DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Lorenzo Gonzalez hofft, dass Pep Guardiola ihm bald eine Chance in der 1. Mannschaft gibt. bild: instagram/lorenzogonzalez9

Dieser 17-jährige Schweizer will mit Manchester City die Fussball-Welt erobern

Lorenzo Gonzalez will im Schnellzugtempo der beste Fussballer der Welt werden. Und der 17-jährige Schweizer ist auf gutem Weg. Momentan spielt er im Nachwuchs von Manchester City – auch weil der FC Basel nie Zeit hatte.

Sébastian Lavoyer, Manchester / Aargauer Zeitung



Er war gerade 15-jährig, als er die Verantwortlichen des Schweizerischen Fussball Verbands (SFV) in Staunen versetzte. Im Rahmen eines Länderspiels mit der U16 absolvierte Lorenzo Gonzalez einen Sprinttest über 40 Meter. 4,90 Sekunden brauchte er, erzählt sein Vater Alex Gonzalez. Das hat vor ihm keiner geschafft, auch kein Spieler der A-Nationalmannschaft.

Es ist dieses Tempo, diese unglaubliche Beschleunigung, die den heute 17-Jährigen schon in ganz jungen Jahren bei Top-Klubs in ganz Europa begehrt machte.

Zu diesem Zeitpunkt lebt seine Familie noch in Genf, Lorenzo spielt im Nachwuchs von Servette. Aber sein Ziel ist schon damals klar: Er will der beste Stürmer der Welt werden. Ein gewaltiges Ziel, eines, das er vielleicht nie erreichen wird. Aber er setzt alles daran, dort hinzukommen. Darum ist für ihn schnell klar, dass er Servette verlassen wird. Nach elf Saisons, in denen er immer bester Torschütze und bester Vorbereiter war. Ein Ausnahmetalent.

Was, wenn plötzlich Spanien kommt?

Das Interview ist nicht mehr auffindbar, obwohl es noch immer verlinkt ist auf dem Vereinsportal «Insidemcfc.com». Aber Lorenzo Gonzalez muss kurz nach seiner Ankunft gesagt haben, dass er lieber für Spanien spielen würde als für die Schweiz. Als er im Mai 2017 wieder darauf angesprochen wird, will er nicht über das Thema Nationalmannschaft sprechen. «Wir reagieren nicht auf jedes Nebengeräusch», sagt Heinz Moser, SFV-Talentmanager und U18-Trainer. Erst letzte Woche war er mit Laurent Prince, dem technischen Direktor des Verbands, in Manchester. Zu Besuch bei Gonzalez und Nishan Burkart, der im Nachwuchs von United spielt. Mindestens einmal pro Jahr machen sie das bei Spielern, die dem FuturoProgramm angehören. Da sind pro Jahrgang vier bis sechs Spieler drin, die das Potenzial für die A-Nati haben. Und so sagt Moser: «Stand heute spielt er für die Schweiz.» Vater Alex Gonzalez pflichtet bei: «Lorenzo wäre nicht, wo er heute ist, ohne die Schweiz.» Es schadet sicher nicht, dass Lorenzo unlängst Xherdan Shaqiri kennen und schätzen lernte. Der Schweizer Internationale wohnt ebenfalls in Manchester. (sel)

So schiesst Gonzalez seine Tore:

video: twitter

Bevor er sich im Sommer 2016 definitiv entscheidet und bei Manchester City unterschreibt, bereist Lorenzo halb Fussball-Europa. Angefangen mit Borussia Mönchengladbach, wo er von Trainer Lucien Favre zu Hause empfangen wird. Er lässt sich nicht beeindrucken, schaut sich auch die Anlagen von anderen Topvereinen an: Juve, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder eben City.

Bei City sagen sie, Lorenzo sehe aus wie Shaqiris Zwilling. Das ehrt ihn. Es ist ihm aber wichtig, dass er einen Zentimeter grösser ist als der Kraftwürfel.

Als er den Etihad Campus im Norden der Stadt das erste Mal betritt, ist er sprachlos: 16 Fussballfelder direkt neben dem Stadion, Naturrasen, Kunstrasen, Hallenplätze, topmoderne Krafträume und Trainingsgeräte – das Beste, was es in der Fussball-Welt gibt.

