Coronavirus
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Workers work at Lusail Stadium, one of the 2022 World Cup stadiums, in Lusail, Qatar, Friday, Dec. 20, 2019. Construction is underway to complete Lusail's 80,000-seat venue for the opening game and final in a city that didn't exist when Qatar won the FIFA vote in 2010. (AP Photo/Hassan Ammar)

Unter den Arbeitern im Wüstenstaat Katar weitet sich das Coronavirus massiv aus. Bild: AP

Corona-Hotspot Katar: Die App für die Reichen, das Virus für die Arbeiter

Katar wird vom Coronavirus überrollt. Trotz drastischer Strafen, Maskenpflicht und High-Tech-App breitet sich Covid-19 unaufhörlich aus. Denn einem Grossteil der Bevölkerung hilft der Wüstenstaat nicht. 

Daniel Schreckenberg / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Schulter an Schulter sitzen die fünf chinesischen Ärzte am grossen Konferenztisch der Universität von Guangzhou, ihre Blicke starr auf die Videokamera gerichtet, bis Zhong Nanshan das Wort erhebt. Er ist Lungenfacharzt in der Provinz, renommierter Professor und Spezialist für das Coronavirus. Was er an diesem Mittwoch sagt, geht einmal um die halbe Welt – bis ins 5'000 Kilometer entfernte Doha, Katar .

Dort sitzt neben katarischen Ärzten auch Saleh Ali Al-Marri, stellvertretener Gesundheitsminister des Emirats, vor seinem Computer.

Und braucht Hilfe.

Denn in seinem Land wütet die Lungenseuche immer schlimmer. Am Montag meldeten die Behörden den 133. Corona-Toten und mehr als 100'000 Virusinfektionen – als zweites arabische Land überhaupt. Zum Vergleich: Das benachbarte Saudi-Arabien hat bislang die meisten Corona-Fälle der Region. Dort haben sich über 213'000 Menschen mit dem Virus infiziert und es gab rund 2'000 Todesfälle. Doch in Saudi-Arabien leben rund 33 Millionen Menschen – in Katar lediglich 2.7 Millionen. 

 Auf jeden Katarer mit Mundschutz über der Nase kommen sieben Wanderarbeiter mit Dreck im Gesicht. Nur 300'000 Menschen stammen gebürtig aus Katar, der Rest kommt aus Indien, Pakistan oder Nepal. Sie haben ihre Heimat verlassen, um für die Reichsten der Reichen im Wüstenstaat die Häuser zu pflegen, Wohnungen zu bauen oder Paläste zu errichten. Wie das Monument aus Glas in Al-Wakrah, nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt Doha entfernt.

Virus grassiert in den Massenunterkünften

epa03955192 An Amnesty International handout photo dated 2012 shows a migrant worker sitting on a bunk bed in his accommodation in Qatar. Amnesty International on 17 November 2013 released a report blasting the conditions of migrant construction workers in Qatar, as the country prepares its infrastructure for the 2022 FIFA football World Cup. Workers in the oil- and gas-rich Gulf state suffer difficulties including “non-payment of wages, harsh and dangerous working conditions, and shocking standards of accommodation,” the Britain-based rights group said.  EPA/AMNESTY INTERNATIONAL/HANDOUT MANDATORY CREDIT: AMNESTY INTERNATIONAL HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

In den Massenunterkünften breitet sich das Virus aus. Bild: EPA

Mit seinen geschwungenen Wölbungen, dem Schimmern des Lichts aus dem Inneren, und der schmalen Öffnung in der Dachmitte, ist es der Katarer ganzer Stolz. Und soll in eineinhalb Jahren tausende Menschen aus aller Welt empfangen – zur Fussball-Weltmeisterschaft .

Dann ist das Heer der Wanderarbeiter rund um das High-Tech-Stadion bereits weg – doch noch schlafen sie ganz in der Nähe in ihren Stockbetten in überfüllten Räumen. Sie haben keinen Zugang zu Sanitäranlagen, haben kaum Strom und selten fliessendes Wasser – aber das Coronavirus vor dem sie sich nicht schützen können.

