Coronavirus
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Das Coronavirus an der Schweizer Grenze – Behörden mahnen zur Ruhe: die Übersicht

Nach negativen Tests dürfen zwölf aus Kambodscha heimgekehrte Kreuzfahrt-Touristen am Wochenende die Quarantäne verlassen. Weder im Tessin noch in der übrigen Schweiz gibt es bislang bestätigte Ansteckungen mit dem offiziell genannten SARS-CoV-2-Virus.

Peter Walthard und Samuel Thomi / ch media



Mit Sorge beobachteten am Wochenende die Tessiner Behörden mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) die sprunghafte Ausbreitung des Corona-Virus ennet der Grenze zu Italien. Der Südschweizer Kanton hat eine Krisensitzung einberufen. Am Montagmittag soll über allfällige zusätzliche Massnahmen informiert werden.

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Doch: Der Informationsbedarf der Bevölkerung zum Thema ist mit den Meldungen über Infizierte und Tote in Italien deutlich gestiegen. Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), hat darum nach der wöchentlichen Medienkonferenz am Freitag gleich mehrfach Stellung bezogen.

Daniel Koch, Leiter Abteilung uebertragbare Krankheiten, BAG, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Situation des neuen Coronavirus (2019-nCoV) im Medienzentrum Bundeshaus in Bern, am Freitag, 21 Februar 2020. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit, mahnt zur die Bevölkerung in Bezug aufs Corona-Virus zur Ruhe. Bild: KEYSTONE

In der Schweiz bestehe zurzeit keine erhöhte Gefahr, erklärte Koch am Sonntag. Es sei nun wichtig, Ruhe zu bewahren. Bislang handle es sich bei den Ereignissen in Italien um lokale Ausbrüche. Es gebe noch keine Hinweise auf eine weitere Ausbreitung. Und: Die italienischen Behörden hätten die nötigen Schritte eingeleitet.

Sperrzonen sind in der Schweiz nicht vorgesehen

In der Schweiz gälten weiterhin die allgemeinen Hygieneregeln: Häufiges Händewaschen, Finger nicht in Mund, Nase oder Auge, Papiertaschentücher verwenden und entsorgen sowie nicht in die Hände, sondern in Ellbogen niesen.

Die SBB ihrerseits sahen am Sonntag keinen Grund, den Bahnverkehr auf der Nord-Süd-Achse einzuschränken. Man halte sich an die Weisungen des BAG, erklärte ein SBB-Sprecher auf Anfrage.

Nach Italien fahren auch die Rhätische Bahn, die Centovalli-Bahn und die BLS. Wie nahe das Corona-Virus der Schweiz bereits ist, zeigt die Tatsache, dass einer der in Italien positiv ausgefallenen Test aus dem Veltlin stammt. Sondrio – wo der betroffene 17-Jährige hospitalisiert ist – liegt nur 25 Kilometer oder eine halbe Autostunde ennet der Grenze.

Video: SRF

Sollte sich die Krankheit über die isolierten Orte in Norditalien hinaus ausbreiten, ist die Schweiz laut Daniel Koch vom BAG darauf vorbereitet. Allerdings seien weder die Schliessung der Grenze noch die Isolation von Ortschaften oder Regionen geplant. Derartige Massnahmen seien wenig erfolgversprechend. Die Quarantänen in Italien dienten derzeit vor allem dazu, allfällige Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Dies sei eine vorläufige und lokal beschränkte Massnahme.

In der Schweiz käme laut Daniel Koch in einer nächsten Eskalationsstufe «Social Distancing» zum Einsatz: Firmen würden aufgerufen, Mitarbeitende zu Hause arbeiten zu lassen, Grossanlässe würden abgesagt. So weit sei es aber nicht, rief Koch in Erinnerung: «Es gibt in der Schweiz weiterhin keinen einzigen bestätigten Fall.»

Wer heimkehrt, muss erst in die Quarantäne

So konnten nach negativen Tests am Samstag auch ein Dutzend aus Kambodscha heimgekehrte Kreuzfahrt-Touristen aus der Quarantäne entlassen worden. Zwei weitere Schweizer Rückkehrer von einem anderen Kreuzfahrtschiff vor Tokio, auf welchem ebenfalls SARS-CoV-2-Infizierungen bestätigt worden waren, sind laut Daniel Koch derweil noch in Quarantäne. Dasselbe gelte für die fünf Schweizer und ihre zwei chinesischen Angehörigen, welche am Freitag mit einer französischen Maschine aus der chinesischen Metropole Wuhan kommend in Paris gelandet waren.

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Donald 24.02.2020 09:53
    Highlight Highlight In der Schweiz werden fast keine Leute getestet. Tests sind auch fast nicht verfügbar. Kein Wunder gibt es keine Fälle...
  • TriggerM 24.02.2020 09:48
    Highlight Highlight Nach einem Wocheende in der Region Lombardi, komm ich zurück und sehe all diese neuen News bezüglich dem Virus und dieser Region.

