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Die UNO verhängt neue Sanktionen gegen Nordkorea. Bild: EPA/EPA

UNO verhängt neue Sanktionen gegen Kim – die USA sind trotzdem sauer

12.09.17, 01:24 12.09.17, 07:52

Nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas hat der UNO-Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Die Resolution sieht ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea sowie Beschränkungen bei Öl- und Gaslieferungen vor. Betroffen sind 55 Prozent des Öls im Land.

Der Sicherheitsrat beschränkte bei seinem Beschluss in New York am Montag (Ortszeit) Öllieferungen an das kommunistisch regierte Land auf zwei Millionen Barrel pro Jahr. Die Resolution deckelt zudem die Rohöl-Lieferungen bei ihren derzeitigen Liefermengen und verbietet Lieferungen von Erdgas ganz. Der für Nordkorea wichtigen Textilindustrie sollen weiter Exporte verboten werden.

Mit einer härteren Resolution, die ein komplettes Ölembargo und direkte Finanzsanktionen gegen Machthaber Kim Jong Un vorgesehen hatte, konnten sich die USA in Verhandlungen mit China und Russland nicht durchsetzen.

Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA.  Bild: EPA/EPA

Reaktion auf Atomtest

Es ist bereits die neunte UNO-Resolution im Zusammenhang mit Nordkoreas Atom- und Raketentests seit dem Jahr 2006. Wirkung gezeigt hat bisher keine von ihnen - Pjöngjang setzte seine Tests und sein Atomprogramm trotz aller Warnungen bisher fort. Nordkorea hatte vor gut einer Woche nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen.

Die Grenzen für Öllieferungen gelten ab dem 1. Oktober. Bis Ende des Jahres dürfen nur 500'000 Barrel Öl an Nordkorea geliefert werden, ab 1. Januar 2018 dann nur zwei Millionen Barrel jährlich. Das zuvor diskutierte, vollständige Ölembargo galt als umstritten, weil es die nordkoreanische Bevölkerung schwer treffen würde.

Öl sei das «Lebenselixier» Nordkoreas im Bestreben, Atombomben zu bauen, sagte die UNO-Botschafterin der USA, Nikki Haley, nach der Abstimmung. Nordkorea verliere durch die Resolution 55 Prozent seines Öls.

Kim umgeht Sanktionen

Kurz vor der Abstimmung im Sicherheitsrat über die neuen Sanktionen hatte das isolierte Land den USA erneut gedroht. Die Vereinigten Staaten würden wegen ihres Eintretens für schärfere Strafmassnahmen einen «gebührenden Preis» zahlen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des nordkoreanischen Aussenministeriums.

Zuletzt hatte der UNO-Sicherheitsrat am 5. August einstimmig neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Rund einen Monat später stellte ein UNO-Bericht jedoch den Sinn von Strafmassnahmen insgesamt in Frage: Er kommt zu dem Schluss, dass es Pjöngjang immer besser gelinge, die Sanktionen zu umgehen - bis hin zum Waffenembargo. (sda/dpa/afp/reu)

Nordkorea: Dritter Raketentest in einem Monat

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Nordkorea: Dritter Raketentest in einem Monat

Video: srf/SDA SRF

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Radiochopf 12.09.2017 07:42
    Highlight Ein Schritt näher am Krieg, der Traum vieler US Militärs, Firmen usw. ... statt mit Nordkorea zu verhandeln weiter einen zerstörerischen Krief zu riskieren zeigt einmal mehr wem es wirklich um Frieden geht...
    2 4 Melden
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  • Zeit_Genosse 12.09.2017 06:01
    Highlight Wie würde die USA reagieren, wenn Nordkorea (von China motiviert) vorschlagen würde, dass das Atomprogramm eingestellt würde und beide Korea durch die UNO durchgesetzt zu einer waffenfreien Zone erklärt würden? Die USA würden einen strategischen Stützpunkt und Waffengeschäfte mit SK verlieren.
    3 8 Melden
    • INVKR 12.09.2017 06:56
      Highlight Ist eine rein hypothetische Frage, da Nordkorea das ganz sicher nicht vorschlagen wird...
      4 0 Melden
    • Silent Speaker 12.09.2017 07:46
      Highlight Sie tun auch gut daran, ihre Waffen nicht herzugeben. Eine waffenfreie Zone "Korea" wäre im Nu von den USA besetzt. Wenigstens das sollte man aus der Geschichte gelernt haben.

      Die USA könnte sich aber mal zur waffenfreien Zone erklären und all ihr Kriegsmaterial einstampfen. Der Planet würde im Nu friedlicher. Ausser vielleicht für die Amis selbst. Manche sind ja bekanntlich nachtragend.
      2 6 Melden
    • Zeit_Genosse 12.09.2017 07:48
      Highlight Meine Frage impliziert, dass auch die USA ein Interesse daran haben könnten, dass der Konflikt nicht gelöst wird und es letztlich darum geht, Südkorea und Japan im Chinesischen Meer noch stärker hinter sich zu haben und eine hohe militärische Präsenz (zu Kosten der beschützten Staaten SKorea und Japan) zu halten. So gesehen wäre der Kim ein schlauer, wenn er für die Chinesen plötzlich einen Friedenskurs anpeilen würde. Die USA würden dann auch politisch in Reaktionsmodus gezwungen. Tja, hypothetisch und hoch spekulative Gedanken an einem verregneten Dienstag aus dem Paradies.
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    • Silent Speaker 12.09.2017 12:15
      Highlight @Zeit_Genosse: Für die USA gibt es keine "zu beschützenden Staaten", sondern nur Untertanen. Die Japaner wurden nach Nagasaki in die Knie gezwungen und genötigt, einen Vertrag zu unterzeichnen, der sie zum pazifistischen Staat gemacht hat, der sie (noch) sind. An sich nichts Schlechtes, wenn man sich von den USA sagen lassen will, was man darf und was nicht. Dank den USA ist heute Japan seit 10 Jahren das Land mit der höchsten Staatsschuldenquote (240%). Amerikanischem Kapitalismus sei Dank. Die USA machen dann Krieg, wenn sie sich Vorteile davon versprechen. Sonst schauen sie einfach zu.
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  • Silent Speaker 12.09.2017 02:33
    Highlight Kim Jong-un ist Diktator von Nordkorea.

    Die USA ist Diktator von 75% des Planeten Erde.
    10 17 Melden
    • Silent Speaker 12.09.2017 07:04
      Highlight Okay okay! Ihr Blitzer. Ihr habt ja recht. Die USA ist Diktator von 90% des Planeten Erde.
      9 8 Melden
    • HAL9000 12.09.2017 08:07
      Highlight Genau darum ist es doch interessant, dass Kim da nicht mitmacht. Das ist auch sein gutes Recht.
      3 0 Melden
    600

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