Naher Osten
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06207081 People pass by a wall of photos of victims of the 1988 Massacre of political prisoners in Iran during an exhibition at the Palais des Nations in front of the United Nations (UN) European Headquarters in Geneva, Switzerland, 15 September 2017. The shoes with flowers represent the victims of the mass execution. In the summer of 1988, some 30,000 Iranian political prisoners were massacred in a matter of a few months on the basis of a fatwa issued by Ruhollah Khomeini, the founder of the Islamic Republic. Human rights organizations and jurists are demanding the UN to conduct an independent international investigation of the 1988 massacre.  EPA/MARTIAL TREZZINI

Vor dem UNO-Hauptgebäude in Genf erinnert eine Wand mit Fotos an die Opfer des Massakers von 1988. Bild: EPA/KEYSTONE

Schwerer Vorwurf: Iran soll wichtige Beweise für das Massaker von 1988 zerstört haben

Amnesty International wirft dem Iran vor, die Gräber von tausenden Opfern der Gefängnismassaker von 1988 beseitigt zu haben.



In dem am Montag veröffentlichten Bericht «Criminal cover-up» dokumentiert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, wie die iranische Regierung zwischen 2003 und 2017 die Gräber von tausenden ermordeten Gefangenen durch den Bau von Strassen, Friedhöfen und Mülldeponien zerstörte. Laut Amnesty wurden durch die Zerstörung der Massengräber wichtige forensische Beweise für die Massaker beseitigt, die Teheran bis heute nicht offiziell bestätigt hat.

«Seit fast 30 Jahren gibt es keine Ermittlungen zu den Massenhinrichtungen von 1988, bei denen etwa 5000 Menschen ermordet wurden. Die Verantwortlichen wurden nie zur Rechenschaft gezogen», erklärte der Iran-Experte von Amnesty-Deutschland, Dieter Karg.

epa06207072 People protest in front of a wall of photos of victims of the 1988 Massacre of political prisoners in Iran during an exhibition at the Palais des Nations in front of the United Nations (UN) European Headquarters in Geneva, Switzerland, 15 September 2017. The shoes with flowers represent the victims of the mass execution. In the summer of 1988, some 30,000 Iranian political prisoners were massacred in a matter of a few months on the basis of a fatwa issued by Ruhollah Khomeini, the founder of the Islamic Republic. Human rights organizations and jurists are demanding the UN to conduct an independent international investigation of the 1988 massacre.  EPA/MARTIAL TREZZINI

Aktivisten fordern die Aufklärung des Massakers von 1988. Bild: EPA/KEYSTONE

«Die von Amnesty dokumentierten Zerstörungen der Massengräber verhindern endgültig eine umfassende Untersuchung der Verbrechen und ihre Aufklärung», kritisierte Karg. Amnesty forderte, die Massengräber vor weiterer Zerstörung zu sichern, Beweismittel zu sammeln und eine unabhängige Untersuchung der aussergerichtlichen Hinrichtungen vorzunehmen, um endlich die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

Iranische Führung hat Massaker nie bestätigt

Ab Juli 1988 waren auf persönliche Anweisung des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini im Teheraner Evin-Gefängnis und in anderen Haftanstalten tausende Anhänger der Volksmudschaheddin hingerichtet worden. Die radikale Oppositionsgruppe hatte zuvor von ihren Rückzugslagern im Irak aus eine Offensive im Westen des Iran gestartet, die nach wenigen Tagen zurückgeschlagen worden war.

epaselect epa04598311 An Iranian woman passes in front of a huge poster of the late supreme leader of the 1979 Islamic Revolution, Grand Ayatollah Ruhollah Khomeini (L) and Iranian supreme leader Ayatollah Ali Khamenei (R), at the shrine of Khomeini in Tehran, Iran, 01 February 2015. Iranians on 01 February mark the 36th anniversary of Ayatollah Ruhollah Khomeini's return from his exile in Paris to Iran. Ten days after Ayatollah's return from Paris the Islamic Revolution toppled the monarchy system and formed the Islamic Republic.  EPA/STR

Ayatollah Ruhollah Khomeini (links) wird heute im Iran als Volksheld verehrt. Bild: EPA/EPA

Später wurden aufgrund einer zweiten Anweisung Khomeinis auch zahlreiche kommunistische Häftlinge hingerichtet. Khomeinis Stellvertreter Ayatollah Hossein-Ali Montaseri legte damals Protest ein und machte in seinen 2000 publizierten Memoiren die Anweisungen öffentlich. Dennoch hat die iranische Führung die Massenhinrichtungen bis heute nicht bestätigt und alle Forderungen nach ihrer Aufarbeitung ignoriert. (sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Geld allein macht nicht glücklich – aber was dann, Herr Glücksforscher?

Link zum Artikel

Love-Scamming: Wie ich einer Russin (fast) auf den Leim gegangen bin

Link zum Artikel

Die Geschichte dieses Bildes steht exemplarisch für den momentanen Gender-Knorz

Link zum Artikel

Bond fährt E-Auto? (00)7 Vorschläge, wie er sich noch besser an die Generation Y anpasst

Link zum Artikel

Vegane Influencerin bekommt ihre Periode nicht mehr – jetzt zieht sie Konsequenzen

Link zum Artikel

Warum ich bete

Link zum Artikel

Die Influencer der Zukunft sind nicht menschlich – und sind jetzt schon Millionen wert

Link zum Artikel

Roger Federer ein Spielball der Strömung – das könnte zum Problem werden

Link zum Artikel

Kassieren SVP und SP eine Schlappe? 7 wichtige Punkte zu den Zürcher Wahlen

Link zum Artikel

Im 30'000-Franken-Outfit – so rückt Leroy Sané in die DFB-Elf ein

Link zum Artikel

Bye-bye Beno: Wie der ehemalige Gassen-Mönch in die völkische Szene abrutschte

Link zum Artikel

Das sind die 3 typischen Phasen eines Pyro-Vorfalls

Link zum Artikel

Wie Trump im Fall Manafort schachmatt gesetzt wurde

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Schwere Vorwürfe an Israel – Uno-Experten fordern Stopp von tödlicher Gewalt

Zwei Wochen vor dem Jahrestag der blutigen Palästinenserproteste am Grenzzaun zwischen Gaza und Israel verlangen Uno-Experten dringend neue Einsatzregeln für das israelische Militär. Die Erlaubnis tödlicher Schüsse gegen die Demonstranten sei in den meisten Fällen illegal, sagte Santiago Canton am Montag in Genf.

Er ist der Vorsitzende der Kommission, die die Gewalt an der Grenze seit Ende März vergangenen Jahres untersucht. Sie war vom Genfer Uno-Menschenrechtsrat eingesetzt worden.

Am 28. …

Artikel lesen
Link zum Artikel