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epa08417813 A member staff of the Transports publics genevois, TPG, (Geneva Public Transport), distributes protective face masks as a preventive mesure against the spread the coronavirus COVID-19 to passengers, in Geneva, Switzerland, 12 May 2020.  In Switzerland since 11 May, the Swiss authorities lifted second part of the lockdown. Classroom teaching at primary and lower secondary schools will again be permitted. Shops, markets, museums, libraries and restaurants reopen under strict compliance with precautionary measures as a precaution against the spread of the coronavirus COVID-19.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Eine Mitarbeiterin der Genfer Verkehrsbetriebe verteilt Masken. Ob sie getragen werden, ist eine andere Frage. Bild: EPA

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Wir finden Masken gut und tragen sie nicht – dem Virus ist das egal

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung ist laut einer Umfrage für eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Aber mit gutem Beispiel geht kaum jemand voran. Wie wollen wir so eine zweite Welle verhindern?



Corona? War da was? So lautete die Frage vor zehn Tagen, als ich das «gefährliche Gefühl von Normalität» vor der grossen Lockerung am letzten Montag beschrieb. Was kann man nach der ersten Woche sagen? Das Fazit fällt durchzogen aus. Einzelne Geschäfte (vor allem Möbelhäuser und Kleiderläden) freuen sich über gute Umsätze. Die Gastronomie aber wird noch einige Zeit hartes Brot essen.

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Grund zur Besorgnis geben zwei Dinge: So wird das Versammlungsverbot immer «grosszügiger» interpretiert. Das betrifft weniger die Demos der Corona-«Rebellen» als die zunehmende Lust auf Party unter freiem Himmel, ob in der Steinenvorstadt in Basel oder auf dem Bullingerplatz in Zürich. Und je wärmer es wird, umso mehr wird sich dieses Problem verschärfen.

Video: watson/Emily Engkent

Noch heikler ist ein anderer Aspekt: Zumindest in der Deutschschweiz hält sich die Bereitschaft zum Tragen einer Schutzmaske in engen Grenzen. Dabei befürworten in der aktuellen Tamedia-Umfrage nicht weniger als 68 Prozent eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. In der Realität hält sich kaum jemand daran, wie man in Tram, Bus und Zug selber feststellen kann.

Woran liegt das? Nutzen nur Maskenverächter den öV? Die Antwort lässt sich auf einen Begriff reduzieren, der gerade trendet: Präventionsparadox. Er besagt vereinfacht gesagt: Weil wir so vorsichtig waren, fand die Katastrophe nicht statt. Und weil sie nicht stattfand, fragen wir uns, ob wir so vorsichtig sein mussten. So weit, so paradox und unlogisch, aber irgendwie menschlich.

Die Sinnfrage wird auch in den Medien gestellt, und das nicht nur von «Irrläufern» wie Roger Köppel. «War das wirklich nötig?» schrieb unsere Schwesterpublikation «Schweiz am Wochenende» auf der Frontseite. Die simple Antwort lautet: Ja! Der Lockdown am 16. März war nötig, selbst wenn die Reproduktionszahl schon im Vorfeld unter die kritische Marke von 1 gefallen war.

Bild

Klare Ansage während der Spanischen Grippe 1918 in Kalifornien. bild: national archives

Über den Sinn einzelner Massnahmen – vor allem die Schliessung der Schulen – kann man streiten. Aber erst mit der «Notbremse» des Bundesrats wurde der Bevölkerung klar, wie ernst die Lage ist. Genauso richtig ist nun die Lockerung, nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Für viele kommt sie laut der Tamedia-Umfrage zu früh, aber wir können nicht ewig in Angst erstarrt leben.

