Schweiz

Bestialischer Mord an Basler Dirne mit 37 Messerstichen – Täter muss 18 Jahre in den Knast

Publiziert: 14.09.16, 11:13

Prostituierte im Kleinbasler Rotlichtmilieu. Bild: KEYSTONE

Der Mann, der in Basel eine Prostituierte mit 37 Messerstichen getötet hat, muss für 18 Jahre hinter Gitter. Das Strafgericht Basel-Stadt hat den 45-jährigen aus Angola stammenden Portugiesen am Mittwoch des Mordes schuldig befunden.

Mit seinem Strafmass liegt das Gericht nur gerade ein Jahr unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen auf Totschlag plädiert und eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verlangt.

Ereignet hatte sich die Tat am 7. Mai 2015 an der Hegenheimerstrasse in Basel. Der Angeklagte hatte sein späteres Opfer über eine ihm bekannte Prostituiertenvermittlerin zu sich nach Hause bestellt. Bevor er die Liebesdienste in Anspruch nahm, meldete er sich unter einem Vorwand bei der Arbeit ab und sagte seinem Mitbewohner, dass er bis am Abend nicht in die Wohnung kommen könne.

Der ominöse Mann im Schrank

Später soll es in der Wohnung zu einer Auseinandersetzung mit der Kamerunerin gekommen sein. Dabei stach der Angeklagte mit einem Küchenmesser auf die zweifache Mutter ein. Als sie ins Badezimmer flüchtete, folgte er ihr gemäss Anklageschrift und stach weiter auf sie ein, bis sie verstarb. Die Leiche versteckte er unter dem Bett, wo diese später vom Mitbewohner des Angeklagten entdeckt wurde.

Nach Aussagen des Angeklagten soll die Frau zuvor einen unbekannten Mann in die Wohnung gelassen haben, den er im Schrank entdeckt und mit dem Messer aus der Wohnung vertrieben habe. Danach habe er die Frau zur Rede stellen wollen. Als sie ihm eine Decke über den Kopf geworfen habe, habe er mit dem Messer um sich gestochen.

Vor den mehrfachen sexuellen Handlungen hatte der Angeklagte gemäss eigener Aussagen Kokain konsumiert und Wodka getrunken. In der Nacht zuvor habe er auch in der Stadt reichlich Alkohol zu sich genommen und sei erst gegen Morgen in die Wohnung zurückgekehrt.

Diskussion um Geld und Koks

Vor Gericht sagte der Mann im Weiteren aus, dass es Diskussionen über die Höhe der Bezahlung gegeben habe. Gefeilscht sei auch um den Preis des Kokains worden, das ein Bekannter der Prostituierten vorbeigebracht habe. Dieses habe sich beim späteren Konsum als «schlecht» herausgestellt.

Nach der Tat flüchtete der mehrfache Familienvater über Frankreich nach Marokko. Die Flucht finanzierte er mit Geld, das er sich nach der Tat unter einem Vorwand von einer Betreuerin eines kirchlichen Vereins erschlich. Am 3. Juni stellte er sich der spanischen Polizei und wurde später an die Schweiz ausgeliefert.

Der Gerichtspräsident wies in der Verhandlung auf mehrere Widersprüche zwischen Aussagen und den durch die Staatsanwaltschaft gesicherten Spuren hin. Auf die Frage, wie er sich die 37 teils sehr tiefen Messerstiche in der Leiche erkläre, wusste der Angeklagte keine Antwort. Er sagte aus, er sei in Panik gewesen.

«Bestialische Tötung»

Die Staatsanwältin sprach in ihrem Plädoyer von einer «brutalen und bestialischen Tat». Motiv der Hinrichtung sei der Streit wegen der Entlöhnung gewesen und weil er «nicht ausreichend befriedigt» worden sei. Dass der Angeklagte wegen einer Drittperson in Panik gewesen sei und in Notwehr gehandelt habe, seien Schutzbehauptungen. Für Geldprobleme spreche auch das Erschleichen des Geldes für die Flucht.

Die Verteidigung hielt dagegen, dass es keinerlei Anhaltspunkte für einen Streit um Geld oder Erektionsprobleme gebe. Als dem Angeklagten die Decke über den Kopf geworfen wurde, hätte er zudem nicht gewusst, ob die verjagte Drittperson zurückkehre. Trotz der 37 Messerstiche sei ihr Mandant kein «skrupelloser Täter». Zudem habe er sich freiwillig der Polizei gestellt und die Tat gestanden.

(sda)

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7 Kommentare anzeigen
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  • Pokus 13.09.2016 18:30
    Highlight Ich bin mal so pietätlos und sage: Legal und kontrolliert und es wäre jemand mehr am leben. Danke.
    27 22 Melden
    • pamayer 13.09.2016 20:43
      Highlight Isch scho so.
      21 14 Melden
    • Karl Müller 13.09.2016 21:38
      Highlight Ich finde das Argument hochgradig unsinnig.

      Da metzelt ein alkoholisierter und zugekokster Mann in seiner eigenen Wohnung eine Frau mit 37 Messerstichen nieder. Was hat das denn mit der Illegalität von Kokain zu tun?

      Klar, bei der vorausgegangenen Auseinandersetzung ist es offenbar auch um Kokain gegangen, das der Mann auf legalem Wege wahrscheinlich nicht bei dieser Frau bezogen hätte. Aber deswegen ist doch die Illegalität nicht ursächlich für eine solche gestörte Gewalttat!
      22 8 Melden
    • pamayer 13.09.2016 22:07
      Highlight @karl
      nein, die illegalität des kokains ist nicht die direkte ursache dieser irren tat.
      aber wenn's um 2 flaschen wein gegangen wäre, wäre der deal oder was auch immer wesentlich lockerer, sprich: weniger angespannt, über die bühne gegangen.
      kokain als solches macht schon hyperaggressiv und der illegale deal potenziert dies eben auch noch.
      aber ja: messerstiche sicher nicht wegen konsum illegaler substanzen, das stimmt.
      6 14 Melden
    • Pokus 14.09.2016 07:37
      Highlight Die Qualität des Kokains wurde bemängelt.
      7 3 Melden
    • Undertaker 14.09.2016 10:17
      Highlight Wenn wir alles legalisieren, dann haben wir eine schöne und friedliche Welt..... Ueberall resignieren und nachgeben, dann kommt es schon gut. Wirres Gerede ohne jeglichen Inhalt und Sinn...

      Der Heini gehört verwahrt. 4 Jahre fordert der Anwalt. Was für ein Mensch muss man eigentlich sein um einen solchen Job zu machen?

      Wenn ich eine Bank überfalle bekomme ich eine längere Strafe als ein Mörder auf Koks..... Tolles Rechtssystem.
      8 10 Melden
    • Pokus 14.09.2016 11:18
      Highlight Untertaker: Du redest wirklich wirr.
      Wie kann ich dir auf die Sprünge helfen?

      1. Ja die Lage war angespannt
      2. Der Kokainkonsum ist daran nicht unschuldig
      3. kam es zum Mord, weil eine schlechte Qualität vorgeworfen wurde

      Ich halte für dich fest: Das Kokain ist bereits da. Obwohl es illegal ist. Man kann es nicht noch stärker verbieten oder noch stärker bestrafen.

      Man könnte jetzt wie du resignieren, oder eben das Problem angehen und sämtliche Drogen legalisieren.
      Bisher wurde der Schwarzmarkt gefördert. Kokain war immer da, nur die Kriminalität nicht.

      Vier Jahre halte ich auch für zuwenig
      6 4 Melden
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