Schweiz
Wallis

Warnstufe 5: Bund spricht für Wallis höchste Lawinengefahr aus

Höchste Lawinengefahrstufe: So selten wird sie ausgerufen

In Teilen des Wallis ruft der Bund die Lawinengefahrstufe 5 aus. Das ist selbst für die Schweiz ein extrem seltener Fall.
17.02.2026, 09:2917.02.2026, 11:57

Der kräftige Schneefall führt dazu, dass der Bund in vielen Teilen der Alpen eine Lawinenwarnung ausgesprochen hat. Für Teile des Wallis hat der Bund sogar die höchste Alarmstufe ausgerufen. Dies gilt für die Gebiete Val d'Entremont-Val Ferret, Emosson, Conthey-Fully, Montana, Leukerbad-Lötschental, Riederalp und Konkordia.

Lawinengefahr in der Schweiz
In den dunkelroten Gebieten gilt die höchste Lawinenwarnstufe. Bild: Bund

Dass der Bund für eine Region die höchste Gefahrenstufe ausruft, ist extrem selten. Die Stufe 3 (erheblich) wird an etwa einem Drittel der Tage herausgegeben. Die Gefahrenstufe 4 (gross) wird im Schnitt nur an 2,1 % der Wintertage herausgegeben. Und die Stufe 5 gar an nur 0,1 % aller Wintertage, wie es auf der Webseite des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SFL) heisst. Das Wallis befindet sich also im Ausnahmezustand. Die Gefahrenstufe 5 wurde lokal letztes Mal 2019 ausgerufen, flächenddeckend 2018.

Nur an 0,1 Wintertagen wird die Gefahrenstufe 5 ausgesprochen.
Nur an 0,1 Wintertagen wird die Gefahrenstufe 5 ausgesprochen. Bild: sfl

Gemäss dem Bund sind momentan viele «sehr grosse und spontane Lawinen zu erwarten». Der Bund empfiehlt deshalb, auf Schneesport abseits geöffneter Pisten und Routen zu verzichten. Zudem könnten Lawinen auch ausserhalb der bekannten Lawinenzüge vorstossen. Die Bevölkerung wird deshalb dazu aufgerufen, Sperrungen zu beachten. Verkehrswege und Siedlungen können akut gefährdet sein.

Kurz vor Zermatt: Lawinengang im Wallis

Bei Täsch ist am Dienstagmorgen eine massive Lawine niedergegangen.Video: watson/zvg

Verkehr erheblich beeinträchtigt

Der heftige Schneefall führt auch zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. So bleibt der Autoverlad am Furka und Lötschberg eingestellt, zumal auch die Zufahrt zu den Verladestationen derzeit nicht möglich ist. Namentlich gesperrt wurde unter anderem die Strasse zwischen Goppenstein und Gampel-Steg.

Gesperrt sind derzeit auch die Hauptstrassen zu den Ferienorten Saas Fee und Saas Grund, Zermatt, Zinal und Arolla. Aufgrund der Lawinengefahr gab das Skigebiet Les Marécottes bekannt, dass es für den Rest des Tages geschlossen bleibt. In Orsières gelten für mehrere Gebiete, die am Montagmorgen evakuiert werden mussten, bis auf Weiteres und mindestens bis Mittwoch dieselben Anweisungen. Weiter gab auch das Skigebiet Grächen bekannt, dass es aufgrund starker Winde am Dienstag geschlossen bleibe.

Aktuell ist auch die Seestrecke der Klöntalerstrasse zwischen Rhodannenberg und Vorauen im Kanton Glarus aufgrund der Lawinengefahr gesperrt, wie aus einer Meldung auf der nationalen Alarm-App Alertswiss hervorgeht. Die Sperrung werde «bis auf weiteres» aufrecht bleiben, hiess es.

Erinnerungen an 1999

Die aktuelle Wetterlage in den Bergen erinnert an den Katastrophenwinter vor 27 Jahren. Damals richteten allein in der Schweiz 1550 Schadenlawinen grosse Schäden an und töteten 17 Menschen.

Nicht nur die Schweiz war damals betroffen. Im gesamten Alpenraum sorgte der massive Schneefall und die besondere Wetterlage für grosse Gefahr. Allein im österreichischen Galtür starben 38 Menschen infolge Lawinenniedergängen.

Die unterschiedlichen Warnstufen

Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr)

Das bedeutet es: Lawinen können durch Personen an sehr steilen Hängen (steiler als 35°) ausgelöst werden. Vereinzelt können Alarmzeichen auftreten. Sehr grosse spontane Lawinen sind nicht zu erwarten.

Verhaltensempfehlungen:

  • Vorsichtige Routenwahl.
  • Sehr steile Hänge einzeln befahren.
  • Besondere Vorsicht bei ungünstigem Schneedeckenaufbau (Altschneeproblem).

Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr)

Das bedeutet es: Lawinen können an steilen (steiler als 30°) Hängen leicht ausgelöst werden. Alarmzeichen wie Wummgeräusche und Risse sind typisch, aber nicht immer vorhanden. Spontane Lawinen und Fernauslösungen sind möglich.

Verhaltensempfehlungen:

  • Optimale Routenwahl und Anwendung von risikomindernden Massnahmen sind unumgänglich.
  • Sehr steile Hänge der im Lawinenbulletin angegebenen Expositionen und Höhenlagen meiden.
  • Unerfahrenen ist empfohlen, auf den geöffneten Abfahrten und Routen zu bleiben.

Gefahrenstufe 4 (grosse Gefahr)

Das bedeutet es: Die Lawinensituation ist sehr kritisch. An vielen Steilhängen können Lawinen leicht ausgelöst werden. Alarmzeichen und Fernauslösungen sind häufig und oft sind sehr grosse Lawinen wahrscheinlich. Verkehrswege (Strassen, Skipisten, Wanderwege etc.) können gefährdet sein.

Verhaltensempfehlungen:

  • Lawinenauslaufbereiche sehr grosser Lawinen beachten.
  • Unerfahrene bleiben auf den geöffneten Abfahrten und Routen.
  • steile Hänge (steiler als 30°) ganz meiden.
  • Sperrungen beachten.

Gefahrenstufe 5 (sehr grosse Gefahr)

Das bedeutet es: Die Lawinensituation ist ausserordentlich. Viele sehr grosse und extrem grosse spontane Lawinen sind zu erwarten. Diese können Strassen und Siedlungen in Tallagen erreichen und gefährden.

Verhaltensempfehlungen

  • Verzicht auf Schneesport abseits geöffneter Abfahrten und Routen.
  • Massnahmen der Behörden befolgen.

Mehr zum Wetter und der Lawinengefahr:

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