Zugpersonal für Obligatorium

Die rückläufige Zahl der Infektionen gibt dem Bundesrat auch in diesem Punkt recht. Damit es so bleibt, müssen wir uns weiterhin diszipliniert verhalten. Beim Gesichtsschutz ist dies überhaupt nicht der Fall, zum Ärger des Zugpersonals. Es wünscht sich laut der «NZZ am Sonntag», dass die blosse Empfehlung zum Maskentragen verschärft wird, und zwar in ein generelles Obligatorium.

Mit dem «Lappen» vor der Visage schützen wir weniger uns selbst als unsere Mitmenschen. Es handelt sich also um einen Akt der Solidarität. Warum tun wir uns trotzdem schwer damit? Ein Aspekt ist unsere Kultur, in der die Mimik eine wichtige Rolle spielt. Und ja, das Tragen der Maske ist mühsam. Man muss sie vorsichtig handhaben, das Atmen fällt schwer, die Brille beschlägt.

Kochs fatale Kommunikation

Wichtiger aber ist ein anderer Punkt: Jetzt rächt es sich, dass Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu Beginn der Pandemie die Bedeutung des Mundschutzes heruntergespielt hat. Der Nutzen des Maskentragens in der Öffentlichkeit sei «wissenschaftlich nicht erwiesen», sagte «Mr. Corona» bei seinen Auftritten vor den Medien wiederholt. Das ist hängen geblieben.

Koch hat es sicher gut gemeint. Er wollte eine Panik vermeiden zu einem Zeitpunkt, als der Markt für Schutzmaterial leer gefegt war. Handwerker oder Hühnerzüchter, die eine Maske aus beruflichen Gründen brauchen, klagten, dass sie keine mehr finden konnten. Es gab sogar einzelne Berichte über Maskenklau in Spitälern – die Furcht vor Panik war also nicht unbegründet.

DE und AT machen es vor

Doch «gut gemeint» und «gut» sind häufig Gegensätze. So auch in diesem Fall. Denn heute ist die Versorgung mit Masken weitgehend sichergestellt – ihre Qualität ist ein Thema für sich –, doch wegen Kochs mantraartigen Beteuerungen, sie würden wenig bringen, tun sich der Bund und die öffentlichen Verkehrsbetriebe nun schwer mit der Einführung eines Obligatoriums.

Wie es geht, zeigen Deutschland und Österreich. In beiden Ländern gilt eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. In Österreich ist dies seit Ende März der Fall, dort ist die Maske auch in öffentlich zugänglichen Geschäften obligatorisch. Geschadet hat es auf jeden Fall nicht. Obwohl die Regierung ein forsches Öffnungstempo anschlägt, bleiben die Fallzahlen tief.

Shitstorm gegen Kurz

Die Kehrseite bekam Bundeskanzler Sebastian Kurz letzte Woche bei einem Besuch im Kleinwalsertal im Vorarlberg zu spüren. Es ist auf dem Landweg nur via Deutschland erreichbar und war deshalb wochenlang isoliert. Bei seiner «Solidaritätsvisite» trug Kurz keine Maske, und auch das Abstandhalten war den Leuten trotz seinen Ermahnungen ziemlich egal.

Dafür kassierte der Kanzler einen mächtigen Shitstorm, motiviert sicher auch durch eine gewisse Schadenfreude darüber, dass der bislang in der Coronakrise so trittsichere Jungstar vom geraden Weg abgekommen ist. Die heftigen Reaktionen zeigen aber auch, dass die Österreicher für das Thema sensibilisiert sind. Wenn Alain Berset ohne Maske auftritt, interessiert dies keine Sau.

