International

Gegendarstellung in Bildern – Obamas Hof-Fotograf trollt Trump auf Instagram

10.02.17, 09:54 10.02.17, 16:22

Wenn es um die Frage «Barack Obama oder Donald Trump?» geht, kann man von Pete Souza keine Objektivität verlangen. Der Amerikaner ist quasi seit elf Jahren Obamas persönlicher Fotograf – und dokumentierte dessen Amtszeit im Weissen Haus aus nächster Nähe.

Pete Souzas Bilder von Barack Obama:

Inzwischen hat Shealah Craighead den Job von Pete Souza übernommen: Sie war von 2000 bis 2008 die Fotografin von George W. Bushs Frau Laura und arbeitete danach für die Republikanerin Sarah Palin. Pete Souza könnte nun also Abstand von der grossen Politik nehmen.

Das will er augenscheinlich aber nicht.

Auf Instagram macht der 63-Jährige Front gegen den neuen Präsidenten. Nicht mit klaren Worten, sondern mehr oder weniger subtil mit den Fotos von Donald Trumps Vorgänger: Kaum hat der neue Präsident eine Ankündigung, kommentiert Souza diese mit einem Barack-Obama-Bild.

Pete Souza zu Gast bei «Inside America». bild: wikicommons/Karen Nutini

Die Fehde begann kurz nach Trumps Amtsantritt, als der 70-Jährige das Einreiseverbot gegen Muslime verhängte.

Souza, dessen portugiesische Eltern von den Azoren in die USA eingewandert waren, postete zwei Tage später ein Foto des Demokraten mit einem Mädchen mit Kopftuch – und der Beschreibung: «Reden mit einem jungen Flüchtling in einem Klassenraum der Würde-für-Kinder-Stiftung im Jahr 2015».

Einen Tag später legte Souza nach – mit einem Foto vom Treffen Obamas mit dem sechsjährigen Alex, der sich für den Flüchtlingsjungen Omran stark gemacht hat.

Als Donald Trump am 1. Februar bekanntgibt, dass seine Wahl für den nächsten Bundesrichter auf Neil Gorsuch gefallen ist, trollte Souza wieder via Instagram: Er postete ein Foto mit dem Mann, der 2009 und 2010 als Obamas heissester Kandidat für den Obersten Gerichtshof galt. Sein Kommentar: «Merrick Garland. Ich mein' ja bloss.»

Noch am selben Tag zeigte Souza ausserdem, wie man diplomatisch Politik macht: Nachdem Donald Trump am Telefon zu Enrique Peña Nieto gesagt haben soll: «Ich brauche keine Mexikaner. Ich brauche Mexiko nicht», postete Obamas Hoffotograf ein Bild seines Ex-Chefs mit dem mexikanischen Präsidenten, das die beiden entspannt und gelöst beim Tequila-Trinken zeigt.

Auch das Telefonat zwischen Trump und Australiens Premier soll nicht gerade freundschaftlich gewesen sein. Im Gegensatz zur Unterredung, die Barack Obama einst mit Malcolm Turnbull und Neuseelands Premier John Key führte.

Souza hat also schon einige Schlachten für seinen früheren Dienstherren geschlagen – und Trumps Amtszeit hat gerade erst begonnen. Dass Souza die Munition ausgehen könnte, muss nicht befürchtet werden: In den acht Jahren von Obamas Präsidentschaft hat der Mann zwei Millionen Fotos gemacht. Der Krieg dürfte also lang und hart werden ...

