DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga, rechts, und Bundesrat Alain Berset diskutieren am Ende einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Dienstag, 8. Dezember 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Innenminister Alain Berset am Dienstag in Bern. Bild: keystone

So erklären Berset und Sommaruga den Plan des Bundesrats – in 15 Zitaten



Es ist 14 Tage vor Weihnachten. Und es knirscht gewaltig im politischen Gebälk. Erst stellt der Bundesrat den Kantonen ein öffentliches Ultimatum in Sachen Corona, dann ergreifen diese teilweise Massnahmen, nur um Stunden später wieder vom Bundesrat vor (fast) vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Wie weiter? Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (im SRF) und Gesundheitsminister Alain Berset (im «Blick») haben in längeren Interviews ihre Sicht der Dinge dargelegt. Die wichtigsten Aussagen:

Das sagen die Bundesräte über ...

… die Romandie

Berset:

«Die Westschweizer Kantone haben ihre Fallzahlen massiv reduziert. Dafür gebührt ihnen Lob. Aber sie sind immer noch auf sehr hohem Niveau – und die Fallzahlen sinken nur noch leicht.»

Sommaruga:

«Was wir aber anschauen werden, ist, dass die Kantone, die früh mit harten Massnahmen eingriffen und wirtschaftlich in einer schwierigen Situation waren, jetzt bei allfälligen neuen Unterstützungen nicht benachteiligt werden.»

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

… die über 5000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19

Sommaruga:

«Ich empfinde eine grosse Trauer. Das ist wahnsinnig, wenn sich Angehörige nicht einmal mehr von Sterbenden verabschieden können. Das ist die grosse, schwere Verantwortung, die der Bundesrat trägt, die aber auch alle mittragen. Der Bundesrat kann Massnahmen beschliessen, aber daran halten müssen wir uns gemeinsam.»

… die Corona-Müdigkeit

Berset:

«Anfang Jahr, als die Pandemie neu war, fiel es uns leichter, alle Kraft zusammenzunehmen und die Situation für eine Weile auszuhalten. Jetzt ist es schwieriger – gerade im Dezember, der eigentlich ein schöner Monat des Feierns und der Familie ist. Dann kommt die Existenzangst dazu: Vielen Firmen geht es nicht gut. Die Angst, den Job zu verlieren, ist real.»

Sommaruga:

«Es geht darum, zu verstehen, warum der Bundesrat solche Regeln aufstellt. Es gibt ja viele Tote, und der Bundesrat stellt die Regeln auf, um die Menschen zu schützen.»

… die eigene Müdigkeit

Berset:

«Ich arbeite sehr viel, das überdeckt vieles. Es geht mir recht gut, aber auch ich bin coronamüde. Fast ein Jahr Unsicherheit – das ist für uns alle hart. Dennoch bleibt uns nichts anderes übrig, als irgendwie damit umzugehen.»

Sommaruga:

«[…] diese Verantwortung, dass Menschen sterben auf der einen Seite, aber auch dass Menschen ihren Job verlieren auf der anderen Seite, das hat mir viele schlaflose Nächte bereitet dieses Jahr. Wir haben versucht, einen Mittelweg zu gehen, es war ja nicht einfach ein liberaler Weg.»

… die Einschränkungen für private Treffen

Berset:

«Weihnachten wird anders sein, das haben wir immer gesagt. Ziel ist ein normales Leben, so gut es eben geht. Doch am Abend und über die Festtage sollten wir uns nur im engsten Familienkreis bewegen.»

Sommaruga:

«Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist ein Risiko weniger, dass man sich ansteckt. […] Wir werden [die Regeln] nochmals präzisieren, und die Frage, wie man mit den Kindern umgeht und bis zu welchem Alter sie als Kinder zählen, nochmals präzise anschauen.»

… die Situation in den Krankenhäusern

Berset:

«Ich war in letzter Zeit in mehreren Spitälern. Im März wurde dem medizinischen Personal applaudiert. Aber: Die Situation ist jetzt viel schlimmer. Jetzt laufen diese Leute auf dem Zahnfleisch.»

… Unterstützung für Beizen und Betriebe

Sommaruga:

«Nun, nicht jeder einzelne Betrieb wird genauso weitermachen können wie vor der Pandemie. [… Aber wir] versuchen wirklich auch eine Unterstützung zu bieten. Es gibt kein anderes Land auf der Welt, das wie wir mit den Krediten wirklich dafür sorgte, dass das Geld schnell bei den Firmen ankam.»

… Parlamentarier, die sich nicht an die Weihnachts-Regeln halten wollen

Sommaruga:

«Das ist für mich schon schwierig zu verstehen, da man ja auch als Person eine Vorbildfunktion hat. Aber jeder muss das selber wissen. […] Da sollte man schon solidarisch sein.»

… einen möglichen Lockdown

Berset:

«Was nächste Woche passiert, hängt von der Situation ab, in der wir uns dann befinden. Meine grösste Sorge ist, dass uns die Pandemie über die Festtage komplett entgleitet. Das könnte das Gesundheitssystem nicht mehr stemmen.»

Sommaruga:

«Wir planen jetzt, was passiert, wenn sich in gewissen Regionen die Situation nochmals dramatisch verschlechtert. Ich denke, das erwartet die Bevölkerung auch.»

… Impfstoffe

Berset:

«Aber wenn die Impfung da ist, wenn sie sicher und wirksam ist, nähern wir uns besseren Zeiten. Und wir sind gut aufgestellt: Wir haben 15 Millionen Impfdosen gesichert. Die Impfungen sind gratis. Sobald die Zulassungen da sind, starten wir. Das ist doch seit langem einmal wieder eine gute Nachricht!»

(jaw/mlu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Coronavirus: Die Festtags- und Skigebiete-Verordnung

«Pandemie! Jetzt oder nie!» – der Chef hält nichts von Arbeitsrechten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Hör auf die Wissenschaft und lass dich impfen

Es gibt Leute, die wissen es besser als du. Hör auf sie und lass dich impfen.

Expertinnen und Experten rund um den Globus sind sich einig: Um die Pandemie zu beenden, braucht es eine Impfung.Doch selbst der beste Impfstoff und die schnellsten Impfzentren nützen nur bedingt, solange sich die Bevölkerung nicht beteiligt.

Am Dienstag öffneten die Impfzentren im Kanton Zürich. Weit gefehlt, wer dachte, die Zentren seien von Impfwilligen überrannt worden. Von den bisher 90'000 verfügbaren Terminen waren am Mittwoch 18'000 noch frei.

Die Skepsis gegenüber der Corona-Impfung …

Artikel lesen
Link zum Artikel