Vielleicht haben wir weiterhin Glück. Unsere Sorglosigkeit könnte uns aber direkt in die gefürchtete zweite Welle führen. Dann heisst es wohl bye-bye, Ferien am Meer, und hello again im Lockdown, zumindest in gewissen Regionen. Gesichtsmasken sind kein Wundermittel, aber auch nicht nutzlos. Und dem Coronavirus ist unser «gefährliches Gefühl von Normalität» egal.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Heini Hemmi 18.05.2020 20:46
    Highlight Highlight Ich bin auch für eine Maskenpflicht im ÖV, trage aber keine, weil Masken vor allem die anderen schützen. Warum soll ich Leute schützen, die mich nicht schützen?
  • GhostCasper 18.05.2020 20:42
    Highlight Highlight Das Ergebnis der Tamedia-Umfrage ist relativ einfach zu erklären:

    68 % befürworten eine Maskenpflicht im ÖV, aber nur
    33 % geben an im ÖV eine Maske zu tragen

    Die Differenz ergibt sich daraus, dass wohl ziemlich alle, welche den ÖV nicht benutzen, für eine Maskenpflicht im ÖV sind... sie müssen ja keine Maske anziehen, nur die andern...
  • PlayaGua 18.05.2020 20:39
    Highlight Highlight Ohne Obligatorium kommen sich die Leute mit Maske blöd vor. Deshalb nutzen auch viele keine, die es gerne würden. Es braucht ein Obligatorium - sofort.
  • TheKen 18.05.2020 20:36
    Highlight Highlight Zu Beginn hatte es in der Schweiz zuwenig Masken, Kochs Aussage sollte vermutlich verhindern, dass die Hamsterkäufe getätigt würden. Ich will eine dieser Empa entwickelten Masken.
  • DrDeath 18.05.2020 20:35
    Highlight Highlight Ich muss sagen, ich glaube mittlerweile, dass die Schutzwirkung der Masken, die vom BAG ja bis vor kurzem Gebetsmühlenartig verneint wurde und jetzt ebenso gebetsmühlenartig angepriesen wird, tatsächlich weit geringer ist als behauptet. Ich bin selbst auf dem Höhepunkt der Krise ÖV gefahren, weil ich musste. Keiner trug Maske, trotzdem wurde der ÖV nocht zu dem Seuchenherd, den mam dabei hätte erwarten müssen. Warum das bei einer zweiten Welle plötzlich der Fall sein sollte, wenn wir keine Masken tragen, ist mir nicht eingängig.
  • Biindli 18.05.2020 20:34
    Highlight Highlight Ich fahre ÖV und trage immer Maske. Auf meiner Strecke (Olten-Aarau) wäre es aber aktuell oft gar nicht nötig. Z.b. letzten Donnerstag waren wir kurz vor 17Uhr zu 5. Im Wagen. Ich denke die Bereitschaft steigt mit der Zahl der Passagiere.
    • DrDeath 18.05.2020 20:44
      Highlight Highlight Ich kann dir aus Erfahrung sagen: nein, tut sie nicht. Selbst im gestopft vollen 1er in SG trägt nicht mal ein zwanzigstel Maske.
  • Hardy18 18.05.2020 20:31
    Highlight Highlight Diese Diskussion ist doch völlig für die Katz. Wenn ich hier lese wie voll der ÖV sein soll muss ich lachen.
    Ist auf einmal der Abstand und die 5-Mann Regel nicht mehr aktuell?
    Wenn man das oben genannte einhält dann braucht man auch keine Maske.
    Sollten diese Regeln nicht mehr gelten dann befürworte ich die totale Aufhebung des Lockdown.
    Sollten die Regeln gelten und mit einer Maske ist plötzlich alles wieder gut, dann möchte ich auch wieder tanzen, Leute treffen so viel ich mag usw. meine Begründung für die Polizei wäre, wir simulieren den ÖV... danke.
  • Notra 18.05.2020 20:11
    Highlight Highlight Die Wirksamkeit der Epidemiemassnahmen könnte durchaus gleich null sein. Dann nämlich, wenn sich das Virus entgegen der Behauptungen der Epidemiologen doch über die Luft überträgt. Die Hinweise dafür verdichten sich.

    Dann spielt der direkte Kontakt von Menschen keine grosse Rolle. Dann ist die Luft zum Atmen infektiös und es gibt keinen Ausweg.

