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Liverpool's Xherdan Shaqiri and Alisson Becker celebrate after the Champions League Semi Final, second leg soccer match between Liverpool and Barcelona at Anfield, Liverpool, England, Tuesday, May 7, 2019. Liverpool won the match 4-0 to overturn a three-goal deficit to win the match 4-3 on aggregate. (Peter Byrne/PA via AP)

Liverpool feiert das «Wunder von Anfield» und den Einzug in den Champions-League-Final. Bild: AP

Kommentar

All ihr oberkritischen Shaqiri-Kritiker: Ihr nervt mich!



Gestern hatten sie wieder mal Hochkonjunktur. Die mäkelnden Schweizer Fussballfans, die Xherdan Shaqiri lieber scheitern als siegen sehen. Stellvertretend dieser watson-User:

Ja, er ist nicht so gut wie der verletzte Mohamed Salah, den er ersetzen sollte.

Ja, die Leistung Shaqiris in der ersten Halbzeit war nicht berauschend. Auch ausserhalb der Schweiz wurde sie kritisch gesehen und in Memes verewigt:

Aber gopf: Shaqiri stand zum ersten Mal seit mehr als drei Monaten wieder in der Startformation. Da ist es nachvollziehbar, dass er nicht sofort auf Top-Level agieren kann. In der zweiten Halbzeit hat er sich dann auch klar gesteigert und seine Flanke zum 3:0 war perfekt getimet.

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3:0 Liverpool: Georginio Wijnaldum. Video: streamable

Und gopf: Der Gegner war immerhin der FC Barcelona und das Spiel ein Halbfinal der Champions League. Da kann man nicht gleich brillieren, wie wenn es in der Premier League gegen Huddersfield oder Burnley geht.

80 Länderspiele hat Xherdan Shaqiri bislang bestritten, 22 Tore geschossen. Ein Leistungsausweis, der für sich spricht. Der 27-Jährige hat das Zeug, um dereinst Heinz Hermann (118 Einsätze) als Schweizer Rekord-Internationaler abzulösen.

Eigentlich müssten ihm die Schweizer Fussballfans zu Füssen liegen. Seit Hakan Yakin hatte in der Offensive keiner ein grösseres kreatives Potenzial als er. Doch «Shaq» ist bloss bei den Kids der beliebteste Nationalspieler.

Stets wird Shaqiris Darbietung besonders kritisch beäugt. Oft erhält man den Eindruck, gewisse Wutbürger warten nur auf den ersten Fehlpass, damit sie ihn endlich kritisieren können.

Vielleicht liegt der Grund darin, dass man sich in der Schweiz so viel erträumt hatte von diesem Wunderknaben, der schon mit 18 Jahren in der A-Nati debütierte. Schnell wurde er mit dem Spitznamen «Alpen-Messi» dezent darauf hingewiesen, wer er sein sollte. Shaqiri war jedermanns Liebling, die Hoffnung auf eine glorreiche Zukunft, sein Weg zeigte steil nach oben.

Doch die (zu?) hohen Erwartungen konnte er immer weniger erfüllen. Auch mit Shaqiri kam die Schweiz an einem grossen Turnier nicht über die Achtelfinals hinaus. Sein Doppeladler-Jubel an der WM 2018 machte ihn in gewissen Kreisen auch nicht beliebter, wie auch generell seine Herkunft für manche Anhänger ein Problem ist. Das lässt sich nicht aus der Welt reden, es ist so. Für solche Leute ist Shaqiri ein «Shippi» mit einem dicken Karren.

Shaqiri rückt zum Nationalteam ein.

Klar habe ich mich auch schon häufig darüber aufgeregt, wenn Xherdan Shaqiri wieder mal teilnahmslos auf dem Rasen stand, die Hände in die Hüften gestemmt. Aber es war dann oft auch so, dass er plötzlich doch eine geniale Aktion geliefert hat, die zu einem Tor führte. Aktionen, wie sie nur ein so begnadetes Talent drauf hat.

Fakt ist, Liverpool und die Schweizer Nationalmannschaft können sich glücklich schätzen, haben sie einen wie Xherdan Shaqiri. Darum nerven mich diese oberkritischen Fussballfans. Denn sie sind nicht oberkritisch, sondern oberflächlich, wenn sie die Klasse des Angreifers in Frage stellen.

Er mag in Liverpool nicht zur Stammelf gehören. Aber Shaqiri ist eine gefährliche Waffe, die dann bereit ist, wenn Jürgen Klopp sie braucht. Das nächste Mal vielleicht im Champions-League-Final am 1. Juni …

Shaqiri nach dem Finaleinzug im SRF.

Chapuisat, Sforza, Shaqiri

Drei Schweizer Nationalspieler haben die Champions League gewonnen: Stéphane Chapuisat, Ciriaco Sforza und Xherdan Shaqiri. Wobei im Final nur «Chappi» gespielt hat, 1997 mit Dortmund. Sforza (2001) und Shaqiri (2013) drückten bei Bayern München die Ersatzbank. Nun winkt Shaqiri als erstem Schweizer die Chance, zum zweiten Mal den Henkelpott in die Höhe zu stemmen.

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