Während weltweit versucht werde, die Corona-Pandemie einzugrenzen, «sitzen Arbeitsmigranten in Massenunterkünften, wie denen in Katar, fest und sind dort extrem gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken», heisst es in einem Lagebericht von  Amnesty International . Regina Spöttl, Katar-Expertin der Menschenrechtsorganisation, ergänzt gegenüber t-online.de: «Viele der Arbeiter werden morgens in überfüllten Kleinbussen zu ihren Arbeitsplätzen gefahren und abends wieder zurückgebracht. Social Distancing, wie bei uns in Europa längst praktiziert, ist in diesen beengten Arbeits- und Lebensräumen nicht denkbar. Das Virus kann sich so unter Idealbedingungen verbreiten.»

Masken- und App-Pflicht – drastische Strafen bei Vergehen

Eine Frau geht am 6. Januar 2005 ueber die Corniche in Doha, Katar. Links im Hintergrund ist das Sheraton Hote zu sehen. Der Porsche-Aufsichtsrat will in den kommenden vier Wochen eine Grundsatzentscheidung ueber einen moeglichen Einstieg des Emirats Katar bei dem hoch verschuldeten Autobauers treffen. Dies verlautete am Montag, 15. Juni 2009, aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.  - A Qatari woman jogs at the corinche as the Sheraton Hotel, left, and the other new towers look at the background in Doha, Qatar, Thursday, Jan. 6, 2005. Fast growing Gulf state of Qatar prepares for 2006 Asian Games in Doha. (AP Photo/Kamran Jebreili)

Katar kämpft mit der Corona-Pandemie. Bild: AP

So ideal, dass die Corona-Zahlen im Land unaufhaltsam wachsen – und es dabei fast immer Arbeiter sind, die sich mit dem Virus infizieren. Nachdem das Land lange von der Pandemie weitgehend verschont blieb, waren es im April bereits mehrere hundert Fälle pro Tag. Im Mai wuchs die Zahl plötzlich auf fast 2'000 – sodass das Königreich rigorose Massnahmen beschloss.

Zwar gibt es keinen Lockdown, doch wer in Katar das Haus verlässt und die trockne Wüstenluft einatmen will, sollte dies nur mit einem Schutz vor Nase und Mund tun. Überall gilt Maskenpflicht , wer ohne erwischt wird, dem drohen saftige Strafen: 51'000 Euro oder drei Jahre Gefängnis. Ausgenommen sind lediglich Personen, die allein im Auto unterwegs sind.

Katar war auch eines der ersten Länder, die eine Corona-App entwickelten, mit der Infektionsketten zurückverfolgt werden können. Eine Million Mal wurde «Ehteraz» bislang heruntergeladen, somit hat jeder dritte Einwohner die Software installiert. Auch die App ist Pflicht, hat man sie nicht auf dem Smartphone, drohen ebenfalls hohe Strafen. Und unumstritten ist sie nicht.

Während in Deutschland Einzelheiten von den Corona-App-Nutzern nicht zentral gespeichert werden, sammelt Katar unentwegt Daten: Medienberichten zufolge hat die App Zugriff auf den privaten Handybereich, auch auf Fotos und Videos. Android-Nutzer müssen den Zugriff auf ihre Bilder nach der Installation erlauben, sonst läuft die Software nicht. Ausgeschaltet werden kann die App ebenfalls nicht.

Massnahmen für reiche Bevölkerung – den Arbeitern bringen sie nichts

Nichtsdestotrotz bringt die App Sicherheit – zumindest für den kleinen reichen Teil der Bevölkerung. Als vor einigen Wochen eine Corona-Infektion in ein Industriegebiet in Doha zurückverfolgt werden konnte, wurde das Gebiet konsequent abgeriegelt. Einige hundert Bauarbeiter hatten sich mit Corona infiziert, sie verdienen ihr Geld als Tagelöhner, wohnen meist in Baracken direkt in der Nähe der Baustellen, von denen es hier massenhaft viele gibt – nun waren sie eingesperrt.

Im Emirat Katar müssen ab dem heutigen Dienstag fast alle Geschäfte schliessen - das Coronavirus erfasst nun auch den Golfstaat. (Archivbild)

In Katar mussten fast alle Geschäfte schliessen. Bild: AP

Dort wird es dann erst richtig schlimm: «Das Abstandhalten in den Massenquartieren und in den abgeschotteten Quarantänelagern im Industriegebiet ist nicht möglich», erklärt Spöttl. «Dazu kommen noch Versorgungsengpässe bei Trinkwasser und Nahrung. Wenn verzweifelte Arbeitsmigranten dann die Quarantänevorschriften brechen, um Essen und Getränke zu besorgen, laufen sie Gefahr, aufgegriffen und in ebenfalls überfüllte Haftzentren gebracht oder sogar in ihre Heimatländer abgeschoben zu werden.»