    Dass die Aufhebung der Quarantäne die Rückkehr der Krankheit begünstigt, war von Anfang an klar. Wir werden das Virus als eines unserer Todesfallrisiken akzeptieren müssen, Weil eine ewige Quarantäne in den Massenhungertod (bzw. -mord) führt.
  • Noblesse 18.05.2020 20:10
    Highlight Highlight Exakt so ist es! Das BAG hat es kaputt geredet. Die Maske ist bei uns untendurch. Nur die Vernünftigen, Gefährdeten und im Gesundheitswesen Arbeitenden tragen diese. Und das sind nicht viele!
    • Notra 18.05.2020 20:45
      Highlight Highlight Es sind ja immer die Anderen die Unvernünftigen, nicht wahr?
  • soulpower 18.05.2020 20:09
    Highlight Highlight Es ist wie in diesem, übrigens sehr guten Artikel beschireben: Der Ursprung des Masken-Dilemmas in unserm Land ist wohl in der Kommunikation der Behörden am Anfang der Pandemie zu finden: Masken wurden schon fast verpöhnt, weil die Hausaufgaben in der Vorbereitung für eine Pandemie nicht zur Genüge erfüllt waren. Nun ist es schwierig, ein Obligatorium in Läden und dem öV (aber nur wenn viele Leute) einzuführen, obschon dies wenigstens für die nächsten Wochen wohl das Beste wäre, bis das Virus ganz weg ist.
    • Notra 18.05.2020 20:46
      Highlight Highlight Auch die WHO riet ausdrücklich ab von einer allgemeinen Maskenpflicht.
  • ThePower 18.05.2020 20:09
    Highlight Highlight Warum ich keine Maske trage:
    1. Man kann schlecht atmen
    2. Brille beschlägt
    3. Es sieht blöd aus

    Ich löse es anders: Meide wo möglich Fahrten zu Stosszeiten, den Hauptbahnhof und nutze bei zuvielen Leuten die 1. Klasse. Würde sagen, dass ist genau gleich effizient.

    Ich wünschte nur meine egoistischen Mitbürger/-innen wären genauso vorausschauend und würden keine Coronaparties feiern oder demonstrieren🤯
  • TaulRam 18.05.2020 20:05
    Highlight Highlight Ich denke den meisten ist es peinlich, wenn nicht jeder es tut, oder zumindest die meisten. Ich denke schon dass die Werte der Umfrage stimmen. All diejenigen die insgeheim gerne eine Maske tragen würden, es ihnen aber zu peinlich ist, könnten dann bei einem Verbot die Maske tragen, ohne dass sie sich dabei zu Aussenseitern machen
  • sikki_nix 18.05.2020 19:56
    Highlight Highlight Nunja wir haben letztens während einer Zugreise Masken getragen und wurden von vielen blöd angeschaut und von jemandem sogar aufgefordert die Maske zu entfernen. Dies setzt die Hemmschwelle natürlich herauf und es ist nachvollziehbar, dass sich dann viele nicht dafür halten eine Maske zu tragen.
    • Leo L. 18.05.2020 20:04
      Highlight Highlight Ja, aber das kann einem schlussendlich völlig egal sein was ein paar Ewiggestrige zu glotzen und zu motzen haben. Der Schweizer braucht eben immer etwas länger, um sich an neue Dinge zu gewöhnen. Die Aufforderung, die Maske zu entfernen ist jedoch völlig daneben. Da hätte vielleicht lautes Husten gewirkt.
    • SJ_California 18.05.2020 20:15
      Highlight Highlight Hab ähnliche Erfahrungen gemacht. Masken tragen ist bei uns nicht üblich, entsprechend fällt es den Leuten schwer. Ich selbst trage im ÖV eine Maske, komme mir aber ehrlich gesagt schon ein bisschen komisch vor.
  • Rethinking 18.05.2020 19:38
    Highlight Highlight Ich muss wieder ins Büro und werde auf dem Arbeitsweg im ÖV eine Maske tragen.