Der FCB hatte nie Zeit

Natürlich, Pep Guardiola und seine Philosophie sind auch Gründe dafür, dass sich Lorenzo für City entscheidet. Aber letztlich ist es das Gesamtpaket. Und der FC Basel, hat er sich nie um das Riesen-Talent getan? «Doch», sagt Vater Alex bestimmt. Noch vor den Grossklubs. «Ruedi Nägeli (Scout beim FC Basel; a. d. Red.) hat uns sogar einmal zu einem Spiel eingeladen.» Aber immer, wenn man sich habe treffen und den Campus anschauen wollen, sei der Verantwortliche («Wie heisst er noch einmal? Ceccaroni?») nicht abkömmlich gewesen.

Auch ein Kraftwürfel:

Als die Grossklubs kommen, ist der FCB ohnehin kein Thema mehr. Denn Lorenzo will dahin, wo seine Vorbilder sind, Fussballer wie Cristiano Ronaldo, Sergio Agüero oder Antoine Griezmann. Ganz nach oben.

Dabei geniesst er die volle Unterstützung seiner Familie, Vater Alex, Mutter Sonia und Bruder Carlos. «Für uns war immer klar, dass wir ihn nicht alleine gehen lassen», sagt sein Vater. Er arbeitete zuvor für Banken und Versicherungen in Genf, wo er als Sohn zweier Einwanderer aus Andalusien geboren wurde. Lorenzo dagegen kam auf den kanarischen Inseln zur Welt, wo seine Mutter herkommt. Auch darum hat er den Schweizer und den spanischen Pass.

Die komplette Familie Gonzalez:

Seit zwei Jahren in festen Händen:

Wann kriegt Lorenzo seine Chance?

Vor anderthalb Jahren brach die Familie Gonzalez ihre Zelte in der Schweiz ab und zog nach England. Vater Alex arbeitet jetzt als Scout, der kleine Bruder geht hier in die Highschool. Wie Lorenzo spielt er inzwischen bei City. In der U13. Obwohl er bei United begann. Aber beim Stadtrivalen kam Carlos die Spielphilosophie nicht entgegen. Der Nachwuchs ist englischer geprägt als der von City, wo spätestens seit der Installation von Ex-Barça-Stürmer Txiki Begiristain als Sportchef eine ganze Armada von Spaniern arbeitet.

Am Mittwoch, wenn City im Achtelfinal-Rückspiel auf den FCB trifft, sitzt die ganze Familie im Stadion. «Natürlich schauen wir uns das Spiel an, auch wenn es nicht mehr um viel geht», sagt Alex. Vielleicht, so hofft er, werden sie Lorenzo irgendwann Ende Saison erstmals im Star-Ensemble auflaufen sehen. «Wenn City den Titel im Sack hat, könnte es sein, dass er eine Chance erhält.» Wie Phil Folden, der gleich alt ist, und gegen Basel zu einem Einsatz kommen dürfte.

Im Training mit Stars:

Gonzalez jubelt mit Ilkay Gündogan, Nicolas Otamendi und Sergio Agüero.

Es kann ganz schnell gehen. Auch für Gonzalez. Der hat nach dem Wechsel von der U18 in die U23 zwar anfänglich nicht so viel gespielt. Aber zuletzt kam er regelmässig zum Einsatz, traf auch gegen grosse Konkurrenten wie Liverpool oder Chelsea. Man staunt, ob dem Tempo. Einmal mehr.

Diese 30 Stürmer musst du im WM-Jahr 2018 auf dem Radar haben

1 / 32
Diese 30 Stürmer musst du im WM-Jahr 2018 auf dem Radar haben
quelle: epa/epa / sascha steinbach
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unvergessene Fussball-Geschichten aus Grossbritannien

12.02.2011: Wayne Rooneys perfekter Fallrückzieher gegen ManCity lässt sogar Sir Alex schwärmen

Link zum Artikel

09.10.1996: Schottland spielt in Estland gegen sich selber und wird von der «Tartan Army» lautstark gefeiert

Link zum Artikel

25.01.1995: King Cantona flippt aus – er setzt zum legendärsten Kick der Fussball-Geschichte an

Link zum Artikel

14.04.1999: Ryan Giggs schiesst ein Wahnsinns-Tor und entblösst sein Brusthaar. Arsène Wenger hat davon noch immer Alpträume

Link zum Artikel

11.11.2011: Der estnische Ersatzspieler, der hier den Ball weitergereicht hat, ist in Wahrheit ein cleverer irischer Fussballfan

Link zum Artikel

09.11.1997: Der Windarsch kassiert in einem einzigen Fussball-Spiel gleich drei Rote Karten – und ist auch sonst ein liebenswerter Rüpel

Link zum Artikel

15.05.1974: Im Suff stecken schottische Natifussballer ihren Star in ein Boot – das sofort von der Strömung weggetrieben wird

Link zum Artikel

12.05.2013: Der Wahnsinn von Watford: «Ja, Sie haben gerade die dramatischste Schlussminute aller Zeiten gesehen!»

