als zwölf steigen wird», sagte Stuart Cundy von der Londoner Polizei am Mittwochabend. Bei dem gewaltigen Brand im Zentrum Londons wurden 65 Menschen von der Feuerwehr aus den Flammen gerettet, anderen gelang selbst die Flucht.

Bei dem Grossbrand im Grenfell Tower im Stadtteil Kensington kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist unklar. In dem Gebäude mit 120 Wohnungen lebten britischen Medienberichten zufolge zwischen 400 und 600 Menschen.

Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist unklar. Bild: Alastair Grant/AP/KEYSTONE

Die Ursache des Brands ist noch nicht geklärt. Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. «Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben, und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden.»

Wie in der «Dritten Welt»

Der britische Brandschutz-Experte Jon Hall nannte den Brand im Grenfell Tower einen Unfall, wie er in der «Dritten Welt» vorkomme. «Alle Bestandteile der Feuersicherheit und des Gebäudemanagements» müssten versagt haben, vermutete er auf Twitter.

Die britische Premierministerin Theresa May hat den ausgebrannten Grenfell Tower in West-London besucht. Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Matt Wrack, der Chef der Feuerwehr-Gewerkschaft, sagte, nach dem Brand hätten die Bewohner des Gebäudes das Recht, kritische Fragen zu stellen – etwa, ob die Fassadenverkleidung die Feuersicherheit beeinträchtigt habe.

«Ich bin tief betroffen von den tragischen Todesfällen.»

Premierministerin Theresa May

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte dem TV-Sender Sky News, auf dem Höhepunkt des Brandes hätten die Feuerwehrleute nur die zwölfte Etage erreicht. Laut Cotton drangen die Einsatzkräfte später bis ins 20. Stockwerk vor.

Dramatische Szenen

Im Gebäude spielten sich dramatische Szenen ab. Aus den Fenstern des Hochhauses loderten riesige Flammen. Augenzeugen berichteten von Bewohnern des Hochhauses, die in die Tiefe gesprungen oder gefallen seien.

Andere erzählten, dass Eltern – von Flammen umzingelt – ihre Kinder in die Tiefe geworfen hätten. Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein. Aus den oberen Stockwerken seien Schreie zu hören gewesen.

Freiwillige Helferinnen im Einsatz. Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude, die von herabstürzenden Trümmern gefährdet waren. Die angrenzende U-Bahn-Linie wurde bei der Station Latimer Road gesperrt, ebenso wie ein Abschnitt der Autobahn A40, die nördlich am Komplex vorbeiführt.

Brandursache unklar

Die Ursache des Brandes war zunächst unklar. Scotland Yard erklärte auf Anfrage, dass es sich bei der Brandursache nicht um einen Terroranschlag handle.

Feuerwehrchefin Cotton warnte davor, über die Ursache zu spekulieren. «Wir werden in den kommenden Stunden und Tagen sorgfältig nach dem Grund für dieses Feuer suchen und untersuchen, was passiert ist», sagte sie.

Auch Bürgermeister Khan versprach umfassende Aufklärung. «Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden.»

Vergebliche Warnungen

Der Grenfell Tower wurde 1974 erbaut und war von 2014 bis 2016 saniert worden. Eine Anwohner-Initiative hatte zu diesem Anlass eindringlich vor der Gefahr eines Brandes im Gebäude gewarnt.

«Es ist gar nicht auszudenken, was passiert, wenn in der Eingangshalle ein Feuer ausbricht», heisst es auf einem Blog-Eintrag der Grenfell Action Group. Die Bewohner sässen «in dem Gebäude in der Falle».

Die für die Sanierung des Towers zuständige Baufirma Rydon reagierte am Mittwoch schockiert auf den Brand. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit. (sda/dpa/afp/reu)

Erschöpfte Feuerwehrleute. Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

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  • Discombobulate 15.06.2017 12:46
    Highlight Wäre es nicht sinnvoll in höheren Gebäuden (z.b. ab 5 Stockwerken) eine Pflicht für Sauerstoffmasken einzuführen? Pro Wohneinheit die gleiche Anzahl Masken wie Bewohner zugelassen sind.

    Würde manche Leben retten. Feuerlöscher oder Defibrillatoren sind ja auch fast überall Pflicht (zumindest bei uns).
    5 5 Melden
    • LupaLouu 15.06.2017 16:25
      Highlight Was bringen dir Sauerstoffmasken, wenn der Fluchtweg abgeschnitten ist?
      4 1 Melden
    • Discombobulate 15.06.2017 17:51
      Highlight Könnte mir vorstellen dass eine Rauchvergtigung auch eine Todesursache sein könnte.

      Aber ja - wenn der Fluchtweg blockiert ist, bringt sie nicht mehr viel.
      5 1 Melden
    600
  • niklausb 15.06.2017 12:41
    Highlight Wievile Stockwerke sind es denn nun in der Bildstrecke ist sowohl von 24 wie von 27 die Rede...
    1 0 Melden
    • Willi Helfenberger 15.06.2017 16:13
      Highlight Der Grenfell Tower hat 24 Stockwerke - und nicht 27, wie die Londoner Feuerwehr twitterte. Wenn es um Hochhäuser geht, ist die Zählung oft nicht eindeutig.

      In einigen Ländern werden etwa bestimmte Etagennummern ausgelassen, weil man die Zahlen für Unglückszahlen hält. Dadurch hat das oberste Stockwerk eine andere Nummer, als die Zahl der Etagen nahelegen würde.

      8 0 Melden
    600
  • FrancoL 15.06.2017 12:15
    Highlight "Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit"

    Eine brandgefährliche Aussage. Aus Erfahrung kann ich nur sagen dass bei Sanierungen das vollständige Einhalten der Branschutzvorschriften oft gar nicht möglich ist.
    20 1 Melden
    • coronado71 15.06.2017 13:14
      Highlight 2015 sendete der NDR die Doku "Die Wärmedämmerung"
      http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Die-Waermedaemmerung,sendung443002.html

      Bezieht sich zwar hauptsächlich auf die Situation in Deutschland, ist aber im Zusammenhang mit der Katastrophe in London dennoch interessant.
      3 0 Melden
    • Maracuja 15.06.2017 19:34
      Highlight @FrancoL: Aus Erfahrung kann ich nur sagen dass bei Sanierungen das vollständige Einhalten der Branschutzvorschriften oft gar nicht möglich ist.

      Oft gar nicht möglich während der Sanierung oder auch darüber hinaus? Habe erst kürzlich anlässlich einer Eingabe für eine Umbaugenehmigung erlebt, dass die Behörden sehr genau darauf achten, dass die aktuellen strengeren Brandschutzvorschriften durch den Umbau neu eingehalten werden können.
      3 0 Melden
    • FrancoL 15.06.2017 21:30
      Highlight @Maracuja: bei Umbaten müssen tangierte Bauteile den Brandschutznirmen entsprechen und ein Teil der relevanten nicht besrbeiteten Bauteile die die Sicherheit gewährleisten sollen. Dabei werden Bauteile die nicht eibsehbar sind nicht den gleich strengen Normen unterworfen wie die bei einem Neubau der Fall ist.
      Das ist auch verständlich denn sonst könnte man gleich den Altbau abreissen.
      Da sind dann Brandschutzlücken die nicht zu verniedlichen sind.
      Zudem; aus Erfahrung weiss ich dass bei grossen Sanierungen manchmal auch gerade beim baulichen Brandschutz gemogelt wird, trotz Kontrollen.
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