    Immer nur davon zu reden ändert schliesslich nichts...
  • rockyM 18.05.2020 19:36
    Highlight Highlight Die Ansteckungszahlen gehen runter und runter. Wie geht den dass ohne Masken. Eventuell weil Koch recht hat und Händewaschen mit Abstand effizienter ist? Soll tragen wer es will.
    • Kruk 18.05.2020 19:49
      Highlight Highlight Manchmal frage ich mich ob man hier vorher die Hände nicht gewaschen hat?

      Ich kenne da auch ein paar Länder wo ich nocht mehr hin will...
    • tellmewhy 18.05.2020 20:03
      Highlight Highlight Ja, aber wenn Abstand nicht geht ?
      Dann hilft für Sie wohl gründlich Hände waschen, während jemand ihnen Aerosole ins Gesicht bläst ?

      Fahrt doch einfach mal in die Nachbarländer und Ihr werdet sehen, wie unkompliziert das mit den Masken in Läden und ÖV geht. Und in den Läden etc. wo möglich wird trotzdem Abstand gehalten. Dort ist ein ganz anderes Bewusstsein als hier geschaffen.
  • Ninha 18.05.2020 19:33
    Highlight Highlight Das kann nicht gut kommen... Ich war letzte Woche zum 1. Mal seit Ende Februar im ÖV. Ich war die einzige im Zug und gefühlt die einzige im ganzen Bhf mit Maske.

    Ich kann nicht verstehen, wieso sich alle so schwer tun damit.

    Falls wir von einer schlimmeren zweiten Welle verschont bleiben, dann mit mehr Glück als Verstand... 😑
    • Maya Eldorado 18.05.2020 19:50
      Highlight Highlight Ich gehe prinzipiell nicht in den OeV, weil ich finde, dass, wenn es eng wird man Masken tragen sollte.

      Wie verträgt Ihr denn die Masken?
      Bei mir ist es so: Jedesmal wenn ich einatme saugt sich die Maske am Nasenloch fest. Wenn ich auatme, gibt es so ein feuchtwarmes Klima. Das ist wahrscheinlich der Grund, dass es mich schon bald am Gesicht anfängt zu beissen und das wird immer stärker. Es ist zum Verrücktwerden. Unter die Maske langen darf ich ja nicht.

      Weiter: Wenn ich wirklich etwas mache oder gar treppensteige, komme ich schnell ins ventilieren. Wie macht ihr das?
    • Notra 18.05.2020 20:14
      Highlight Highlight Glauben macht selig.
      Du wirst selig im Glauben, die Maske schütze Dich und andere.
      Ich werde selig im Glauben, dass ich schon lange, natürlicherweise immun geworden bin gegen Covid19.
  • Schneider82 18.05.2020 19:21
    Highlight Highlight Auf was wollen Sie heraus mit der Aussage, in ‘unserer Kultur’ wäre Mimik wichtig? Ist sie denn in anderen Kulturen weniger wichtig?