Das Königreich beteuert zwar, dass die Menschen in der Quarantäne unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden – doch so ganz glaubt Spöttl das nicht. Die ausländischen Arbeitskräfte dürften während der Corona-Pandemie «nicht noch weiter an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden» und müssten «Zugang zu medizinischer Versorgung und Krankengeld erhalten müssen, wenn sie krank sind und nicht arbeiten können» sagt sie. «Alle Arbeitskräfte müssen Schutzkleidung und Gesichtsmasken bekommen, um sich und andere vor Ansteckung zu schützen. Nur so lässt sich die Ansteckungsgefahr etwas mindern.» 

Amnesty: Auch das Ausland steht in der Pflicht

Auch das Ausland sieht Spöttl in der Pflicht: Schliesslich steht mit der Fussball-WM das weltgrösste Sportereignis in nicht allzu ferner Zukunft an: Nicht nur Regierungsvertreter, sondern auch die FIFA sowie einflussreiche Sport-Funktionäre und Spieler «müssten ihren Zugang zur katarischen Regierung und anderen Entscheidungsträgern in Katar unbedingt nutzen, um die Schutzmassnahmen für die Arbeitsmigranten zu verbessern.» 

Ein Land hat seinen Einfluss auf das Königreich bereits genutzt. Professor Nanshan und Minister Al-Marri lächeln zum Ende ihrer Videokonferenz für die Pressefotografen. Der Gesundheitsminister lobt China für seinen erfolgreichen Kampf gegen die Pandemie, betont auffällig oft die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Auch Pekings Botschafter im Wüstenstaat bedankt sich in den chinesischen Nachrichtenagenturen überschwänglich für die Gedankenaustausch. Al-Marri kann sich offenbar der benötigten Hilfe sicher sein – wenn auch nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung.

Verwendete Quellen:

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • THEOne 10.07.2020 12:32
    Highlight Highlight seit jahren gezeter und gejammer über die wm in katar. jeder verurteilt das ganze projekt und menschrechte werden mit füssen getreten und blablabla.
    letztendes schaut sie doch jeder und keiner tut was dagegen.
    zu meinem glück intressiert mich die wm seit jeher einen dreck da ohnehin alles abgekatartert ist
  • TheGoblin 10.07.2020 09:06
    Highlight Highlight Was ich wirklich bedenklich finde ist, dass diese Tatsachen (Massenunterkünfte, unmenschliche Arbeitsbedingungen, Hungerlöhne, etc.) allesamt bereits VOR der Vergabe der WM bekannt waren. Also haben die Verantwortlichen diese gekannt, bewertet und als .... nicht weiter wichtig taxiert.

    Wenn wir schon wegschauen, dann sollten wir es ganz bewusst beim Anpfiff tun und dieses Spektakel, bei allen positiven Seiten die es sicherlich auch haben mag, nicht unterstützen. Man kann nicht Gutes tun, wenn man dafür anderen das Gesicht in den Schlamm drücken muss.
  • Covid-20 10.07.2020 08:58
    Highlight Highlight Deswegen: WM boykottieren.
  • Knäckebrot 10.07.2020 08:21
    Highlight Highlight Hey, sogar mit Quellenangaben!

    erinnert an Kuwait
    Play Icon
  • Yogi Bär 10.07.2020 07:33
    Highlight Highlight Schon die Idee dort eine Fussball WM zu organisieren ist verrückt und Menschenverachtend. Gleichwohl wird sich jeder Fussballfan diesen Mist reinziehen!
  • Weisser Mann 10.07.2020 07:30
    Highlight Highlight Diese WM sollte komplett boykottiert werden.
    Das wird aber nicht geschehen, weder von den Sendern, noch von den Fussballfans. Ich sehe es jetzt schon, wie ich Einladungen zum Schauen bekomme und ich jedesmal sagen werde 'Nein, weil... " und dann Verständnislos angeschaut werde.
  • Glenn Quagmire 10.07.2020 07:14
    Highlight Highlight wird in Dubai kaum besser sein. Und in Singapur wohl auch nicht.
  • Saraina 10.07.2020 06:51
    Highlight Highlight Das ist doch praktisch, denn in Qatar und Brasilien wird die erste Impfung an Menschen getestet. Das geht natürlich nur in einer Situation, in der Ansteckung wahrscheinlich ist. Oder hat jemand gemeint, solche „Freiwilligen“ fände man in der 1. Welt?
    • lilie 10.07.2020 07:22
      Highlight Highlight @Saraina: Wie kommst du darauf? Die ersten Freiwilligen wurden bereits im April in den USA mit einem noch in der Experimentalphase befindlichen Impfstoff getestet. Hier ein Bericht über die allererste Testperson weltweit samt Foto:

      https://www.derbund.ch/sonntagszeitung/so-suchen-forscher-nach-coronaimpfung/story/20480658
    • sabor 10.07.2020 10:46
      Highlight Highlight @lilie: "Freiwillige" in den USA heisst vermutlich gut bezahlt für die erste Frau welche an der grossen Glocke hängt. Für die anderen gibt es vermutlich Haftreduktionen von 350 auf 50 Jahren. Die dritte Kategorie "Freiwillige" bekommt ein Burger mit Pommes und Getränk, als Entschädigung.
      Menschenrechte in den USA sind vergleichbar mit Qatar: wer Geld hat ist Mensch.
    • Saraina 10.07.2020 10:56
      Highlight Highlight Ich habe eiben entsprechenden Artikel gelesen, dennich nicht mehr finde. Dafür dies:

      https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/07/07/covid-19-impfstoffe-ein-kandidat-in-phase-3-zweiter-folgt

      Und das:

      https://www.livemint.com/news/world/chinese-covid-19-vaccines-cleared-for-final-testing-in-uae-11592974646822.html

      Sorry, es ist UAE, nicht Qatar. Aber die Zielgruppe dürfte dieselbe sein, Billigarbeiter.
    Weitere Antworten anzeigen
  • karl_e 09.07.2020 23:50
    Highlight Highlight Die Zustände in den Unterkünften der Gross-Schlachtereien eines Herrn Tönnies sind nicht so viel besser als in Katar.
  • TheRealSnakePlissken 09.07.2020 23:21
    Highlight Highlight Gianni Infantino - eine Schande für die Schweiz. Sagt sogar sein Ziehvater Blatter Sepp - und der war selbst ein Schlitzohr. Infantino ist total enthemmt und wird das Fifa-Schiff garantiert in den Eisberg steuern.
  • Stan_the_man 09.07.2020 23:20
    Highlight Highlight Ist doch aller in bester Ordnung, hat der reisende Chronist (aka Eismeister) gesagt?!
  • Ihre Dudeigkeit 09.07.2020 23:04
    Highlight Highlight So läuft es generell in den 'Emiraten'. Der Pakistani fährt dich für 5 USD 20 Min durch die Stadt, dass du am Burk Khalifa füe 35 USD ne Pizza essen kannst. Aber ist ja 'In' in Business Class mit einer von Petro Dollar gesponserten Airline nach Dubai zu fliegen und dort ein nettes Luxus WE in einem 5* Hotel mit pakistanischem Butler zu verbringen.
  • blueberry muffin 09.07.2020 22:50
    Highlight Highlight Ist nicht so als wären die Rumänischen Arbeiter in Deutschland besser dran.

    Vermutlich geht es in der Schweiz auch gleich zu und her.

    Die Saisoniers haben keine Lobby und sind unsichtbar für die Medien. Wäre ja sonst ein Schmutzfleck im schönen EU Binnenmarkt.
  • Knety 09.07.2020 22:33
    Highlight Highlight Was für eine Überraschung.
  • John Henry Eden 09.07.2020 22:24
    Highlight Highlight Katar ist eine absolute Monarchie.

    Wie naiv muss man sein, um in so einem Staat ausgeprägte Rechte für ausländische Leibeigene zu erwarten?
  • glass9876 09.07.2020 22:19
    Highlight Highlight Kennt jemand die Gründe für die sehr niedrige Todesrate?
    Falsche/unterschiedliche Erfassung, die junge Alertsstuktur (der Gastarbeiter) oder dass die Spitze der Welle erst wenige Tage zurückliegt und noch eine Zunahme zu erwarten ist?
    • Kruk 10.07.2020 04:33
      Highlight Highlight Die Gastarbeiter sind auf jeden Fall oft jung, diese Auslandaufenthalte werden oft vor der Hochzeit für ein paar Jahre gemacht um diese zu finanzieren.

