
Die Premier-League-Spieler von Bournemouth absolvieren ihre Arbeit vor leeren Rängen, vor den Toren des Stadions geht hingegen die Post ab.
Bild: keystone
25.06.2020, 19:1526.06.2020, 16:39
Die Corona-Krise in Grossbritannien ist noch nicht ausgestanden. Zuletzt wurden 1118 Neu-Infektionen und 149 neue Todesfälle im Königreich gemeldet. In kaum einem anderen Land sind proportional mehr Menschen am Coronavirus gestorben als in Grossbritannien. Die Bilanz ist noch verheerender als in Schweden, Italien, Spanien und den USA.
Dennoch verkündete Premierminister Boris Johnson am Dienstag die bisher umfangreichsten Lockerungen. Pubs, Restaurants, Hotels, Museen, Galerien, Kinos, Bibliotheken, Friseursalons und Kirchen dürfen unter bestimmten Auflagen ab 4. Juli wieder öffnen. Die Abstandsregel verringerte Johnson von zwei Meter auf einen.
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Seither haben sich im Süden Englands «entsetzliche» Szenen abgespielt, wie die Ratsvorsitzende aus Bournemouth, Vikki Slade am Donnerstag sagte. An den zwei bisher heissesten Tagen des Jahres, bei denen Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke gemessen wurden, strömten Tausende Briten an die Strände. Die Bilder von der Küste lassen unschwer erkennen, dass die Zwei-Meter-Regel bereits heute Makulatur ist.
Sonnenschirm an Sonnenschirm: So präsentiert sich der Strand am Donnerstag bei Bournemouth

Bereits tags zuvor gab es kaum mehr ein freies Plätzchen zu ergattern

Auch aus einer anderer Perspektive zeigt sich: Der Strand ist proppenvoll

Im Gegensatz zu den Demonstrationen, die in den vergangenen Wochen in ganz Grossbritannien stattfanden, scheint hier auch niemand eine Maske zu tragen. Ist natürlich auch schwierig am Strand.

Die Regierung in Bournemouth bat die Bevölkerung ausdrücklich, nicht an den Strand zu kommen. Doch der Aufruf verfehlte seine Wirkung. Auf den Zufahrtsstrassen kam es zu Staus, einzelne mussten gar gesperrt werden. Die Züge waren ebenfalls vollgestopft, wie Bilder auf Social Media zeigten.

Die Behörden beklagten sich über den vielen Abfall, den die Besucher zurückliessen. Es gab mehrere Berichte von Schlägereien und exzessivem Alkoholkonsum. Zudem wurden in Bournemouth noch nie so viele Bussen für illegales Parkieren verteilt wie am Donnerstag. «Wir sind absolut entsetzt», sagte Vikki Slade.

Ähnliche Bilder gab es auch etwas weiter östlich.

Nach Brighton fand ebenfalls eine regelrechte Völkerwanderung statt.

Ob das gut kommt? Britische Gesundheitsexperten bezweifeln es. In einem Schreiben kritisierten sie Johnsons Lockerungspläne und meinten: «Während das Ausmass der Pandemie in Grossbritannien schwer vorherzusagen ist, deuten die verfügbaren Beweise darauf hin, dass lokale Ausbrüche immer wahrscheinlicher werden und eine zweite Welle ein echtes Risiko ist.»

(cma)
Sars-Cov-2, Covid-19, Coronavirus – die wichtigsten Begriffe
Coronaviren sind eine Virusfamilie, die bei verschiedenen Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln und Fischen sehr unterschiedliche Erkrankungen verursachen.
Sars-Cov-2 ist ein neues Coronavirus, das im Januar 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan identifiziert wurde. Zu Beginn trug es auch die Namen 2019-nCoV, neuartiges Coronavirus 2019 sowie Wuhan-Coronavirus.
Covid-19 ist die Atemwegserkrankung, die durch eine Infektion mit Sars-Cov-2 verursacht werden kann. Die Zahl 19 bezieht sich auf den Dezember 2019, in dem die Krankheit erstmals diagnostiziert wurde.
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