    Glaube nicht, dass dies das Hauptproblem beim fehlenden Maskentragen ist. Vielmehr der Egoismus (‘mir gehts ja ok’) und Besserwisserei.
  • Garp 18.05.2020 19:20
    Highlight Highlight Den finanziellen Aspekt hast Du noch vergessen oder ausgeblendet, Peter. Eine einfache Medizinalmaske, kostet 1 Stutz. Für eine Familie geht das ganz schön ins Geld. Stoffmasken, die die Empa mit der Textilindustrie entwickelt hat auch nicht billig für eine ganze Familie, falls alle die ÖV benützen müssen.
    • tellmewhy 18.05.2020 20:05
      Highlight Highlight Ja, und darum kann sich ausgerechnet die reiche Schweiz keine Masken leisten ? Aber alle Nachbarländer schon ?
    • Garp 18.05.2020 20:14
      Highlight Highlight Es gibt nicht _die_ reiche Schweiz, es gibt in der Schweiz ganz viele die jeden Rappen umdrehen müssen, grad in der jetzigen Zeit.
    • TheKen 18.05.2020 20:35
      Highlight Highlight dafür kann man die bei 60 Grad waschen und wiederverwenden. nach 20 Waschgängen hast du die Maske amortisiert.
  • Jessesgott! 18.05.2020 19:18
    Highlight Highlight In diesem Punkt wäre Koch von anfang an besser ehrlich gewesen: „Masken nützen, wenn man sie richtig anwendet, aber es hat für das Fussvolk aktuell schlichtweg leider keine zur Verfügung“. Zu diesem Zeitpunkt hat man die wichtige Möglichkeit verpasst, die Menschen auf die Maske vorzubereiten. Wie funktioniert die Maske, für wen ist sie sinnvoll, worauf muss ich beim Kauf achten, wie ziehe ich sie korrekt an, wie trage ich sie usw. So wären jetzt alle gut informiert und hätten keine Hemmungen, die Masken auch wirklich zu tragen.
    • Pafeld 18.05.2020 20:07
      Highlight Highlight Hergott nochmals, ist das tatsächlich so schwer zu verstehen? Die Masken bringen nicht nichts, aber verhältnismässig wenig. Social Distancing und Händewaschen sind nach wie vor am effizientesten. Es bringt nix, jetzt den Alltag wieder hochzufahren und gleichzeitig ist man müde, sich an die Basics zu halten. Die Masken werden zunehmend zum Feigenblatt, um an den wirklich wichtigen Massnahmen zu rütteln. "Party in der Innenstadt? Trag ich halt eine Maske im Tram dahin, dann ist es halb so schlimm." "Die Wirtschaft will wieder status quo? Na mit Masken wird es schon gehen..."
    • TaulRam 18.05.2020 20:09
      Highlight Highlight Absolut korrekt auf den Punkt gebracht. Danke!
  • Stinkstiefel 18.05.2020 19:07
    Highlight Highlight Finden "wir" Masken gut?

    Also ihr findet sie scheinbar toll. Ihr verkauft die ja auch. Die aus Baumwolle, die wirklich was... äh... nützen?
    • El Vals del Obrero 18.05.2020 19:41
      Highlight Highlight "wir", "ihr", und für alle ist das etwas komplett anderes, das ist ja meistens das Problem bei diesen Diskussionen :)
    • Notra 18.05.2020 20:12
      Highlight Highlight Sie nützen psychologisch. Sie helfen Massensoziophobien zu mildern.
  • Leo L. 18.05.2020 19:05
    Highlight Highlight Beobachtung aus Zürich: Ein Teil der Leute schämt sich eine Maske zu tragen obwohl sie es eigentlich auch gerne möchten...(danke an Herr Koch), ein anderer Teil findet sich zu cool --- leider beides typische Komplexe meiner lieben Mitzürcher/ Deutschschweizer. Was "andere denken könnten" ist scheinbar immer das wichtigste. Ich trag die Dinger schon seit Wochen im ÖV aus Anstand und Solidarität und es ist kein Problem. Wer sich noch am ehesten an die Empfehlung hält, sind die ausländischen Mitbürger.
    • tellmewhy 18.05.2020 20:07
      Highlight Highlight Die Nachbarländer machen es vor....ich bin froh, dass meine Eltern nicht in der Schweiz ohne Masken rumlaufen, sondern woanders sicherer leben. Bei Ihnen im Landkreis keine Neuansteckungen seit Wochen.
  • DerRaucher 18.05.2020 19:04
    Highlight Highlight Ich halte diese Tamedia Umfrage auf gut Deutsch gesagt Gugus. Niemand hält diese Leute davon ab eine Maske zu tragen. Man bekommt sie mittlerweile auch wenn man denn wirklich will. Und was Koch angeht, der hat alles richtig gemacht und steckt sicher in keinem Dillemma. Die Zahlen sprechen für ihn und seine Ratschläge. Wenn die Masken doch für manche so sinnvoll sind, warum haben wir so unglaublich tiefe zahlen? Tiefer als in Deutschland und auf ähnlichem Niveau wie Österreich. Das sagt doch schon alles, es braucht eben doch keine Masken ausser in Ausnahmefällen.
  • Maracuja 18.05.2020 19:01
    Highlight Highlight <Jetzt rächt es sich, dass Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu Beginn der Pandemie die Bedeutung des Mundschutzes heruntergespielt hat.>