Link zum Artikel

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

Link zum Artikel

26.12.1963: 10 Spiele, 66 Tore – ein Hattrick in dreieinhalb Minuten krönt die unfassbare Torflut am Boxing Day

Link zum Artikel

01.03.1980: Everton trauert um Dixie Dean – die Klublegende war so gut, dass ihm ein hässiger Verteidiger einen Hoden zerstörte

Link zum Artikel

02.01.1998: Paul Gascoigne erhält Morddrohungen, weil er einen Flötenspieler imitiert

Link zum Artikel

23.12.2006: Paul Scholes zimmert das Leder mit einer Volley-Rakete unter die Latte – und Ferguson fordert danach eine Entschuldigung von Mourinho

Link zum Artikel

14.10.2006: Petr Cech bangt nach einem üblen Zusammenprall um sein Leben und wird danach nie mehr ohne Helm im Tor stehen

Link zum Artikel

Zu früh gefreut! City schnappt United den Titel in einem Herzschlag-Finale weg

Link zum Artikel

23.08.2003: Nach dem Traumtor von Blackpools Neil Danns jubelt der Schiedsrichter kräftig mit – oder etwa doch nicht?

Link zum Artikel

25.11.1964: Dank Bill Shanklys Geistesblitz wird aus dem FC Liverpool ein für alle Mal die Reds

Link zum Artikel

28.04.1923: Ein weisses Pferd (das gar nicht weiss war) rettet die chaotische Wembley-Eröffnung – und ist dann angeblich auch noch Schuld am Resultat

Link zum Artikel

Goalie Peter Schmeichel erzielt ein Fallrückzieher-Tor – aber es endet im Drama

Link zum Artikel

01.01.2007: Schöner als beim Neujahrsspringen fliegen sie nur noch in der Premier League

Link zum Artikel

05.05.1956: «Traut the Kraut» spielt den FA-Cup-Final trotz Genickbruch zu Ende und wird vom Kriegsgefangenen zum besten City-Torhüter aller Zeiten

Link zum Artikel

28.09.2004: «Der Messias kam nach Manchester» – Wayne Rooney skort in seinem ersten Spiel für die United gleich einen Hattrick

Link zum Artikel

16.03.2002: Ein Knochenbrecher-Foul macht aus einem fast gewöhnlichen Fussballspiel die «Battle of Bramall Lane» 

Link zum Artikel

Die späte Rache des Roy Keane – «Schizo» mäht Erling Haalands Vater brutal um

Link zum Artikel

22.04.2006: Newcastle-Legende Alan Shearer muss abtreten – ausgerechnet wegen Erzrivale Sunderland

Link zum Artikel

22.12.2007: Arsenal-Bad-Boy Nicklas Bendtner schiesst 1,8 Sekunden nach seiner Einwechslung das schnellste Joker-Tor aller Zeiten

Link zum Artikel

23.03.2009: José «The Special One» Mourinho wird Doktor – und überrascht mit seiner Dankesrede die Fussballwelt

Link zum Artikel

Das berühmteste Mannschaftsfoto der Welt – die erste Station von einem bekannten Flitzer

Link zum Artikel

Singen statt streiten – wie dieses magische Lied ein ganzes Stadion vereinte

Link zum Artikel

Als der «Prinz des Dribblings» den allerersten Cupwettbewerb entschied 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Christian Gross motiviert Hakaaaan bis in die Zehenspitzen und wir dürfen zuschauen

9. Mai 2002: Das Schweizer Fernsehen strahlt einen Dok-Film über den FC Basel aus, der auf dem Weg zum ersten Meistertitel der Neuzeit ist. In Erinnerung bleibt besonders eine Pausenansprache von Trainer Christian Gross.

Acht Meistertitel in Folge zwischen 2010 und 2017 – bis YB zu seinem Höhenflug ansetzte, war der FC Basel das Mass aller Dinge im Schweizer Klubfussball. Dabei liegen die Zeiten, als Rot-Blau selber zu den Habenichtsen gehörte, noch gar nicht weit zurück.

Erst 2002 holt der FCB den ersten Titel der Neuzeit und aus dieser Zeit stammt auch ein köstliches Video. Es zeigt die Halbzeit-Ansprache von Trainer Christian Gross im Rückspiel des UI-Cup-Finals bei Aston Villa im August 2001, die bei seinem …

Artikel lesen
Link zum Artikel