Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Affenversuche scheiterten, dennoch wurden in der Schweiz Implantate bei Menschen verwendet

Implantate, die den Körper schädigen, statt zu helfen: Eine ganze Reihe solcher Fälle deckt momentan ein internationales Rechercheteam auf. Wie sich nun zeigt, geht es dabei nicht nur um Fälle im Ausland: Auch ein bekannter Schweizer Chirurg am Berner Salem-Spital hat untaugliche künstliche Bandscheiben bei Patienten eingesetzt.



Von Hellerhoff - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40016537
Röntgenbild Wirbelsäule

Röntgenbild einer Wirbelsäule.  Wikimedia/Von Hellerhoff

Implantate, die den Körper schädigen, statt zu helfen: Eine ganze Reihe solcher Fälle deckt momentan ein internationales Rechercheteam auf. Wie sich nun zeigt, geht es dabei nicht nur um Fälle im Ausland: Auch ein bekannter Schweizer Chirurg am Berner Salem-Spital, Max Aebi, hat untaugliche künstliche Bandscheiben bei Patienten eingesetzt, wie der «Tages-Anzeiger», die «Süddeutsche Zeitung» und «BBC» berichten.

Dies, obwohl der Chirurg beratend bei der Entwicklung der Implantate dabei war und wusste, dass diese bei den Versuchs-Affen zu einer Erosion der angrenzenden Wirbel führten. Ausserdem bildete sich ein Ödem beidseits des Rückenmarkes und Flüssigkeit zwischen Knochen und Implantat. Dies deutet auf eine Entzündung oder eine Lockerung des Implantats hin.

Starke Schmerzen

29 Patienten erhielten trotzdem im Rahmen einer Studie ab 2009 ein solches Implantat der britischen Firma Ranier Technology. Zum wissenschaftlichen Beirat von Ranier gehörte auch der Schweizer Orthopäde Thomas Steffen, Professor an der Universität Zürich.

Im März 2014 wurden schliesslich alle diese Implantate mit dem Namen Cadisc-L zurückgerufen: Bei zwei Dritteln war es zu ernsthaften Problemen gekommen und die Betroffenen litten oder leiden teilweise immer noch unter starken Schmerzen.

Firma Konkurs – kein Schadenersatz

Inzwischen musste bei sechs Patienten das Implantat entfernt werden, obwohl die Operation mit grossen Risiken verbunden ist. Bei weiteren fünf hat sich die künstliche Bandscheibe verschoben, bei neun Studienteilnehmern zeigt das Implantat Fehler, wie zum Beispiel Risse. Dies zeigt der «safety report» von Ranier, der den Journalisten vorlag.

Die Firma Ranier hat Konkurs angemeldet, die Betroffenen bekommen keinen Schadenersatz. Der 75-jährige Chirurg Aebi liess dazu lediglich verlauten, er habe die Scheibe vier Patienten eingesetzt und die seien «seines Wissens» wohlauf. Die Recherchen zeigen aber, dass es mindestens sieben gewesen sind. (kus) (aargauerzeitung.ch)

Statistiken zu Transplantationen in der Schweiz

Das eigene Erbgut verändern und schauen, was passiert?

abspielen

Video: www.explain-it.ch

Das könnte dich auch interessieren:

5 Antworten zu den geheimen Tapes zu Salvinis Parteispenden-Deal mit dem Kreml

Link zum Artikel

Warum wir aufhören müssen, uns selbst auszubeuten

Link zum Artikel

Wenn Kantonswappen ehrlich wären – die komplette Edition

Link zum Artikel

5 Dinge, die verzweifelte Singles tun – und unbedingt lassen sollten

Link zum Artikel

Hast du in Zürich einen Verrückten ins Wasser springen sehen? Wir wissen nun, wer es war

Link zum Artikel

9 absolut clevere Wege, wie Rechtsradikalen und Neonazis schon die Stirn geboten wurde

Link zum Artikel

Dieser Fotograf zeigt Hochzeiten – so wie sie wirklich sind

Link zum Artikel

Trump, Clinton, der Sex-Milliardär – und die Verschwörungstheoretiker

Link zum Artikel

Warum dieser NZZ-Artikel für einen Shitstorm sorgte – und er von Maassen retweetet wurde

Link zum Artikel

BBC-Moderator berichtet über Patrouille-Suisse-Fail – und lacht sich schlapp 😂

Link zum Artikel

Stell dir vor, die App einer Sportliga fordert per Push plötzlich 6000 Dollar von dir ...

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Graviton 28.11.2018 11:06
    Highlight Highlight Ich bleibe dabei: Solche Dinge passieren wenn das Gesundheitssystem nach marktwirtschaftlichen Prinzipien organisiert ist. Die Firmen müssen nunmal rentabel wirtschaften und wenn erst mal viel Geld in die Entwicklung gesteckt wurde, dann muss man das Produkt halt auch an den Patienten bringen. Medizin und die Entwicklung von Medikamenten/Therapien sollte meiner Meinung nach nicht von privaten, gewinnorientierten Unternehmen gemacht werden. Forschung findet ja schon lange sehr erfolgreich an (staatlichen) Unis statt. Das würde auf einen Schlag viele Probleme dieser Branche verringern.
    • batschki 28.11.2018 13:11
      Highlight Highlight Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
      Leider leben wir "in einer Zeit, in der Wirtschaftsprinzipien die Deutungshoheit über die Ausgestaltung der Medzin übernehmen" (G. Majo)
  • Nordurljos 28.11.2018 10:46
    Highlight Highlight Es gibt doch diese Netflix Doku "The bleeding Edge" wo es genau um dieses Problem geht. Zum Kotzen, beim schauen hab ich mir noch gedacht, in der Schweiz passiert dies sicher nicht... anscheinend schon...
  • Imnon 28.11.2018 10:36
    Highlight Highlight Und kriegt der nette Doktor eine Strafe oder kann er weiterhin sorglos seine Villa geniessen, die er mit unseren KK-Geldern finanziert hat?

Polizei verhaftet 64 Klima-Aktivisten nach Blockade vor CS und UBS

In Zürich und Basel haben Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen am Montagmorgen die Zugänge zu Schweizer Banken blockiert. In Zürich versammelten sich um 7 Uhr morgens rund 100 Personen vor der Credit Suisse am Paradeplatz, wie die watson-Reporterin vor Ort berichtet. In Basel blockierten Aktivisten die Eingänge der UBS am Aeschenplatz.

Mit ihrer Aktion wollten die Protestierenden darauf aufmerksam machen, dass die beiden Grossbanken «Hauptverantwortliche des Schweizer Finanzplatzes für die …

Artikel lesen
Link zum Artikel