    Herr Koch hat schlicht nicht mit der Unflexibilität des Schweizer Volks gerechnet. Wenn man Schweizern über Wochen einheizt, dass Masken unnütz oder sogar kontroproduktiv sind, muss man sich angesichts schweizerischer Sturheit nicht wundern, dass jetzt viele keine tragen wollen. War heute in einem asiatischen Laden und werde bald wieder dort einkaufen, weil sowohl für Angestellte wie Kunden Rücksichtnahme auf Mitmenschen selbstverständlich ist.
    • Pafeld 18.05.2020 20:20
      Highlight Highlight Koch hat die Bedeutung des Munschutzes nicht heruntergespielt. Im Gegenteil. Die Bedeutung des Mundschutzes wird seit Wochen hochgespielt, weil es der verzweifelte Strohhalm zurück in den Alltag sein könnte. In überfüllten ÖV sind die Masken in etwa so effektiv wie eingerissene Kondome. Aber lieber solch kosmetische Massnahmen und wieder 9to5 für die Bevölkerungsmehrheit anstatt die Pendlerströme intelligent zu verteilen. Das wäre nämlich wesentlich teuerer und aufwändiger, als jetzt ein paar Masken zu verteilen. Bloss keine Änderungen für den fragilen Schweizer Werkplatz.
  • HugiHans 18.05.2020 19:00
    Highlight Highlight Vergleichbar mit Ski- und Velohelmtragen. Da freiwillig brauchte es eine Generation bis es zum Standard wurde (Eltern verpflichteten ihre Kinder und fühlten sich dabei selbst als Vorbild dazu “genötigt“).
    Diese Zeit werden wir hier aber nicht haben. Bin gespannt ob das Obligatorium noch kommt.
    • Sarkasmusdetektor 18.05.2020 20:37
      Highlight Highlight Skihelme sind ein schlechtes Beispiel, die haben sich innert 10 Jahren praktisch flächendeckend durchgesetzt, ganz ohne grosse Kampagnen. Oder vielleicht gerade deswegen. Auf jeden Fall ist das eher ein Beispiel dafür, dass es funktionieren kann.
  • Meierli 18.05.2020 18:56
    Highlight Highlight Fakt ist Masken nützen und schützen (zumindest die Personen um einen). Das ist wissenschaftlich und seriös klar belegt in dutzenden Studien. Alles andere ist Fakenews.

    Aber in der Schweiz fehlt der Gruppenzwang, anders als in ganz Asien und mittlerweile vielen europäischen Staaten. Selbst in Chicago gehört die Maske zum Strassenbild.

    Koch hat sehr vieles richtig gemacht, aber die anfängliche Stigmatisierung der Masken ist der grösste Schnitzer der Koch wie dem BAG unterlaufen ist. Anfang aus Mangel, später war man zu eitel sich zu korrigieren. Was ist eigentlich schlimm an einer Maske??
  • G. Laube 18.05.2020 18:48
    Highlight Highlight Ohne Anordnung des Bundesrates wird sich nichts ändern, weil sich in der Öffentlichkeit niemand exponieren will, obschon viele gerne eine Maske tragen möchten.
  • Toerpe Zwerg 18.05.2020 18:47
    Highlight Highlight "Der Lockdown am 16. März war nötig, selbst wenn die Reproduktionszahl schon im Vorfeld unter die kritische Marke von 1 gefallen war."