      Zumindest war dies bei meinen bekannten so. Früher hat es schon fast für ein kleines Haus gereicht, wenn man im Gastland sehr sparsam lebte.

    • lilie 10.07.2020 07:17
      Highlight Highlight @glass: Das habe ich mich auch schon gefragt. Die Staaten auf der arabischen Halbinseln haben allgemein sehr tiefe Todesraten.

      Dieser Artikel von Anfang Mai vermutet, dass es daran liegt, dass diese Staaten es sich leisten können, auch die leichten Fälle zu testen.

      Ausserdem sind diese ja eben eher jung, so dass sie seltener schwerwiegende Verläufe machen.

      Die Gesundheitssysteme dieser Länder sind ausserdem sehr gut ausgebaut, so dass alle fachmännisch behandelt werden können:

      https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-05-05/as-virus-deaths-grow-two-small-nations-keep-fatality-below-0-1
    • glass9876 10.07.2020 12:31
      Highlight Highlight Danke für die Erklärungen! Dass das so viel ausmacht, finde ich doch überraschend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • VileCoyote 09.07.2020 22:09
    Highlight Highlight Die WM und FIFA sollten schlicht und einfach boykottiert werden!
    • dan2016 09.07.2020 23:55
      Highlight Highlight Nein, in 100 Jahren werden unsere Urenkel berechnen, wie reich wir dank WISSEN und wegschauen waren.
      Wir Heute fokussieren lieber auf die Sklaverei vor 160 Jahren. Kostet nichts und ist extrem cool.... oder es war zumindest noch vor 10 Tagen
    • Kruk 10.07.2020 04:38
      Highlight Highlight Das finde ich sehr gut.

      Es wäre aber wünschenswert wenn man sich diesen Gedanken auch bei anderen Sachen des täglichen und nicht täglichen Gebrauchs macht.

      Vieles wird unter solchen Zuständen hergestellt.
    • Kruk 10.07.2020 05:17
      Highlight Highlight Auch Kreuzfahrtschiffe werden manchmal ähnlich betrieben.
  • N. Y. P. 09.07.2020 22:06
    Highlight Highlight Mir wird übel, ob diesen sklavischen Zuständen. Die Herren des Öls interessieren sich einen Sch.. für die Arbeiter.


    Ich stelle mir gerade Gianni vor, wenn er mit der crème de la crème der Katarer, hinter Panzerglas, in den breiten Fauteuils sitzt, während des Eröffnungsspiels.

    Sorry, ich muss kurz aufs WC..

    *renne*
  • DichterLenz 09.07.2020 21:52
    Highlight Highlight Aber der Franz hat doch gesagt, er habe keine Wanderarbeiter gesehen.
    • Aliminator 09.07.2020 22:21
      Highlight Highlight Er sagte keine Sklaven, die an Ketten gefesselt wären.
      Wenn mir aber bei der Einreise der Pass abgenommen wird und ich unter menschenunwürdigen Bedingungen für einen Hungerslohn maloche, bin ich de facto Sklave.
      Willkommen in der arabischen Welt aka Mittelalter.
    • Heinzbond 10.07.2020 06:27
      Highlight Highlight Sklaven, waren es die er nicht gesehen hat, also die ketten und fussfesseln... War zu beschäftigt Geld zu zählen...
    • Samurai Gra 10.07.2020 12:35
      Highlight Highlight Natürlich hat er keine Wanderarbeiter gesehen, nur Moderne Sklaven
  • pfffffffff 09.07.2020 21:46
    Highlight Highlight Wenn man sich die Berichte über die Zustände auf den WM-Baustellen und den dazugehörigen Unterkünften der Bauarbeiter zu Gemüte führt, so ist diese Entwicklung wenig verwunderlich. Hier könnte in erster Linie die FIFA Abhilfe schaffen, was sie aber nicht tut und auch nicht tun wird. Für mich ist schon lange klar: Nicht eine Sekunde lang werde ich diese WM verfolgen. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, den Werbesponsoren, die Teil des Systems sind, durch meine Präsenz vor dem Bildschirm zu unterstützen. Gehe lieber in den Wald oder so ;-)
    • Plan B 09.07.2020 22:04
      Highlight Highlight Hoffe hast die WM von Südafrika und Brasilien auch nicht geschaut, denn da waren die Umstände nicht viel besser.