(phi, via Mashable)

Michelle Obama, die schönsten Bilder

Obamas Emotionen

Die reichsten US-Präsidenten

Donald Trump – sein Leben in Bildern

Das könnte dich auch interessieren:

Aus diesen 7 Gründen ist Trump der Chancentod aller Rechtspopulisten

Europa aus Schweizer Sicht – böse, böse, böse, böse, böse

17 Momente, in denen die Migros einfach zu weit gegangen ist

Jep, Xenia Tchoumi(tcheva) gibt es immer noch – und sie ist äusserst erfolgreich

9 falsche Vorurteile, die Menschen ohne Katze leider immer noch haben

Wie Erdogan Europa sieht – oder eine Karte mit ganz viel Keçi Seven

Kaiserin Theodora von Byzanz: Die Frau, die ihre Vagina mitten im Gesicht trug

Wie ein australisches Bier in eine Shitstormspirale gerät – ohne jegliche Absicht

Sex mit Tieren, Folter, Depressionen: 6 Beweise, dass Märchenprinzessin ein Scheissjob ist

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Catloveeer, 19.12.2016
Die beste App ever! Einfach 🔨
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
10 Kommentare anzeigen
10
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Der Beukelark 11.02.2017 11:06
    Highlight grossartig! besser kann man auf trump fast nicht reagieren.
    2 1 Melden
    600
  • Miicha 10.02.2017 13:15
    Highlight Ich folge ihm auf Instagram, wirklich wunderschöne Fotos, nicht nur von Obama.
    27 10 Melden
    600
  • Scaros_2 10.02.2017 12:31
    Highlight Man kann von mir aus jahrelang die Haltung haben, das Obama mit den ganzen Drohnen etc. ein schlechter Präsident war.

    Ja das mag sein. Ja es mag sein das er als "Amtsträger US-Präsident" in der Sparte sehr schlecht dasteht. Mag alles sein.

    Aber

    Als Mensch finde ich Obama extremst symphatisch und äusserst Fotogen und zeigt gleichzeitig das er in vielen Punkten sehr bodenständig ist un sich nicht scheut "zu blödeln" vor der Kamera wie das viele Menschen tun. Das macht ihn wiederum so symphatisch. Mit so einer Person kann man sich besser identifizieren als einem polternden Trump
    85 4 Melden
    • Fischra 10.02.2017 19:10
      Highlight Er war kein schlechter Präsident. Es wird einfach nicht über das geredet was er gutes tat.
      30 7 Melden
    • pamayer 10.02.2017 22:45
      Highlight Bzw, was er erreichte wird jetzt mit dem Trumpschlaghammer unter lautem Tweetgejohle abgerissen.
      18 5 Melden
    600
  • Micha Moser 10.02.2017 10:40
    Highlight Die Fotos von Pete Souza sind schlicht genial. Und wie er Trump damit Vorführt. Hammer :D
    47 7 Melden
    600
  • lilie 10.02.2017 10:08
    Highlight Coole Aktion! Bitte mehr davon! 😁

    BTW: Trump lässt sich von einem Fotografen ablichten, der vorher zwei FRAUEN fotografiert hat? Lässt ihn das nicht schwach dastehen? 😜😂
    191 17 Melden
    600

«Fake News. Lügenpresse!» – Wie Roger Köppel zur Schweizer Version von Donald Trump wurde

Man reibt sich die Augen: Ist das wirklich Roger Köppel, der da auf dem Facebook-Profil des SVP-Nationalrats schreibt? Oder ist das nicht etwa ... Donald Trump? Oder etwa Doger Krumpel? Ronald Tröppel? Eine Glosse.

Irgendwann im Dezember muss es passiert sein. Roger Köppel sass vor seinem Laptop, als ihn ein Geistesblitz durchfuhr: Wieso lange Sätze schreiben, wenn's auch anders geht. Kürzer. Prägnanter. Träfer. Und vor allem: wütender. Der Trump'sche Twitter-Duktus, so die Erkenntnis des «Weltwoche»-Chefs, muss eingeschweizert werden. 

Noch vor den US-Wahlen startete Köppel einen ersten zögerlichen Versuchsballon auf Facebook. Ein Griff in die Neowutbürgervokabular-Kiste förderte Folgendes zutage: …

Artikel lesen