    Soll man jetzt zuhause bleiben oder arbeiten gehen?
    • WhyNotX? 24.02.2020 10:29
      Highlight Highlight Vermutlich eher zu Hause bleiben und sich testen lassen. Den Mitmenschen zu liebe
  • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 24.02.2020 09:43
    Highlight Highlight In sechseinhalb Wochen sind Ostern. Spätestens dann wird das Virus in der Deutschschweiz sein.
    • Domimar 24.02.2020 15:05
      Highlight Highlight @Bums ich bin Atheist, trotzdem beklag ich mich nicht über die Feiertage, die durch das Religionsgedöns entstanden sind. Und da Feiertage wiederum gesundheitsfördernd sind (Strussunterbruch und so), gleicht es sich ja wieder aus.
  • fidget 24.02.2020 09:37
    Highlight Highlight Ich denke das BAG weiss was es macht. Jetzt überstürzt Grenzen abzuriegeln und was sonst noch so alles gefordert wird, schürt nur Panik und ist in keinster Weise zielorientiert. Es ist richtig, dass die verantwortlichen Behörden einen kühlen Kopf bewahren und nicht in eine Hysterie verfallen.
  • bokl 24.02.2020 08:45
    Highlight Highlight Als Sofortmassnahme hat das BAG verfügt, dass pro Viererabteile im ÖV nur noch eine Person sitzen darf.
  • Der Rückbauer 24.02.2020 08:42
    Highlight Highlight Das BAG sollte sich einmal über die Zehntausenden von Chinesen, welche unterirdisch grau-schwarz für die italienische Modeindustrie (Made in Italy) zu Hungerlöhnen schuften. Nicht nur in Prato....ziemlich flächendeckend. Könnte es sein, dass deshalb die Person O nicht ausfindig gemacht werden kann?
    Wir werden sehen, was passiert....
    • The Box 24.02.2020 11:04
      Highlight Highlight Verstehe die Blitz nicht. Saviano schreibt in Gommorah detailliert über die Zustände in der italienischen Kleiderproduktion.
  • MaskedGaijin 24.02.2020 08:08
    Highlight Highlight Das BAG ist doch völlig überrumpelt worden und tut jetzt so als hätte es alles unter kontrolle. Am liebsten würde sich das BAG weiterhin um E-Zigis oder sonst unwichtiges kümmern.
  • tinu77 24.02.2020 08:03
    Highlight Highlight Also bitte, diese Aussagen sind doch Humbug! Ja, Ruhe bewahren ist sicherlich richtig.

    Aber in der heutigen Zeit noch von lokalen und isolierten Ereignissen zu sprechen ist schlicht realitätsfremd. Bei der heutigen Mobilität können solche Ereignisse nicht mehr lokal bleiben.

    Ich finde man sollte die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen und transparent und schonungslos ehrlich i formieren anstatt diese für dumm zu verkaufen...
  • herpderpschlerp 24.02.2020 07:17
    Highlight Highlight folgender screenshot von der WHO webseite. scheint eher ein winterpfnüsel zu sein, anstatt ein massenmördervirus. aber aaaaah wir müssen alle hysterisch werden.
    Benutzer Bild
    • Nie Mand 24.02.2020 08:41
      Highlight Highlight Ja, right ein winterpfnpsel mit pneumonia.. 🙄🙄🙄
    • The Destiny // Team Telegram 24.02.2020 08:43
      Highlight Highlight Wer glaubt schon der Wuhan Health Organisation?

      (Achtung, kann Satire enthalten)
    • herpderpschlerp 24.02.2020 09:03
      Highlight Highlight @Nie Mand: 'can lead to' und 'leads to' ist ein kleiner aber feiner unterschied. wenn ich aus dem haus gehe, kann es auch sein, dass ich überfahren werde, trotzdem tu ich es.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Do not lie to mE 24.02.2020 06:46
    Highlight Highlight Oh, wow! Als ein Bürgermeister einer italienischen Stadt, die unter Quarantäne steht, interviewt wird, bemerkte der Reporter, dass der Bürgermeister Symptome hat und fragte ihn, ob er getestet wurde. Der Bürgermeister gibt widerwillig zu, dass die Lombardei vorläufigen keine Coronavirus-Testkitsder meehr hat. Die FRAGE an Herrn Daniel Koch auf was hofft er, die Zahlen steigen weltweit auf was wartet er??

    https://video.corriere.it/cronaca/coronavirus-burioni-sindaco-il-raffreddore-faccia-controllo-lui-mancano-tamponi/3d398572-5681-11ea-b447-d9646dbdb12a
    • Ueli_DeSchwert 24.02.2020 08:27
      Highlight Highlight Was soll er machen?
    • Hades69 24.02.2020 08:44
      Highlight Highlight In Angst und Panik verfallenes Fussvolk ist definitiv kein Ratgeber.
  • The Destiny // Team Telegram 24.02.2020 06:23
    Highlight Highlight ". Die Quarantänen in Italien dienten derzeit vor allem dazu, allfällige Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Dies sei eine vorläufige und lokal beschränkte Massnahme."

    Das haben sich die ersten 30 Millionen Chinesen unter Quarantäne auch gedacht.
    • Heinzbond 24.02.2020 08:16
      Highlight Highlight Wäre dann dein Vorschlag alle Arbeiten und Reisen schicken? Quarantäne ist sinnvoll. Aber nur dann wenn sie gleich vollzogen wird, und das auch richtig... Wenn 300 oder 30 Millionen vorüber gehend festgesetzt werden ist es für den einzelnen sch... e, aber so dämmt man eine Epidemie ein bevor ein impfstoff für die Massen existiert...
    • The Destiny // Team Telegram 24.02.2020 14:18
      Highlight Highlight @Heinzbond, Nein, dann hast du meinen Kommentar falsch verstanden.

      Der Punkt ist, dass die Quarantäne wohl kaum nur 7 Tage dauern wird.

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