    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.07.2020 22:43
      Highlight Highlight Es gibt nichts, das mich weniger interessiert als Fussball. Diesen WM-Schwachsinn alle vier Jahre bekommt man bedauerlicherweise dennoch ab, auch wenn man sich alles dafür tut, dem aus dem Weg zu gehen. Den Millionen von Nixcheckern wegen, die deswegen jedes Mal völlig stupendo werden.

      Brot und Spiele für's Volk eben.
  • JaneSodaBorderless 09.07.2020 21:43
    Highlight Highlight Ich wäre für einen anderen Titel: Die APP für die Reichen, das Virus für die Armen.
    Das Traurige ist, dass uns das Virus noch mehr Armut beschert. Es wirft die Armutsbekämpfung um Jahre zurück.
    Die Arbeitsbedingungen in Katar sind schon lange eine absolute Katastrophe. Moderne Sklaverei.

    https://www.woz.ch/-532f
  • Zappenduster 09.07.2020 21:42
    Highlight Highlight Jeder der sich diese WM anschauen wird soll sich schämen! Die schönrederei wird wohl früh genug los gehen und das Leid der Arbeitersklaven vergessen sein. Fussball du stinkst! Ein Fussball Fan.
    • pfffffffff 09.07.2020 21:47
      Highlight Highlight meine Worte!
    • Hoodie Allen 09.07.2020 22:10
      Highlight Highlight Boykottieren!💪
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.07.2020 22:35
      Highlight Highlight Fussball stinkt schon lange. Keine Ahnung, warum es noch Leute gibt, die sich das antun und diesem Sport mit unzähligen Milliarden von Dollars, Euros oder Franken auch noch dessen weitere Existenz sichern. Ein Dreckssport sondergleichen. Müll für die Massen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 09.07.2020 21:38
    Highlight Highlight Sehr schlimm. Nun rächt es sich, dass ganze Gesellschaftsschichten nicht integriert, sondern lieber in fragwürdigen Lebensumständen gehalten werden. Bequem bisher für die Einheimischen, die davon profitieren - aber nun wird es zur Gefahr für alle.

    Es wäre sehr wünschenswert, wenn daraus die richtigen Erkenntnisse gezogen würden - und mehr getan würde, um auch den ausländischen Arbeitern ein gesundes und geordnetes Leben zu ermöglichen.
    • Lami23 09.07.2020 22:09
      Highlight Highlight Wünschenswert, aber unwahrscheinlich.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 09.07.2020 22:52
      Highlight Highlight Jetzt können alle wieder ihren fünf Minuten der Empörung frönen. Aber danach geht das Leben in gewohnten Bahnen weiter.

      Leid kennt nun mal keine Grenzen, besser ist, man vermeidet es.

      Mit Antinatalismus kann man solches Leid gezielt vermeiden. Damit erspart man Milliarden von potenziellen Kindern, später z.B. als Wanderarbeiter zu enden. Andererseits man macht sich auch nicht schuldig, ein Kind in eine desolate Welt gestellt zu haben, das ein Smartphone nutzt, dessen Rohstoffe unter unmöglichen Bedingungen für Mensch und Umwelt, nicht selten sogar von anderen Kindern, abgebaut werden.
    • SeboZh 09.07.2020 22:56
      Highlight Highlight Die Einheimischen und die Zwangsarbeiter haben bis auf ein paar Ausnahmen nicht sonderlich viele Berührungspunkte. Und wenn wer krank wird, ist er dort schnell ersetzt...denke daher wird sich das Problem der Oberschicht noch relativ klein angesehn und ist daher für die Regierung von Qatar vernachlässigbar....gestörte welt
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mr Kakapopoloch 09.07.2020 21:29
    Highlight Highlight Bereits ohne Corona sind die Arbeitsbedingungen im Stadionbau, und wohl auch sonst, katastrophal. Wir alle, die wir Fussball lieben, werden bei dieser WM die Möglichkeit haben sie auf jede erdenkliche Art zu ignorieren und damit zu boykottieren. Denn dieser Veranstaltung irgend eine Form der Aufmerksamkeit zu schenken, bedeutet diesen Staat und seine menschenverachtenden Machenschaften zu akzeptieren und gutzuheissen.
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