    War sie das wirklich? Falls ja, dann war der Lick Down im Nachhinein betrachtet nicht notwendig.
    • Meierli 18.05.2020 19:06
      Highlight Highlight Der Lockdown war nötig, Punkt. Die Bevölkerung war wohl schon vorher genügend geschockt ab den Zuständen im Ferienland Italien. Daher fiel der R-Faktor. Aber nur dank dem Lockdown wurden auch Unternehmen gezwungen darauf zu reagieren. Und nur dank staatlich verordnete Lockdown wurden die finanziellen Mittel zur Hilfe frei. Nur deshalb wurde Homeoffice und mehr zum Normalfall. Ich kenne genügend Firmen die erst am 16. März reagierten. Einzig weil sie mussten. Ohne würde es heute anders aussehen. Veranstalter wären etwa schadensersatzpflichtig, die Restaurants auch so leer.
    • cheeky Badger 18.05.2020 19:09
      Highlight Highlight Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das R unter 1 lag. Nur gemäss den positiv getesteten kann das schon nicht sein. Die ganzen Leute mit Symptomen, die keinen Zugang zu Tests hatten, sind da nich nicht mal mitgerechnet.
    • smoking gun 18.05.2020 19:13
      Highlight Highlight Warum tust du dir das an, Toerpe? Denkst du wirklich wir wollen wissen, dass eventuell die Opfer die wir alle gebracht haben gar nicht notwenig gewesen wären?
    Weitere Antworten anzeigen
  • surfi 18.05.2020 18:42
    Highlight Highlight Wenn das Maskenobligatorium kommt, dann fahre ich nicht mehr öV.
    • tellmewhy 18.05.2020 20:10
      Highlight Highlight Gut für mich genau andersrum...
  • El Vals del Obrero 18.05.2020 18:41
    Highlight Highlight Ich glaube, diese Tamedia-Umfragen werden massiv überbewertet.

    Wahrscheinlich sieht man diese Umfragen ja nur, wenn aktiv zum Thema passende Artikel bzw. dessen mehr oder weniger passende Überschrift und Symbolbild auf Tamedia-Medien anklickt.

    Durch diesen "Filter" für die Teilnahme ist die Umfrage kaum mehr repräsentativ. Je nach dem, wo der Link auftaucht (und auch was die Antwortmöglichkeiten sind) kann man wohl komplett verschiedene Resultate erhalten.
    • tr3 18.05.2020 20:03
      Highlight Highlight Du meinst eine andere Art von Umfrage.
  • surfi 18.05.2020 18:40
    Highlight Highlight Masken helfen nun einfach mal nichts. So wie die meisten Maskenträger damit umgehen ist es einfach nur gruusig. Sie fassen die Maske an (feucht, mit Keimen und Viren verseucht) und fassen nachher alles an.
    Wie wir ja sehen werden in der Schweiz kaum Masken getragen und trotzdem sind die positiv getesteten sehr massiv zurückgegangen. Abstand halten und Händewaschen und keine Grossveranstaltungen, das waren die grossen Treiber für weniger Ansteckungen.
  • frog77 18.05.2020 18:38
    Highlight Highlight Bei uns gilt m.E. immer noch als Angsthase oder als paranoid, wer eine Maske trägt. Diese Blösse will sich keiner geben, wir wollen ja alle mutig sein. Darum werden die Masken nicht getragen. Ein Obligatorium würde dem wohl Abhilfe schaffen.
    • Leo L. 18.05.2020 19:53
      Highlight Highlight @frog77 Ich glaube auch, dass falsche Scham bei uns der Hauptgrund ist, dass so wenige eine Maske tragen. Daher finde ich auch das Obligatorium muss kommen. Es fällt niemandem einen Zacken aus der Krone deswegen.

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