Schweden: Mann soll seine Frau von 120 Männern vergewaltigt haben lassen
Wer gedacht hat, dass der Fall Gisèle Pelicot von einzigartiger Grausamkeit war, könnte dieser Tage eines Besseren belehrt werden.
In Schweden sitzt seit Oktober 2025 ein über 60 Jahre alter Mann im Gefängnis. Die zuständige Staatsanwältin wirft ihm vor, seine Ehefrau über einen längeren Zeitraum hinweg unter Drogen gesetzt zu haben. Anschliessend habe er sie an mindestens 120 Männer verkauft, damit diese mit ihr Sex haben könnten. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Strenges schwedisches Sexualstrafrecht
Der Mann bestreitet alle Vorwürfe. Sollte er verurteilt werden, könnte er zwei bis zehn Jahre ins Gefängnis wandern.
Das schwedische Strafrecht kriminalisiert den Kauf von Sex genauso wie Zuhälterei. Sexarbeit an sich ist aber nicht verboten.
Die Staatsanwaltschaft rechnet mit einem Prozessbeginn ab Mitte März.
Der Fall Gisèle Pelicot erregte in den letzten Jahren internationale Aufmerksamkeit. Die heute 73-jährige Französin wurde über Jahre hinweg von ihrem Ehemann Dominique ohne ihr Wissen unter Drogen gesetzt. Anschliessend wurde sie von ihm und anderen Männern stundenlang vergewaltigt.
Dabei dokumentierte er seine Taten akribisch mit der Videokamera. Dominique Pelicot wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Gisèle Pelicot gilt als feministische Ikone, weil sie den ganzen Prozess öffentlich bestritten hatte – aus der Überzeugung heraus, nicht sie als Vergewaltigte habe sich zu schämen. Sondern ihre Vergewaltiger.
(her)
