Recherche zeigt: Elon Musk verbreitet auf X fast täglich rassistische Inhalte
Die britische Tageszeitung «The Guardian» hat diese Woche eine Recherche zu Elon Musks Social-Media-Aktivitäten veröffentlicht. Die Analyse zeige, dass der reichste Mann der Welt im ersten Monat des Jahres an 26 von 31 Tagen rassistische Beiträge postete.
Seine X-Postings im Januar drehten sich um die angebliche Bedrohung der weissen Rasse. Zudem spielte er auf fragwürdige Rassentheorien an und verbreitete fremdenfeindliche Verschwörungstheorien.
Wobei ein Grossteil seiner Beiträge aus dem Teilen von Inhalten rechtsextremer Aktivisten oder dem Kommentieren dieser Beiträge mit Zustimmungsbekundungen wie einem Zielscheiben-Emoji bestand.
Der «Guardian» konstatiert:
Die Öffentlichkeit weiss tatsächlich schon länger, dass Musk mit seinen Postings regelmässig und immer stärker in demokratiefeindliche Gefilde abdriftet. Ende 2022 berichtete watson, dass bei seinem «Hausdienst» Twitter quasi in Echtzeit die rechtsextreme Radikalisierung des Multimilliardärs zu beobachten sei.
Das war keine zwei Monate nach seiner Machtübernahme bei der einflussreichen Social-Media-Plattform. Im darauffolgenden Jahr benannte Musk sie in X um.
Antisemitische Verschwörungstheorie
Musks zunehmend rassistische Haltung zeigte sich gemäss Bericht auch am diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Kurz vor einem Bühnenauftritt liess er bei X verlauten, dass Weisse eine schnell aussterbende Minderheit seien. Dazu teilte er mit seinen mehr als 200 Millionen Followerinnen und Followern ein Video eines einwanderungsfeindlichen irischen Influencers über den demografischen Wandel.
Tatsächlich basiert das rechtsextreme Narrativ vom «Grossen Austausch» und der angeblich gezielten «Auslöschung der weissen Rasse» durch eine liberale Elite und Juden auf einer Fehlinterpretation von Statistiken und einer Verzerrung soziologischer Prozesse.
Die gesamte Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte der Völkerwanderung und genetischen Vermischung. Zudem ist wissenschaftlich längst belegt, dass die genetischen Unterschiede innerhalb einer vermeintlichen Rasse oft grösser sind als zwischen den Gruppen. Und äussere menschliche Merkmale wie die Hautfarbe machen nur einen Bruchteil des Erbguts (Genom) aus.
Die heutige Realität ist: Migration wird durch sogenannte Push-Faktoren wie Krieg, Klimawandel und Armut getrieben, daneben bestehen aber auch Pull-Faktoren, wie relativ attraktive Bedingungen im Zielland.
Warum haben Musks Aktivitäten potenziell tödliche Folgen?
Die zunehmende Radikalisierung des X-Chefs scheint viele Politikerinnen und Politiker, aber auch staatliche Institutionen und Bildungseinrichtungen, nicht davon abzuhalten, auf der Plattform präsent zu sein. Damit unterstützen sie auch Musk – ob gewollt oder nicht.
Der amerikanische Extremismus-Experte William «Bill» Braniff spricht gegenüber dem «Guardian» eine deutliche Warnung aus. Die Gefahr von Musks «Besessenheit» bestehe darin, Ideen salonfähig zu machen, die «eng mit Gewalt und Diskriminierung verknüpft» seien.
Musk selbst hat wiederholt öffentlich bestritten, rassistisch oder antisemitisch zu sein. Er verurteilte Terrorismus und erklärte, er befürworte keine Gewalt.
Die demokratische Welt weiss allerdings längst, dass Musk nicht nur fremdenfeindliche und rechtsextreme Inhalte im Internet absondert, sondern auch rechtsextreme Aktivisten und Parteien weltweit unterstützt.
Im März 2025 sagte er zum einflussreichen amerikanischen Podcaster Joe Rogan, er sei kein Nazi. Dies nur wenige Wochen, nachdem er von jüdischen Gruppierungen für seine Rede vor der rechtsextremen AfD in Deutschland kritisiert worden war. Anzumerken ist, dass Rogan zuvor selbst wegen rassistischer Beleidigungen aufgefallen war und sich öffentlich entschuldigte.
Und wie reagiert Musk auf Kritik? Er habe wiederholt diejenigen verhöhnt, die seine Äusserungen als rechtsextrem oder rassistisch kritisierten, so der Guardian. Zudem versuche er, seine fragwürdigen Ansichten als gesunden Menschenverstand darzustellen.
Laut wissenschaftlichen Experten spiegle seine Rhetorik eine weitverbreitete Taktik im rechtsextremen Spektrum wider: Extremisten versuchten, ihr Weltbild einer weissen Elite gegen alle anderen zu verteidigen.
Extremismus-Forscher Braniff erklärt:
Wie der «Guardian» festhält, gingen Musks problematische Äusserungen bei X im Februar weiter.
Quellen
- theguardian.com: Elon Musk posted about race almost every day in January (12. Feb. 2026)
